INSM Blog http://blog.insm.de Ökonomie verstehen Thu, 17 Apr 2014 07:58:26 +0000 de-DE hourly 1 5 vor 10: Mindestlohn, Schaumweinsteuer, Auslandsvermögen, Ukraine, Geldpolitik http://blog.insm.de/9662-5-vor-10-mindestlohn-schaumweinsteuer-auslandsvermoegen-ukraine-geldpolitik/ http://blog.insm.de/9662-5-vor-10-mindestlohn-schaumweinsteuer-auslandsvermoegen-ukraine-geldpolitik/#comments Thu, 17 Apr 2014 07:55:33 +0000 INSM Redaktion http://blog.insm.de/?p=9662 weiterlesen]]> Heute in den Linktipps: Warum der Mindestlohn ein zentrales Ziel nicht erreichen wird, die Eurozone reicher ist, als es aussieht und die Ukraine vor einem finanziellen Desaster steht. Weitere Themen: die Risiken der expansiven Geldpolitik und der zweifelhafte Erfolg der Schaumweinsteuer.


1. Der Mindestlohn verfehlt sein Ziel
(faz.net, Sven Astheimer)
Wer Vollzeit arbeitet, muss auch davon leben können: Mit dieser Parole rechtfertigt die Politik die Einführung des Mindestlohns. Doch nun zeigt sich, dass die gesetzliche Lohnuntergrenze dieses Ziel nicht erreichen wird. Von den rund 1,3 Millionen Aufstockern, die trotz Arbeit Hartz IV beziehen, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können, werden laut Forschern der Bundesagentur für Arbeit lediglich fünf Prozent künftig nicht mehr auf die staatliche Grundsicherung angewiesen sein.

2. Trinken für den Krieg
(brandeins.de, Ingo Malcher)
Steuern, die ein Staat einmal eingeführt hat, gibt er sehr ungerne wieder auf. Die Schaumweinsteuer ist dafür das beste Beispiel: Kaiser Wilhelm II. hat sie 1902 ins Leben gerufen, um den Ausbau der Kriegsmarine zu finanzieren. Das ist längst geschehen, zwei Weltkriege sind seither vergangen, aber die Schaumweinsteuer gibt es immer noch. Finanzminister können sich von ihr offenbar nur schwer trennen. Sie bringt dem Bundeshaushalt jährlich immerhin 460 Millionen Euro ein.

3. Uli Hoeneß und das verschwundene Auslandsvermögen
(neuewirtschaftswunder.de, Fabian Fritzsche)
Die Eurozone schuldet ihren Nachbarn Geld: Laut volkswirtschaftlichen Statistiken haben die Euroländer insgesamt mehr Verbindlichkeiten im Ausland als offene Forderungen. Doch in den offiziellen Angaben gibt es einen Rechenfehler: Weil das Geld von Steuerhinterziehern sich in den Statistiken meistens nicht wiederfindet, sehen die tatsächlichen Vermögensverhältnisse deutlich besser aus.

4. Der Ukraine geht das Geld aus
(qz.com, Jason Karaian, englisch)
Nicht nur politisch eskaliert die Lage in der Ukraine: Auch finanziell steht das Land dem Abgrund nahe. Die Wirtschaft schlittert in eine Rezession, der Regierung fehlen in den kommenden zwei Jahren 30 Milliarden US-Dollar. Schon die offene Gas-Rechnung für die Lieferungen aus Russland beträgt zwei Milliarden Dollar. Die militärischen Operationen weiterhin zu finanzieren, bereitet der Regierung in Kiew große Probleme. Soldaten berichten davon, tagelang kein Essen bekommen zu haben.

5. Risiken der ultraexpansiven Geldpolitik nehmen zu
(wirtschaftlichefreiheit.de, Marco Bargel)
Während der Finanz- und Eurokrise fiel es den politischen Eliten schwer, sich zu kurzfristigen Rettungsaktionen durchzuringen. Die Hauptlast der Krisenbewältigung kam deshalb den Zentralbanken zu, die mit einer Geldschwemme die Märkte zu beruhigen versuchten. Doch die Niedrigzinspolitik birgt zahlreiche Risiken, die immer stärker zu Tage treten.

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5 vor 10: Öl, Kapitalismus, Start-ups, Rente, Frauen http://blog.insm.de/9657-5-vor-10-oel-kapitalismus-start-ups-rente-frauen/ http://blog.insm.de/9657-5-vor-10-oel-kapitalismus-start-ups-rente-frauen/#comments Wed, 16 Apr 2014 07:55:14 +0000 INSM Redaktion http://blog.insm.de/?p=9657 weiterlesen]]> Heute in den Linktipps: Warum die USA nur dem Anschein nach vom Öl unabhängig werden, Wettbewerb aber zu gerechter Verteilung führt. Außerdem: Frauen beflügeln die Wirtschaft, deutsche Ingenieure gründen interessante Start-ups und einfache Beispiele demonstrieren die Ungerechtigkeit der Rentenreform.


1. Die schöne neue Ölwelt von Saudi-Amerika
(FAZ, Franz Nestler)
Noch nie in ihrer Geschichte haben die USA soviel mehr Öl und Erdölprodukte exportiert als importiert – natürlich dank der boomenden Fracking-Industrie des Landes. Wirklich unabhängig ist das Land aber trotzdem nicht, schreibt Franz Nestler. Denn Amerika ist trotz des Netto-Überschusses immer noch der größte Ölimporteur der Welt.

2. Kapitalismus ist die größte NGO der Welt
(Welt, Andrea Seibel)
Der Unternehmer und Vorstand der European Business Angels Peter Jungen bricht im Interview mit der Welt eine Lanze für den Wettbewerb. Nur der sorge dafür, dass sowohl Macht als auch Kapital gerecht verteilt werden könnten.

3. Die Start-ups deutscher Ingenieure
(blogs.wsj.com, Chase Gummer, englisch)
Für Start-ups sind die Deutschen nicht gerade bekannt, dabei sammeln deutsche Tech-Gründer derzeit viel Geld ein. Beispielsweise die Bragi Gmbh, die drahtlose Kopfhörer entwickelt, die auch simultan übersetzen können. Da staunt das Wall Street Journal.

4. Rente mit 63 – von Gerechtigkeit keine Spur
(wirtschaftswurm.net, Arne Kuster)
Die Rente mit 63 sei eine schreiende Ungerechtigkeit, schreibt Wirtschaftsblogger Arne Kuster. Ein Beispiel: Der Erste hat sein Arbeitsleben mit 18 begonnen und bis 63 gearbeitet, der Zweite stieg erst mit 20 ins Arbeitsleben ein und hat mit 65 aufhört. Beide haben 45 Jahre gearbeitet und an Entgeltpunkten gleich viel eingezahlt. Aber: Der Erste darf seine Rente zwei Jahre länger genießen.

5. Frauen haben die Wirtschaft beflügelt
(economix.blogs.nytimes.com, Annie Lowrey, englisch)
Eine der großen ökonomischen Trends der vergangenen Jahre ist die Beteiligung der Frauen am Arbeitsmarkt. In den USA stieg die Quote der vollzeitbeschäftigten Mütter seit 1979 von 27 auf 44 Prozent.Ohne diesen Zuwachs wäre die amerikanische Wirtschaft jetzt um rund elf Prozent kleiner, haben Ökonomen des amerikanischen Think Tanks Center for American Progress ausgerechnet.

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Frau Merkel, wir müssen reden! http://blog.insm.de/9625-frau-merkel-wir-muessen-reden/ http://blog.insm.de/9625-frau-merkel-wir-muessen-reden/#comments Tue, 15 Apr 2014 10:10:43 +0000 Lencke Wischhusen http://blog.insm.de/?p=9625 weiterlesen]]> Die Politik der Großen Koalition ist eine Rolle rückwärts. Der bisherige Konsens, eine nachhaltige Rentenpolitik ließe keine umfassenden Erhöhungen zu, wurde aufgebrochen. Junge Menschen zahlen die Zeche. Generationengerechtigkeit sieht anders aus. Eine Aufforderung von Lencke Wischhusen, vom Verband “Die Jungen Unternehmer”, an die Bundeskanzlerin.


Große Koalitionen wecken große Erwartungen – auch bei uns Jüngeren. Eine gigantische Mehrheit im Deutschen Bundestag und mit CDU und SPD zwei Großparteien, die für sich reklamieren, die Interessen aller Menschen in Deutschland zu vertreten. Soweit die Theorie.

In der Praxis passiert derzeit exakt das Gegenteil. Wo man hinsieht, milliardenschwere Tauschgeschäfte. Die SPD winkt mit der Mütterrente das Lieblingsprojekt der Union durch, im Gegenzug erhalten die Sozialdemokraten „ihre“ Rente mit 63. Und wer zahlt für all das die Zeche? Wir, die Jungen! Das akzeptieren wir aber nicht so einfach und haben daher eine Online-Petition gestartet, in der wir einen Gipfel der jungen Generationen fordern.

Für uns steht fest: Die Rentenpläne sind eine Rolle rückwärts. Dabei war es der Sozialdemokrat Franz Müntefering, der in der letzten Großen Koalition die Rente mit 67 einführte. Er hat den Grundgedanken des Generationenvertrages – nämlich den fairen Lastenausgleich zwischen Jung und Alt – verstanden. Was man von seiner Nachfolgerin im Amt, Frau Nahles, nicht gerade behaupten kann.

Die deutsche Bevölkerung wird in etwas mehr als einer Generation um bis zu 15 Millionen Menschen schrumpfen. Bald werden die Rentner ab 65 gut ein Drittel der Bevölkerung ausmachen. Für Union und SPD ist das natürlich eine große und deshalb interessante Wählergruppe. Aber wer sichert den Ruhestand der Älteren?

Wir zahlen ja grundsätzlich gerne für unsere Großeltern und sind dankbar für das, was sie aufgebaut haben. Aber die Lastenverteilung muss in einem vernünftigen Verhältnis bleiben. Die Rente mit 63 heißt für uns genau das Gegenteil: Wir Jungen sollen härter arbeiten und mehr bezahlen, um am Ende weniger zu bekommen.

Diese Art von Politik sprengt den Generationenvertrag. Das macht mich fassungslos, das macht uns junge Menschen wütend.

Wir müssen also reden, Frau Merkel! Und zwar darüber, wie wir die Lasten unserer Sozialsysteme für alle Generationen – auch für diejenigen, die noch gar nicht geboren sind – anständig und fair verteilen.

Wir fordern die Bundeskanzlerin in unserer Online-Petition dazu auf, das Thema Generationengerechtigkeit endlich zur Chefsache zu machen. Wir wollen, dass sie die Vertreter der jungen Generation zu einem Gipfel ins Kanzleramt einlädt, um dort gemeinsam die Basis für einen neuen, fairen Generationenvertrag zu legen. Und zwar, bevor das Rentenpaket im Mai verabschiedet wird!

Die Online-Petition können Sie hier unterzeichnen.

Zur Autorin: Lencke Wischhusen ist seit November 2012 Bundesvorsitzende des Verbandes Die Jungen Unternehmer. Im Jahr 2010 stieg sie als Geschäftsführerin beim Verpackungsunternehmen W-Pack ein und leitet seitdem das Familienunternehmen gemeinsam mit ihrem Vater.

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5 vor 10: Lebenshaltungskosten, Ungleichheit, Wirtschaftssanktionen, Bankenregulierung, Individualisierung http://blog.insm.de/9650-5-vor-10-lebenshaltungskosten-ungleichheit-wirtschaftssanktionen-bankenregulierung-individualisierung/ http://blog.insm.de/9650-5-vor-10-lebenshaltungskosten-ungleichheit-wirtschaftssanktionen-bankenregulierung-individualisierung/#comments Tue, 15 Apr 2014 07:55:21 +0000 INSM Redaktion http://blog.insm.de/?p=9650 weiterlesen]]> Welche unerwünschten Effekte Höchstmieten und Mindestlöhne haben können, wie Regierungen auf Ungleichheit in der Gesellschaft reagieren sollten und weshalb die Industrie schärfere Sanktionen gegen Russland fürchtet, beschäftigt heute die Linktipps. Zudem: Ein Vorschlag zur Regulierung der Banken und das Portrait eines Restaurantbesitzers, der seine Kunden im Netz ausspäht – aus rein beruflichen Gründen.


1. Die Widersprüche von Höchstmieten und Mindestlöhnen
(mises.org, Gary Galles, englisch)
Staatlich regulierte Höchstmieten und Mindestlöhne sollen davor schützen, dass man sich die Lebenshaltung nicht mehr leisten kann – derartige Lösungsansätze haben aber oft die gegensätzliche Wirkung. Gary Galles, Wirtschaftsprofessor an der Pepperdine University in Malibu, erklärt, dass Mindestlöhne etwa dazu führen, dass einige Geringverdiener gar keinen Job mehr haben. Auch eine Höchstmiete würde den Anreiz, eine Wohnung auf dem Mietmarkt anzubieten, verringern. Letztlich würden gerade diese Politikmaßnahmen den Armen und Geringqualifizierten schaden.

2. Wie sollte die Politik auf Ungleichheit reagieren?
(voxeu.org, Benedict Clements, David Coady, Ruud de Mooij, Sanjeev Gupta, englisch)
Die ungleiche Verteilung von Vermögen und Einkommen wächst in zahlreichen Gesellschaften auf der Welt. Doch wie kann die Politik diese Ungleichheiten abschwächen ohne Leistungsanreize zu zerstören? Vier IWF-Ökonomen haben sich dieser Frage angenommen. Sollten die Regierungen Einkommen überhaupt von oben nach unten umverteilen? Und: Welche dieser Umverteilungsmechanismen schaden letztlich nur?

3. Industrie befürchtet noch schärfere Sanktionen
(faz.net, Henrike Rossbach, Manfred Schäfers und Johannes Pennekamp)
Deutsche Unternehmen, die in Russland Geschäfte machen, haben es seit dem Beginn der Krise in der Ukraine nicht leicht. Über weitere EU-Sanktionen gegenüber Russland wird bereits diskutiert. Die Wirtschaft sei alamiert, schreiben die FAZ-Autoren: Schon jetzt könne ein “deutliches Abbremsen der Investitionsbereitschaft” im Land ausgemacht werden. „Projekte werden verschoben, es gibt eine massive Kapitalflucht. Das alles sind schon sanktionsähnliche Effekte“, sagt Rainer Lindner, Geschäftsführer des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft.

4. Ein Vorschlag zur Bankenregulierung
(vox.com, Matthew Yglesias, englisch)
Wie hoch darf sich eine Bank verschulden? Diese sogenannte Leverage-Ratio habe großen Einfluss darauf, ob es in Zukunft weniger oder mehr Finanzkrisen gebe oder ob die Steuerzahler in Zukunft häufiger für Bankenzusammenbrüche aufkommen müssen, schreibt Matthew Yglesias. In seinem Beitrag auf Vox erkläutert er, was diese Leverage-Ratio genau ist, wieso ein niedriges Verhältnis für risikoreiche Investments steht und warum die Regierung dringend ein Gesetz dazu erlassen sollte. Yglesias erläutert außerdem, wieso ein solches Gesetz den Banken gar nicht in den Kram passen würde.

5. Für jeden Kunden ein anderes Angebot
(marginalrevolution.com, Tyler Cowen, englisch)
Vielleicht googlen in Zukunft nicht nur Personalchefs die Namen ihrer Jobkandidaten, sondern auch jene Restaurantangestellten, bei denen Sie einen Tisch reserviert haben. So macht es zumindest ein US-Restaurantbetreiber mit drei Michelin-Sternen. Er möchte im Internet die Interessen seiner Kunden herausfinden, um ihren Besuch im Restaurant zu einem noch größeren Erlebnis zu machen. Werden wir nun auch beim Essengehen zum gläsernen Kunden?

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5 vor 10: IWF, Globalisierung, Prognosen, Griechenland, EU http://blog.insm.de/9637-5-vor-10-iwf-globalisierung-prognosen-griechenland-eu/ http://blog.insm.de/9637-5-vor-10-iwf-globalisierung-prognosen-griechenland-eu/#comments Mon, 14 Apr 2014 07:55:07 +0000 INSM Redaktion http://blog.insm.de/?p=9637 weiterlesen]]> Wieso der internationale Währungsfonds eine Reform braucht, aber nicht mehr finanzielle Mittel, das lesen Sie heute bei 5 vor 10. Außerdem geht es um die negativen Folgen der Globalisierung, um die scheiternden Konjunkturprognosen der Ökonomen und um das Comeback der griechischen Staatsanleihen. Und: weshalb sich die Europäische Union nicht zu sehr in nationale und kommunale Belange einmischen sollte.


1. Der IWF braucht nicht mehr Geld
(faz.net, Patrick Welter)
Der internationale Währungsfonds soll mehr Geld von seinen 188 Mitgliedsstaaten bekommen. Dabei sei der Fonds während der Finanzkrise nicht sorgsam mit den Geldern umgegangen, kommentiert Patrick Welter, Washington-Korrespondent der FAZ. Grundsätzlich sei nichts gegen eine Reform des IWF einzuwenden: “Gegen die Erhöhung des Stimmanteils der Schwellenländer im Fonds kann man im Grundsatz wenig vorbringen. Die Gewichte in der Weltwirtschaft verschieben sich, und das sollte sich auch im IWF spiegeln”, schreibt Welter. Doch braucht er dafür tatsächlich mehr Geld?

2. Ist weniger Globalisierung mehr?
(iconomix.ch, Patrick Keller)
Das Wegfallen der Handelshemmnisse habe sich in einem Vervielfachen des weltweiten Handelsaufkommens niedergeschlagen, schreibt Patrick Keller. Seither habe es viele Gewinner der Globalisierung gegeben, allerdings auch einige Verlierer. “Das Globalisierungsparadox” nennt dies Dani Rodrik, Wirtschaftsprofessor an der Elite-Universität Princeton. Für die Regierungen der Nationalstaaten entstehe so ein Zielkonflikt: Wie soll “wirtschaftliche Integration”, “nationalstaatliche Souveränität” und “Demokratie” gleichzeitig erreicht werden? Keller erklärt bei Iconomix, wieso sich Dani Rodrik für ein maßvolles Voranschreiten der Globalisierung einsetzt.

3. Wie gut können Ökonomen die konjunkturelle Entwicklung vorhersagen?
(voxeu.org, Hites Ahir, Prakash Loungani, englisch)
Mit welchen Mitteln können Ökonomen versuchen, die konjunkturelle Entwicklung vorherzusagen? Und wieso scheitern sie mit ihren Vorhersagen von Rezessionen so oft? Diesen Fragen haben sich zwei Ökonomen des internationalen Währungsfonds angenommen. Wie schon andere Ökonomen in den Achtziger Jahren, haben sie sich angesehen, wie viele der 88 Rezessionen, die es zwischen 2008 und 2012 gab, vorhergesagt werden konnten. Die Ergebnisse sind ernüchternd.

4. Warum Kapitalmärkte ein kurzes Gedächtnis haben
(blicklog.com, Dirk Elsner)
Gerade einmal zwei Jahre ist es her, als jene Anleger, die in griechische Staatsanleihen investiert haben, einen Teil ihrer Anlagen auf Grund des griechischen Schuldenschnitts verloren haben. Da verwundert es schon, dass griechische Staatsanleihen nun mit einer Verzinsung von 4,75 Prozent ihr Comeback feiern. Dirk Elsner erklärt sich das so: “Das Verhalten an den Kapitalmärkten lässt sich nicht vorhersagen, erst Recht nicht aus Pseudokorrelationen der Vergangenheit.” Doch ist dieses kurze Gedächtnis, was Zahlungsausfälle von Staaten anbelangt, gefährlich?

5. Zur Zukunft der Europäischen Union
(wirtschaftlichefreiheit.de, Norbert Berthold, englisch)
Wird die Europäische Union in Zukunft durch Zentralisierung oder durch den Wettbewerb der Nationalstaaten gekennzeichnet sein, fragt Norbert Berthold, Professor der Volkswirtschaftslehre an der Universität Würzburg. Er beschreibt, wieso die EU das Subsidaritätsprinzip sehr eigenwillig interpretiert und in welchen Politikfeldern das Einmischen der EU in nationale Belange kontraproduktiv sein könnte.

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5 vor 10: Griechenland, Russland, Energiewende, Studieren, Pensionen http://blog.insm.de/9632-5-vor-10-griechenland-russland-energiewende-studieren-pensionen/ http://blog.insm.de/9632-5-vor-10-griechenland-russland-energiewende-studieren-pensionen/#comments Fri, 11 Apr 2014 07:55:23 +0000 INSM Redaktion http://blog.insm.de/?p=9632 weiterlesen]]> Griechenland leiht sich wieder Geld an den Finanzmärkten. Ist das eine gute Nachricht? Nicht unbedingt, erklären die Linktipps von heute. Außerdem: Russlands wirtschaftliche Probleme werden immer größer, die Energiewende belastet die Unternehmen und ein Studium ist möglicherweise gar nicht so nützlich wie gedacht.


1. Griechenlands Probleme sind ungelöst
(welt.de, Jan Dams)
Die Regierung in Athen hat ihr Land zurück an den Kapitalmarkt geführt. Ein Grund zum Jubeln ist das aber nicht, findet Jan Dams. Statt weiter den harten, aber notwendigen Reformkurs zu gehen, sucht Premier Samaras eine vermeintlich einfache Lösung. Doch die Probleme Griechenlands sind nicht verschwunden. “Geld borgen die Investoren Griechenland daher nicht, weil das Land als so ein guter Schuldner gilt”, schreibt Dams. “Sie geben das Geld, weil sie genau wissen, dass hinter den Griechen die EZB, der Rettungsfonds und die EU stehen.”

2. Putin zahlt einen hohen Preis
(faz.net, Benjamin Triebe)
Bereits vor dem Ausbruch der Ukraine-Krise ging es der russischen Wirtschaft alles andere als gut: Lediglich die guten Geschäfte mit dem Gasexport hielten die Ökonomie über Wasser. Nun verschlechtert sich die Lage weiter: Die Regierung muss die Wachstumsprognose nach unten korrigieren, der Rubel verliert stark an Wert. Ausländische Unternehmen gehen zunehmend auf Distanz.

3. Gabriels Schoßhunde gegen Illners Pitbulls
(handelsblatt.com, Patrick Schwarz)
Die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ist höchst umstritten, auch in den öffentlich-rechtlichen Fernsehgesprächsrunden. „Energiewende ist, wenn Schwarz-Rot jubelt und der Bürger zahlt?“, fragte Maybritt Illner in ihrer Sendung von gestern. Familienunternehmer Karl Tack erklärte darin, weshalb ihn die Energiewende daran hindert, neue Arbeitsplätze zu schaffen.

4. Wird das Hochschulstudium maßlos überschätzt?
(mises.org, Andrew Syrios)
Studieren ist teuer, selbst ohne Studiengebühren: Vor allem der jahrelange Verdienstausfall fällt ins Gewicht. Die meisten Bildungspolitiker argumentieren: Die Verluste am Anfang werden später durch höhere Löhne wieder ausgeglichen. Doch stimmt das überhaupt? Ist das Studium prinzipiell eine lohnende Investition? Andrew Syrios hat überraschende Antworten.

5. Vergessene Reform
(zeit.de, Elisabeth Niejahr)
Die Pensionen der Bundesbeamten sind im vergangenen Jahr 22 Mal stärker gestiegen, als die Altersbezüge gewöhnlicher Rentner, berichtet die “Bild”. Stimmt es, dass sich zwischen Pensionisten und Rentnern das nächste große Gerechtigkeitsproblem offenbart? Elisabeth Niejahr hat nachgerechnet: Ganz stimmt der Vergleich der “Bild” zwar nicht. Dennoch trifft die Zeitung einen wunden Punkt.

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Hayek-Gesellschaft lädt zur “Woche der Freiheit” – Jetzt für Stipendien bewerben http://blog.insm.de/9571-hayek-gesellschaft-laedt-zur-woche-der-freiheit-jetzt-fuer-stipendien-bewerben/ http://blog.insm.de/9571-hayek-gesellschaft-laedt-zur-woche-der-freiheit-jetzt-fuer-stipendien-bewerben/#comments Thu, 10 Apr 2014 14:13:32 +0000 Clemens Schneider http://blog.insm.de/?p=9571 weiterlesen]]> Zum dritten Mal findet in diesem Jahr die „Woche der Freiheit“ statt, eine Sommerakademie zu Philosophie, Politik und Ökonomie. Vom 3. bis 9. August 2014 werden sich 20 Oberstufenschüler und angehende Studenten mit wichtigen Ideen und Denkern der Freiheit auseinandersetzen können. Die Friedrich August von Hayek-Gesellschaft vergibt auch dieses Jahr wieder 20 Stipendien für ausgesuchte Teilnehmer.


Auf dem Programm:

  • Kurse in Philosophie, Politik und Ökonomie
  • Exzellente Dozenten
  • Debatten, Vorträge und Diskussionsrunden
  • Debattentraining, Interviewtraining, Schreibtraining, Filmtraining
  • Gespräche mit Unternehmern, Journalisten und Politikern

Daneben werden die Teilnehmer Teil eines wachsenden Netzwerks von engagierten und vielversprechenden jungen Menschen: Das zeigt der Blick auf den Einsatz der Alumni der letzten beiden Sommerakademien. Mehr Informationen finden sich auf der Webseite. Bewerbungsschluss ist der 30. April 2014.

Clemens Schneider ist einer der Organisatoren der “Woche der Freiheit”.

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Bessere Wirtschaftspolitik durch systematische Politikevaluation http://blog.insm.de/9581-bessere-wirtschaftspolitik-durch-systematische-politikevaluation/ http://blog.insm.de/9581-bessere-wirtschaftspolitik-durch-systematische-politikevaluation/#comments Thu, 10 Apr 2014 14:11:14 +0000 Dr. Susanne Cassel und Dr. Tobias Thomas http://blog.insm.de/?p=9581 weiterlesen]]> Die Politik braucht eine systematische Evaluation ihrer Maßnahmen, damit Qualität und Wirkung überwacht und eingeschätzt werden können. Ohne eine gute Evaluation ist eine objektive Bewertung politischer Maßnahmen nur schwer möglich, auf individuellen Eindrücken basierende Urteile weisen große Schwächen auf. Die Politikevaluation in Deutschland ist jedoch nur recht schwach entwickelt, es mangelt sowohl an den Rahmenbedingungen als auch an der Bereitschaft, sich einer unabhängigen Einschätzung zu unterziehen. Dies muss sich ändern.



Dieser Policy Brief entstand auf Grundlage des ECONWATCH-Meetings „Bessere Wirtschaftspolitik durch systematische Politikevaluation?“ mit Prof. Dr. C. Katharina Spieß (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB).

Die Politik trifft fortlaufend wirtschaftspolitische Entscheidungen, die weit reichende Auswirkungen für Bürger und Unternehmen haben und oftmals mit beträchtlichen öffentlichen Ausgaben verbunden sind. So gewährte der Bund 2013 laut Subventionsbericht der Bundesregierung 21 Mrd. Euro an Finanzhilfen und Steuervergünstigungen – Untersuchungen des Instituts für Weltwirtschaft Kiel gehen von wesentlich höheren Summen aus. Dabei besteht in der Regel Unsicherheit darüber, ob die beschlossenen Maßnahmen und Gesetze tatsächlich die gewünschte Wirkung haben. Um die Zielerreichung wirtschaftspolitischer Maßnahmen zu überprüfen und eine wirtschaftliche Verwendung der knappen öffentlichen Mittel zu erreichen, sollten wirtschaftspolitische Maßnahmen generell evaluiert werden. Dies gilt insbesondere für fiskalische Fördermaßnahmen, sollte aber auch für nicht-finanzielle Maßnahmen gelten.

Um festzustellen, ob eine Maßnahme tatsächlich zielführend ist, müssen die zu erreichenden Ziele eindeutig formuliert und Zielgrößen definiert werden, an denen die Wirksamkeit der Maßnahmen gemessen werden kann. Auch setzt eine Evaluation den Zugang zu den notwendigen Daten voraus. Um eine hohe Glaubwürdigkeit zu erreichen, muss dafür gesorgt werden, dass der Evaluierungsprozess unabhängig und ergebnisoffen erfolgt. Dazu sollten die Evaluationsprojekte wettbewerblich ausgeschrieben und ihre Ergebnisse veröffentlicht werden, so dass eine breite Diskussion und Überprüfung der Ergebnisse stattfinden kann. Politikevaluationen können zu einem gesellschaftlichen Lernprozess über wirksame Maßnahmen beitragen. Voraussetzung dafür ist eine Kultur der Kritikbereitschaft und -fähigkeit in Politik und Gesellschaft.

Während die durch Erfüllung gesetzlicher Regelungen anfallenden Folgekosten z. B. auf Bundes- oder europäischer Ebene analysiert werden, existiert eine systematische Evaluierung der Zielerreichung von Gesetzesvorhaben in Deutschland bislang nicht flächendeckend und umfassend. Mit der Wirkungsforschung zu den Hartz-Reformen oder der in der letzten Legislaturperiode durchgeführten umfassenden Evaluation von familienpolitischen Leistungen hat sich die Politik erstmals auf groß angelegte Evaluierungsprojekte eingelassen. An den Erfahrungen mit diesen Projekten sollte angeknüpft werden, um eine Kultur der Politikevaluation in Deutschland zu etablieren.

Mit einer systematischen Politikevaluation können Politikmaßnahmen auf ihre Wirksamkeit hin untersucht und ggf. notwendige Korrekturen vorgenommen werden. Dabei geht es darum zu überprüfen, ob Maßnahmen tatsächlich ursächlich für die politisch beabsichtigten Effekte sind und ob es alternative Maßnahmen gibt, die die Ziele zu geringeren Kosten erreichen. Dazu ist es notwendig, Nutzen und Kosten unterschiedlicher Maßnahmen zu ermitteln. Die Evaluierung von Politikmaßnahmen setzt voraus, dass die Politik die mit der jeweiligen Maßnahme zu erreichenden Ziele klar und eindeutig formuliert und festlegt, anhand welcher Zielgrößen die Wirksamkeit der Maßnahmen gemessen werden soll. Daneben ist es erforderlich, dass die Wissenschaft Zugang zu den notwendigen Daten hat.

Da „die“ einzig richtige Politikevaluation für alle Bereiche nicht existiert, sondern es sehr darauf ankommt, für jedes Projekt ein gutes Evaluationsdesign zu entwerfen und unterschiedliche Daten und Methoden anzuwenden, sollten Evaluationsprojekte öffentlich ausgeschrieben und von einer unabhängigen Institution durchgeführt werden und es sollte dafür gesorgt werden, dass die Ergebnisse auch überprüft werden können. Dazu müssen die Evaluationsergebnisse veröffentlicht und der Zugang zu den Daten sichergestellt werden.

Eine systematische Politikevaluation sollte nicht darauf beschränkt sein, Einzelmaßnahmen zu untersuchen, sondern auch ganze Politikfelder in den Blick nehmen. Denn in vielen Politikbereichen gibt es eine zunehmende Anzahl von Einzelmaßnahmen, die sich in ihrer Wirkung doppeln oder aufheben können. Auch werden nicht alle Maßnahmen in gleichem Maße zur Zielerreichung beitragen – bei manchen können Zielkonflikte auftreten. Eine vergleichende Analyse, wie sie mit der Gesamtevaluation der familienpolitischen Leistungen vorgenommen wurde, kann hier als Beispiel dienen, von dem gelernt werden kann.

Systematische Politikevaluationen sind aufwendig und erfordern erhebliche finanzielle Ressourcen. Deren Einsatz lässt sich nur dann rechtfertigen, wenn die Ergebnisse der Evaluationen im politischen Prozess sowie in der Öffentlichkeit diskutiert und wo nötig entsprechende Korrekturen der Maßnahmen vorgenommen werden. Dazu bedarf es einer Kultur der Kritikbereitschaft und -fähigkeit in Politik und Gesellschaft. In der Kommunikation sollte darauf geachtet werden, dass Evaluationen nicht vorrangig als Mittel dargestellt werden, um Maßnahmen abzuschaffen und Mittel einzusparen, sondern um die Wirksamkeit von Maßnahmen zu verbessern. Bei schlechter Evaluierung sind Maßnahmen im Einzelfall aber auch einzustellen. Da es oftmals im Vorhinein nicht klar ist, welche Maßnahme am besten geeignet ist, um ein bestimmtes politisches Ziel zu erreichen, sind Lernprozesse notwendig. Evaluierungen sind wichtiger Bestandteil solcher Lernprozesse. Damit sie ihre Funktion erfüllen können, sollte bereits bei Einführung einer Maßnahme der Datenzugang zur Evaluation gesichert werden.

Um eine unabhängige und ergebnisoffene Evaluationsforschung sicherzustellen, ist es auch notwendig, dass die jeweils für die Fördermaßnahmen Verantwortlichen die Evaluierungen nicht in ihrem Sinne beeinflussen können. Die Evaluierungsprojekte sollten daher von einer unabhängigen Institution ausgeschrieben werden, die für sämtliche Evaluierungen zuständig ist.

Dieser Artikel erscheint auch als Policy Brief von Econwatch.

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5 vor 10: Russland, Liberalismus, Arbeitszeit, Banknoten, Börsen-Crash http://blog.insm.de/9618-5-vor-10-russland-liberalismus-arbeitszeit-banknoten-boersen-crash/ http://blog.insm.de/9618-5-vor-10-russland-liberalismus-arbeitszeit-banknoten-boersen-crash/#comments Thu, 10 Apr 2014 07:55:31 +0000 INSM Redaktion http://blog.insm.de/?p=9618 weiterlesen]]> Heute in den Linktipps: Wie stark würden Sanktionen gegen Russland die deutsche Wirtschaft treffen? Wie muss ein zeitgemäßer Liberalismus aussehen? Steht ein Börsen-Crash kurz bevor? Außerdem: Schwedens Vorstoß beim Sechs-Stunden-Arbeitstag und was es mit bayerischen Banknoten auf sich hat.


1. Welche Folgen haben Wirtschaftssanktionen gegen Russland?
(ifw-kiel.de, Klaus Schrader und Claus-Friedrich Laaser, PDF)
Sanktionen gegen Russland, die im Zuge der Ukraine-Krise angedacht werden, träfen Europa ebenfalls hart. Auch die deutsche Exportwirtschaft hätte darunter zu leiden, doch die Einbußen wären verkraftbar, stellen die Forscher des Kieler Instituts für Weltwirtschaft fest: “Eine Abhängigkeit vom Russlandgeschäft besteht aber in keiner der deutschen Hauptexportbranchen.” Ganz anders sieht das auf der Importseite aus: “Die Achillesferse stellt hier der Import russischen Gases dar.”

2. Was ist zeitgemäßer Liberalismus?
(fazitblog.de, Karen Horn)
Das Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag markierte im vergangenen Jahr eine Zeitenwende im politischen System Deutschlands. Ist politischer Liberalismus hierzulande nicht mehr gefragt? Um wieder eine Rolle zu spielen, müssen sich die Liberalen wandeln, argumentiert die Frankfurter Ökonomin Lisa Herzog in ihrem neuen Buch. Sie spricht sich dafür aus, die Haltung zu überdenken, dass “der Markt ausschließlich als Reich der Freiheit und der Staat ausschließlich als Reich von Zwang und Unterwerfung gesehen” werde.

3. Schweden testet den Sechs-Stunden-Arbeitstag
(theatlantic.com, Uri Friedman)
Die schwedische Stadt Gothenburg wagt ein Experiment: Mitarbeiter der Stadtverwaltung sollen für ein Jahr lang nur sechs Stunden am Tag arbeiten. Die Verantwortlichen erhoffen sich, dass die Effizienz der Angestellten dadurch steigt und krankheitsbedingte Ausfälle zurückgehen. Auch auf nationaler Ebene wird bereits über kürzere Arbeitszeiten diskutiert – die schwedische Regierung warnt jedoch vor erheblichen Kosten.

4. Warum man in Bayern eigene Banknoten druckt
(welt.de, Frank Stocker)
Das Münchener Unternehmen Giesecke & Devrient produziert wertvolles Gut. Im Angebot hat der Druckereibetrieb auch waschechte bayerische Geldscheine. König Ludwig II. von Bayern ist darauf zu sehen, auch das Schloss Neuschwanstein. Die ungewöhnlichen Banknoten erfüllen einen praktischen Zweck: Mit ihnen demonstriert das Banknoten-Druckhaus weltweit, wie viel Hightech in modernen Geldscheinen stecken kann.

5. Der neueste Streich der Untergangspropheten
(wirtschaftlichefreiheit.de, Björn Christensen und Sören Christensen)
Eine Grafik geistert durch das Netz, die bei Anlegern große Sorgen wecken kann: Der “Chart of Doom” zeigt, dass der Dow-Jones-Index in den Jahren 1928 und 1929 einen Verlauf hatte, der der aktuellen Index-Entwicklung stark ähnelt. Die Befürchtung liegt nahe: Wie damals steht auch heute der Börsen-Crash unmittelbar bevor. Doch wer etwas genauer hinsieht, erkennt: Der Gedankengang ist völliger Unsinn.

Gute Kommentare, interessante Hintergründe – jeden Morgen um 5 vor 10 Uhr präsentieren wir auf dem INSM-Blog fünf ausgewählte Links zu interessanten Ökonomie-Blogs und Wirtschaftsseiten.

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5 vor 10: Plagiate, Staatsbetriebe, EEG-Reform, Rente, Gräber http://blog.insm.de/9608-5-vor-10-plagiate-staatsbetriebe-eeg-reform-rente-graeber/ http://blog.insm.de/9608-5-vor-10-plagiate-staatsbetriebe-eeg-reform-rente-graeber/#comments Wed, 09 Apr 2014 07:55:31 +0000 INSM Redaktion http://blog.insm.de/?p=9608 weiterlesen]]> Heute in den Linktipps: Auch deutsche Unternehmer sind Raubkopierer und staatliche Betriebe sind deutlich unproduktiver als private. Außerdem: Die EEG-Reform ist ein fauler Kompromiss, die Große Koalition setzt das Rentensystem auf’s Spiel und in China ist das Sterben teuer.


1. Deutschland ist zweitgrößter Plagiator
(faz.net, Holger Paul)
Nicht nur die Chinesen kupfern ab – auch die Deutschen bauen fleißig nach, was die Konkurrenz macht. Hinter China belegt die Bundesrepublik auf der Rangliste der häufigsten Kopierer Platz zwei. Und dabei geht es nicht um Kleinigkeiten: Deutsche kopieren teilweise ganze Baugruppen oder Komponenten von ihren heimischen Wettbewerbern.

2. Staatsbetriebe sind weniger produktiv
(wirtschaftsblatt.at, Hans-Jörg Bruckberger)
Das österreichische Wirtschaftsblatt hat sich einmal die Staatskonzerne in seiner Heimat angeschaut. Ergebnis: Unternehmen die ganz oder teilweise dem Staat gehören, sind deutlich unproduktiver als die privaten Mitbewerber. Allein die Post sticht positiv hervor.

3. Diplomatie auf Kosten der Verbraucher
(sueddeutsche.de, Ulrich Schäfer)
Das EEG lässt sich nicht mehr reformieren, zu sehr haben sich die Interessengruppen in Deutschland daran gewöhnt – und verteidigen nun ihre Privilegien. Was dabei herauskommt, wenn man es doch versucht, zeigt der faule Kompromiss von gestern: Der hilft der hoch subventionierten Ökostrom-Branche, aber er schadet den Verbrauchern.

4. Nie mehr in Rente
(Handelsblatt, Herbert Walter)
Mit der Rentenreform gefährdet die Große Koalition die Zukunft. Dabei wäre manche Stellschrauben gar nicht schmerzhaft. Viele ältere Arbeitgeber wollen sogar beispielsweise weiter arbeiten. Doch man lässt sie nicht – oder es wird ihnen so unattraktiv wie möglich gemacht. “Staatlich gefördert werden ältere, arbeitswillige Menschen ausgegrenzt”, schreibt der Ex-Chef der Dresdner Bank, Herbert Walter.

5. Teurer Tod
(qz.com, Gwynn Guilford, englisch)
Die Preise für Gräber steigen in China rapide an – in Peking dieses Jahr um bis zu 15 Prozent. Dabei kommen mehrere Faktoren zusammen: Neben der generellen Landknappheit und einer durch die Altersstruktur aufkommenden größeren Nachfrage verdienen lokale Behörden in einem sehr intransparenten Markt mit den teuren Gräbern viel Geld. Chinesische Medien schreiben schon, viele Menschen seien zu arm, um zu sterben.

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