INSM Blog http://blog.insm.de Ökonomie verstehen Tue, 22 Jul 2014 07:55:33 +0000 de-DE hourly 1 5 vor 10: Motivation, US-Staatsanleihen, Mindestlohn, Kriminalität, Gründer http://blog.insm.de/10069-5-vor-10-motivation-us-staatsanleihen-mindestlohn-kriminalitaet-gruender/ http://blog.insm.de/10069-5-vor-10-motivation-us-staatsanleihen-mindestlohn-kriminalitaet-gruender/#comments Tue, 22 Jul 2014 07:55:33 +0000 INSM Redaktion http://blog.insm.de/?p=10069 weiterlesen]]> Was macht einen guten Ökonomen aus? Weshalb sind die Staatsanleihen der USA noch immer beliebt? Warum gibt es in New York und New Jersey weniger Straftaten, obwohl weniger Menschen im Gefängnis sitzen? Um diese Fragen geht es heute in den Linktipps. Außerdem warnt der IWF vor negativen Folgen des Mindestlohnes, und: Diese 25 Gründer sollten Sie kennen.


1. Was macht einen guten Ökonomen aus?
(gregmankiw.blogspot.de, Video, englisch)
Ist es Neugier darauf, wie Menschen Arbeit organisieren – oder vielleicht doch der Wunsch die Welt zu verbessern? Es gibt zahlreiche Antworten auf die Frage, was einen guten Ökonomen ausmacht. In diesem Video von den Lindau Nobel Laureate Meetings werden Nobelpreisträger und Absolventen zu ihrer Motivation befragt.

2. Warum sind US-Staatsanleihen noch immer so beliebt?
(blogs.wsj.com, englisch)
Ob nun das angekümdigte Ende der lockeren Geldpolitik in den USA oder ausländische Zentralbanken, die keine Dollar mehr wollen: Es ist sehr erstaunlich, dass die Federal Reserve ihre Staatsanleihen noch immer so leicht an den Mann bringen kann. Die Zinsen für zehnjährige Staatsanleihen, die als Maß für das Vertrauen in die Währung und die Zahlungsfähigkeit eines Staates gelten, sind in der vergangenen Woche auf 2,5 Prozent gesunken. Wieso ist das Sicherheitsbedürfnis der Anleger so groß?

3. Währungsfonds warnt vor Arbeitslosigkeit durch Mindestlohn
(faz.net, Johannes Pennekamp und Patrick Welter)
Die Ökonomen des Internationalen Währungsfonds warnen: Der einheitliche Mindestlohn könnte zehn bis zwanzig Prozent der Arbeiter – je nach Bundesland – treffen. Arbeitsplatzverluste hält der Fonds für wahrscheinlich. Der Nutzen aber, sei unklar: “Familien mit geringem Einkommen werde der Mindestlohn aber nur begrenzt helfen, weil die höheren Einkommen mehr Steuerzahlungen oder geringere Transferzahlungen hervorriefen”, konstatieren Johannes Pennekamp und Patrick Welter.

4. Weniger Kriminalität
(Washington Post Wonkblog, Emily Badger, englisch)
Ob ein Staat nun viele oder wenige seiner Straftäter ins Gefängnis steckt, dies beeinflusst offenbar nicht wie viele Straftaten im Land begangen werden. Zahlen aus den USA legen nun nahe, dass die Kriminalität sogar mit der Zahl der Gefängnisinsassen sinkt. Die Bundesstaaten New York und New Jersey haben die Zahl ihrer Gefängnisinsassen in den vergangenen Jahren reduziert. Die Zahl der Straftaten in den Bundesstaaten sank.

5. Diese 25 Gründer sollten Sie kennen
(handelsblatt.com, Jens Tönnesmann)
Glaubt man Google-Chef Eric Schmidt, ist Deutschland auf dem besten Wege eine Start-up-Wirtschaft zu werden. Jens Tönnesmann hat sich die bedeutendsten und vielversprechendsten Gründer hierzulande angesehen. Ob nun Musik, Auto oder Putzen – aus fast allen Branchen ist was dabei. Sogar ein 19-Jähriger Gründer und sein 17-Jähriger Bruder haben es in das Ranking geschafft.

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Ist Griechenlands Rückkehr an die Anleihemärkte eine Erfolgsgeschichte? http://blog.insm.de/10031-ist-griechenlands-rueckkehr-an-die-anleihemaerkte-eine-erfolgsgeschichte/ http://blog.insm.de/10031-ist-griechenlands-rueckkehr-an-die-anleihemaerkte-eine-erfolgsgeschichte/#comments Mon, 21 Jul 2014 12:33:15 +0000 Benjamin Schäfer http://blog.insm.de/?p=10031 weiterlesen]]> Griechenland ist seit April wieder am Kapitalmarkt. Ist damit alles wieder im Lot? Die Krise überwunden? Mitnichten. Die Lage ist ernüchternd und zeigt die Fehler der Rettungspolitik auf.


Am 10. April gelang es der griechischen Regierung zum ersten Mal seit über vier Jahren eine Staatsanleihe mit fünfjähriger Laufzeit auszugeben, und damit 3 Milliarden Euro dringend benötigter Liquidität einzusammeln. Die Anleihe war mehrfach überzeichnet, es gab also deutlich mehr Nachfrage als die griechische Regierung bedienen konnte oder wollte. Das erklärt auch eine Rendite von 4,95 Prozent, die damit unter Vorkrisenniveau liegt. Der letzte Anleiheverkauf Griechenlands war ebenfalls eine fünfjährige Anleihe, im Februar 2010, damals für 6,1 Prozent, also über einen Prozentpunkt teurer als jetzt.

Zum Vergleich: Die impliziten Renditen von zehnjährigen griechischen Anleihen lagen auf dem Höhepunkt der Krise 2012 bei etwa 40 Prozent.

Ratingagenturen sehen griechische Staatsanleihen immer noch als hochspekulativ an, „Schrott“ oder „Junk“ im Jargon. Dennoch gestatten die Märkte Griechenland wieder, sich weiter zu verschulden und das auch noch erstaunlich billig und wieder besseres Wissen. Bedeutet das, dass die Eurokrise vorbei ist? Mitnichten.

Zur Erinnerung, die heiße Phase der Eurokrise begann Ende 2009 mit der Ankündigung Griechenlands, ein Schuldenproblem zu haben und der darauf folgenden Einrichtung der EFSF (European Financial Stability Facility) - dem ersten, provisorischen Bailout-Fonds, damals von Bundesfinanzminister Schäuble als Rettungsschirm bezeichnet.

Die Preise für Staatsanleihen der Europeripherie sanken enorm und damit stiegen die impliziten Zinssätze, die diese Schulden erzielten – unter der Annahme, dass die Anleihen nicht ausfielen. Unter solchen Umständen konnte Griechenland unmöglich Liquidität am Kapitalmarkt einsammeln; die Zinssätze die es auf frische Staatsschulden hätte bieten müssen, müssten in der Größenordnung etwa denjenigen entsprechen, die bereits gehandelt werden – viel zu teuer. Da blieb nur der Bailout durch die anderen Mitglieder der Eurozone und durch den IWF.

Von den Bailouts zeigten sich die Käufer von griechischen Staatsschulden allerdings weitgehend unbeeindruckt – die Kurse blieben schwach, die Renditen hoch. Griechenland war knapp davor, aus der Eurozone auszuscheiden, um seine in Euro notierten Staatsschulden mit einer neuen Währung abwerten zu können.

Das brachte EZB-Chef Draghi im Sommer 2012 zur Ankündigung, „zu tun, was auch immer notwendig sei“, um den Euro zu stabilisieren. Diese als whatever-it-takes bekannt gewordene Ankündigung wurde später im Outright Monetary Transactions (OMT) Programm der EZB konkretisiert – unter gewissen Umständen kauft die EZB soviel Staatsschuld auf, wie notwendig ist, um die Preise auf einem „angemessenen“ Niveau zu halten.

Man kann trefflich darüber streiten, was OMT genau ist, ob es legal ist oder ob die EZB damit ihr Mandat verletzt – eines ist unstrittig: die Marktrenditen der Staatsschulden Griechenlands schrumpfen deutlich und liegen heute wieder in einem Bereich, der es Griechenland erlaubt, neue Staatsschulden auszugeben. Das OMT-Programm garantiert, dass kein Land der Eurozone über seine Staatsschulden insolvent werden kann und senkt damit den Risikoaufschlag, den Investoren verlangen.

Alles im Griff, könnte man also meinen. In der Tat sieht es in der Europeripherie nicht mehr so schlecht aus, wie noch vor zwei Jahren. Griechenlands Reformprogramm scheint erste Wirkung zu zeigen, doch sind die strukturellen Probleme der Peripherie im Besonderen und der Eurozone im Ganzen noch weit davon entfernt gelöst zu sein. Dieser Analyse steht der Fakt entgegen, dass die Investoren nur noch Zinsen verlangen, die etwa auf Vorkrisenniveau liegen, obwohl Griechenlands Schuldenquote (Staatsschulden im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung) sogar deutlich höher liegt als zuvor. Da der Markt immer recht hat, muss ein weiterer Faktor im Spiel sein.

Die Antwort liefert  die EZB. Seit beinahe vier Jahren liegt der Leitzins bei (so gut wie) Null, um die Kreditvergabe der Banken zu stimulieren und die Wirtschaftstätigkeit zu erhöhen. Auch die US-Zentralbank Fed und die britische Zentralbank Bank of England haben den Leitzins auf Null gesenkt. Soweit ist das normal in einer Wirtschaftskrise (ob es sinnvoll, effektiv oder effizient ist, lässt sich diskutieren). Der hauptsächliche Effekt ist zunächst einmal, dass es in der gesamten industrialisierten Welt nur noch sehr niedrige Renditen gibt.

Investoren sind also auf der Suche nach Anlagen, die wenigstens ein bisschen mehr abwerfen – exakt der Sinn einer keynesianisch motivierten Leitzzinssenkung. Dabei achten Investoren nur wenig auf das Risiko, sondern eher darauf, möglichst schnell und hoffentlich nur mit einem blauen Auge davonzukommen, sollte etwas schief gehen. Da die EZB den Ausfall von Staatsanleihen weitgehend ausschließt, sind Staatsschulden der Peripherie eine sehr lohnende Anlage: wenig Risiko, vergleichsweise hohe Rendite. Das erklärt nicht nur, warum Griechenland erfolgreich neue Staatsanleihen ausgeben konnte, sondern auch, warum es fast ausschließlich große Hedge- und Investmentfonds sowie große Finanzmanagmentfirmen waren (siehe hier), die diese Anleihen gekauft haben. Diese sind auf der Suche nach Rendite und können deutlich mehr Risiken abfedern als es Banken könnten. Banken haben aber ebenso auf der Suche nach Rendite trotzdem etwa ein Siebtel der Anleihen gekauft.

Da die EZB die Risikobewertung der Investoren abgeschaltet hat, bleibt zu befürchten, dass das Geld der neuen Staatsschulden irgendwo versickert und nicht die erforderliche Rendite erwirtschaftet. Zu hoffen bleibt freilich, dass die griechische Regierung die 3 Milliarden Euro in die Modernisierung von Infrastruktur und Verwaltung steckt. Nach dem „Ease of Doing Business“-Index der Weltbank ist Griechenland nur an 72. Stelle – deutlich verbessert zwar, aber immer noch mit viel Luft nach oben. Das Geld wäre hier gut angelegt: Unternehmen schaffen nicht nur Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum, sondern generieren auch Steuereinnahmen, die der griechische Haushalt dringend benötigt – nicht nur um Schulden zurückzuzahlen.

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5 vor 10: Löhne, Sozialismus, Lohnstückkosten, Sprache, Kleidung http://blog.insm.de/10059-5-vor-10-loehne-sozialismus-lohnstueckkosten-sprache-kleidung/ http://blog.insm.de/10059-5-vor-10-loehne-sozialismus-lohnstueckkosten-sprache-kleidung/#comments Mon, 21 Jul 2014 07:55:09 +0000 INSM Redaktion http://blog.insm.de/?p=10059 weiterlesen]]> Die Bundesbank verordnet höhere Löhne, Sozialismus verleitet zum Schummeln und Sprache signalisiert Macht – darum geht es heute in den Linktipps. Außerdem beantworten wir die Frage, wie man Wettbewerbsfähigkeit misst und was mit Kleiderspenden passiert.


1. Sogar die Bundesbank ist jetzt für höhere Löhne
(faz.net, Hanno Mussler)
Die Angst vor der Deflation motiviert die Deutsche Bundesbank zu ungewöhnlichen Schritten. Nun hat sie die Gewerkschaften aufgefordert, für starke Lohnsteigerungen zu kämpfen. Höhere Löhne könnten die Inflationsrate wieder näher an das Ziel der Europäischen Zentralbank von zwei Prozent bringen. Doch steigen dann die Löhne schneller als die Preise?

2. Macht der Sozialismus Menschen zu Schummlern?
(economist.com, englisch)
Sind Menschen, die in sozialistischen Staaten aufgewachsen sind, unehrlicher als jene, die in einer Marktwirtschaft aufgewachsen sind? Das behaupten nun Wissenschaftler um den Verhaltensökonomen Dan Ariely in ihrer Studie (Link). Dafür haben sie Probanden aus dem ehemaligen Ost- und Westdeutschland gebeten, an einem Spiel teilzunehmen – dabei war es möglich zu schummeln und einen geldwerten Vorteil daraus zu ziehen. Das Ergebnis: Jene Teilnehmer, die in der DDR gelebt haben, täuschten deutlich häufiger als die Westdeutschen. Der Economist erklärt, wieso man daraus keine voreiligen Schlüsse ziehen sollte.

3. Wie misst man Wettbewerbsfähigkeit?
(blog.tagesanzeiger.ch/nevermindthemarkets, Tobias Straumann)
Wenn es der Wirtschaft eines Landes nicht gut geht, wird oft verglichen, wie teuer die Produkte, die in dieser Volkswirtschaft produziert wurden, im Schnitt sind – im Vergleich zu denen in anderen Volkswirtschaften. Das Maß der Lohnstückkosten dient dazu, die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes einzuschätzen, denn nicht nur hohe Löhne und das Bruttoinlandsprodukt werden einbezogen, sondern das Maß korreliert auch mit der Produktivität. Das Maß ist aber nicht perfekt: Tobias Straumann erläutert, wieso relative Lohnstückkosten und relative Exportpreise jeweils ein ganz anderes Licht auf die Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft werfen.

4. Sprache signalisiert Macht
(businessweek.com, Joel Stein, englisch)
Im Job muss man nicht nur gut sein, man muss dies auch kommunizieren können. Aber, anders als von den meisten Menschen erwartet, werden ausgerechnet jene Menschen ernster genommen, die in ihren Reden nicht zu sehr ins Detail gehen. Stattdessen, so Joel Stein, solle man es so machen, wie in den Ted Talks: alle Informationen interpretieren und dann eine Geschichte mit ihnen erzählen.

5. Was mit den Kleiderspenden passiert
(qz.com, Elizabeth Cline, englisch)
Nicht einmal die Hälfte der Kleidung, die in den USA in den Altkleidercontainer geworfen wird, wird noch mal getragen. Viel wahrscheinlicher ist es, dass die Kleidung zu Lappen in der Industrie oder zu Dämmstoffen verarbeitet wird. Die meisten Amerikaner indes glauben immer noch, dass ihre Kleiderspende wohltätig sei. Elisabeth Cline erklärt, wie sich der Markt seit der Nachkriegszeit verändert hat und wieso die gebrauchte Kleidung seit der Finanzkrise teurer wurde.

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5 vor 10: Merkel, Organe, Blasen, Spanien, Renminbi http://blog.insm.de/10056-5-vor-10-merkel-organe-blasen-spanien-renminbi/ http://blog.insm.de/10056-5-vor-10-merkel-organe-blasen-spanien-renminbi/#comments Fri, 18 Jul 2014 07:55:14 +0000 INSM Redaktion http://blog.insm.de/?p=10056 weiterlesen]]> Heute in den Linktipps: Wie sich Angela Merkel von der Sozialen Marktwirtschaft verabschiedet hat, warum manche gut gemeinten Gesetze den Organmangel verschärfen und wie Wolfgang Schäuble künftige Finanzkrisen verhindern will. Weitere Themen: Spanien erhebt eine kuriose Steuer auf Spareinlagen und China zieht mit seiner Währung um die Welt.


1. Abkehr von Erhard
(sueddeutsche.de, Marc Beise)
Angela Merkel wurde gestern 60 Jahre alt. Für viele Journalisten ist das Anlass genug, um sich etwas grundsätzlicher mit der Regierungschefin auseinanderzusetzen. Marc Beise wirft einen Blick auf die Wirtschaftspolitik der Kanzlerin und findet, ein ordnungspolitischer Kompass sei ihr fremd geworden. Das Prinzip Merkel ist aus seiner Sicht “vermutlich so endlich wie der Wirtschaftsboom, den Deutschland derzeit erlebt.” Ihr viel gerühmter Pragmatismus blicke nicht über den Tag hinaus.

2. So geht der Staat an die Nieren
(blogs.faz.net, Patrick Bernau)
Der Mangel an Spenderorganen ist weltweit eklatant. Politiker nehmen sich des Problems an. Ihre Maßnahmen führen aber oftmals nicht zu dem gewünschten Ziel. Ökonomische Studien zeigen, dass die Zahl der Organspender sogar sinken kann, wenn der Staat von seinen Bürgern verlangt, sich stärker mit dem Thema zu befassen.

3. Haltet mal die Luft an
(zeit.de, Mark Schieritz)
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat, von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, ein mächtiges Gremium geschaffen: Es soll künftige Finanzkrisen verhindern, indem es im Fall von Spekulationsblasen einschreitet. Die Befugnisse sind weitreichend. Im besten Fall lassen sich Turbulenzen an den Finanzmärkten mit dem wirtschaftspolitischen Experiment verhindern. “Doch wie bei jedem Experiment besteht auch hier die Gefahr, dass es außer Kontrolle gerät”, warnt Mark Schieritz.

4. Spanien knöpft Banken Steuer auf Guthaben der Sparer ab
(kurier.at)
Spanien hat im vergangenen Jahr eine Steuer auf Bankeinlagen eingeführt. Deren kuriose Höhe: 0,0 Prozent. Doch dabei blieb es nicht lange. Anfang Juli wurde der Steuersatz auf 0,03 Prozent erhöht. Der spanische Fiskus will damit 400 Millionen Euro einnehmen. Abführen müssen die Steuer zwar die Banken. Doch es ist damit zu rechnen, dass auch die Sparer die zusätzliche Last zu spüren bekommen werden.

5. Chinas Renminbi-Offensive
(capital.de, Sandra Heep)
China schickt seine Währung um den Globus. Auch in Deutschland erhoffen sich die Finanzmärkte davon gute Geschäfte: Frankfurt soll als Clearing-Stelle zur Abwicklung von Renminbi-Geschäften etabliert werden. Hat die Währung des aufstrebenden Milliardenvolkes das Zeug, dem amerikanischen Dollar ernsthafte Konkurrenz zu machen? Vermutlich nicht: Dafür müsste die chinesische Führung erst die Liberalisierung der Kapitalmärkte radikal vorantreiben, findet Sandra Heep.

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5 vor 10: Rente, China, Paternalismus, Reichtum, Rating http://blog.insm.de/10054-5-vor-10-rente-china-paternalismus-reichtum-rating/ http://blog.insm.de/10054-5-vor-10-rente-china-paternalismus-reichtum-rating/#comments Thu, 17 Jul 2014 07:55:57 +0000 INSM Redaktion http://blog.insm.de/?p=10054 weiterlesen]]> Heute in den Linktipps: Was Deutschland von Schweden lernen kann und weshalb ein Crash in China schlimmere Folgen hätte als der Zusammenbruch von Lehman Brothers 2008. Außerdem: eine merkwürdige EZB-Studie über Reiche, eine neue Form staatlicher Bevormundung und Deutschlands hohes Ansehen an den Finanzmärkten.


1. Bei der Rente kann man von den Schweden lernen
(avenir-suisse.ch, Alois Bischofberger)
Auch nach der Verabschiedung des Rentenpakets bleibt die Altersversorgung in Deutschland reformbedürftig. Ein Vorbild bietet Schweden: Ein Umbau des Rentensystems in den 90er Jahren hat für Stabilität und finanzielle Nachhaltigkeit gesorgt – unter anderem mit mehr Flexibilität für die Beschäftigten.

2. Was ein Crash in China für die Welt bedeuten würde
(bloombergview.com, William Pesek, englisch)
Im September des Jahres 2008 herrschte an den Finanzmärkten Angst und Schrecken. Der Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers führte zu Schockwellen rund um die Welt. Nun hat China mit einer Kreditkrise zu kämpfen; die Gefahr eines Crashs steigt. Und die Auswirkungen für die Weltwirtschaft wären womöglich deutlich schlimmer als die Krise von 2008.

3. Paternalismus – wissenschaftlich gelenkte Individuen
(novo-argumente.com, Julian Mintert)
Viele Menschen handeln nicht strikt rational und sind daher in ihren Entscheidungen beeinflussbar. Bestimmte Düfte oder die Platzierung von Produkten haben beispielsweise Einfluss darauf, ob diese gekauft werden oder nicht. Vertreter des libertären Paternalismus wollen sich die Manipulierbarkeit zunutze machen, um die Bürger zu besseren Entscheidungen zu lenken. Dagegen gibt es allerdings nicht nur philosophische Einwände.

4. Die nackte Wahrheit
(diepresse.com, Hanna Kordik)
Das Vermögen der Reichen ist größer als bisher gedacht, ergab eine Studie des Ökonomen Philip Vermeulen von der Europäischen Zentralbank. Der hat sich dabei unter anderem auf die Reichen-Liste des US-Magazins “Forbes” gestützt, was Hanna Kordik für fragwürdig hält: Das Ranking basiere großteils auf Schätzungen und Vermutungen.

5. “Der Euro stützt das deutsche Spitzen-Rating”
(wiwo.de, Tim Rahmann)
Nur zwölf Länder haben die Spitzenbewertung der amerikanischen Ratingagentur Standard & Poor’s. Deutschland ist eines davon, obwohl die Schuldenlast von fast 80 Prozent des Bruttoinlandsproduktes vergleichsweise hoch ist. Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung erklärt, weshalb die Bundesrepublik an den Finanzmärkten dennoch ein so hohes Ansehen genießt.

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5 vor 10: Wettbewerb, Steueroasen, Eurokrise, Piketty, Argentinien http://blog.insm.de/10051-5-vor-10-wettbewerb-steueroasen-eurokrise-piketty-argentinien/ http://blog.insm.de/10051-5-vor-10-wettbewerb-steueroasen-eurokrise-piketty-argentinien/#comments Wed, 16 Jul 2014 07:55:52 +0000 INSM Redaktion http://blog.insm.de/?p=10051 weiterlesen]]> Heute in den Linktipps: Warum Wettbewerb das Wachstum ankurbelt und Argentinien nicht nur im WM-Finale verloren hat. Außerdem: Die Eurokrise schlägt zurück, Piketty vergisst bei seiner Analyse die Arbeitslosigkeit und ein französischer Ökonom fordert Strafzölle gegen das Steuerparadies Schweiz.


1. Wettbewerb bringt Wachstum
(blogs.faz.net, Patrick Bernau)
Patrick Bernau stellt im Fazit-Blog eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung vor. Die Ökonomen untersuchten, ob ein strenges Wettbewerbsrecht das Wachstum unterstützt. Das Ergebnis: Je wirkungsvoller die Marktmacht großer Unternehmen begrenzt wird, desto schneller wächst die Produktivität einer Branche.

2. Den Milliarden auf der Spur
(sueddeutsche.de, Bastian Brinkmann)
Der junge französische Ökonom Gabriel Zucman geht davon aus, dass in der Schweiz rund 1.000 Milliarden Euro aus dem europäischen Ausland gebunkert sind – und vermutlich größtenteils illegal dorthin gebracht wurden. Damit die Schweiz die Vermögen nicht weiter versteckt, schlägt Zucman Strafzölle gegen die Eidgenossen vor.

3. Warum die Wirtschaftskrise kein Ende findet
(blog.tagesanzeiger.ch, Markus Diem Meier)
Spekulationen um die protugiesische Bank Espirito Santo haben die Eurokrise plötzlich wieder aufleben lassen. Markus Diem Meier wundert das nicht, denn die Verschuldung der Krisenländer ist weiterhin groß und das Wachstum zu gering, um die Kredite abzutragen. Als Ausweg sieht er nur einen Schuldenschnitt wie in Griechenland.

4. Piketty, das Kapital und die Arbeit
(blog.zeit.de, Hagen Krämer)
Der Karlsruher Ökonomieprofessor Hagen Krämer greift den französischen Bestseller-Autoren Thomas Piketty an: Bei seiner Analyse der Vermögensverteilung lasse der Franzose die Einkommen völlig außer Acht. Insbesondere vermisst Krämer, dass sich Piketty so gut wie überhaupt nicht mit Arbeitslosigkeit auseinandersetzt.

5. Das Ende eines Wintermärchens
(zeit.de, Anreas Fink)
Während Deutschland jubelt, trauert Argentinien und wacht aus dem WM-Traum auf. Im Gegensatz zum Weltmeister läuft es beim Verlierer des WM-Finales wirtschaftlich überhaupt nicht rund. Die Inflationsraten sind zweistellig, der Staat steht kurz vor dem Staatsbankrott – und verhandelt mit seinen Gläubigern von der Wall Street. “In den kommenden Wochen muss Argentinien also ein zweites Finale spielen, jedoch nicht im Maracana, sondern in Manhattan”, schreibt Andreas Fink.

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5 vor 10: Mittelstand, Bevormundung, Mindestlohn, Handel, Gerechtigkeit http://blog.insm.de/10048-5-vor-10-mittelstand-bevormundung-mindestlohn-handel-gerechtigkeit/ http://blog.insm.de/10048-5-vor-10-mittelstand-bevormundung-mindestlohn-handel-gerechtigkeit/#comments Tue, 15 Jul 2014 07:55:15 +0000 INSM Redaktion http://blog.insm.de/?p=10048 weiterlesen]]> Was macht den deutschen Mittelstand so besonders – und so schwer zu kopieren? Wie kolonisiert die zunehmende Regulierung im “Nanny-Staat” Geist und Körper? Wo findet man die viel zitierte arme Friseurin, wieso profitieren wir vom Handel und was bedeutet eigentlich Gerechtigkeit? Mit diesen Fragen beschäftigen sich heute die Linktipps.


1. Deutsche Lehrstunde
(economist.com, englisch)
Der Mittelstand in Deutschland ist bescheiden, unbekannt, oft abgelegen in der Provinz – und das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Kein Wunder, dass andere Länder ihn ebenfalls gerne hätten. Dafür schicken etwa die Chinesen auch gerne Besucher nach Deutschland, die sich das System Mittelstand genauer ansehen sollen. Auch der Economist hat das deutsche Erfolgsmodell genauer unter die Lupe genommen: Dabei wird deutlich, wieso sich das Modell nicht ohne weiteres kopieren lässt.

2. Nanny-Staat: Kolonisierter Geist
(Novo Argumente, Brendan O’Neill)
Nanny-Staat – so nennt man heute den Staat, der die Menschen in kleinen Dingen bevormundet und ihr Verhalten steuern will. Vom Rauchverbot bis Glühbirnenwahn findet man seine Spuren. Mittlerweile habe das Phänomen solche Ausmaße angenommen und an Systematik zugenommen, dass der eher harmlose Begriff “Nanny” eigentlich viel zu schwach sei, meint Brendan O’Neill. Hinter dem Ganzen stehe eine keineswegs harmlose totalitäre Philosophie der “Kolonialisierung des Geistes und des Körpers”.

3. Auf der Suche nach der armen Friseurin
(zeit.de, Axel Hansen)
Axel Hansel ist auf der Suche nach einem Mythos: den schlecht verdienenden Friseurinnen aus dem Osten des Landes, die als Legitimation für den Mindestlohn herhalten – “Das viel zitierte Beispiel der Peggys und Mandys aus dem Osten, die für drei, vier oder fünf Euro schneiden, färben und föhnen, war der Treibstoff der Debatte.” Hansen spricht mit dem Verband, der Innung – und er rechnet rum. Ergebnis: Den meisten geht es nicht so schlecht, wie die Medien behaupten.

4. Wohlfahrtsgewinne des Handels
(voxeu.org, Konstantins Benkovskis und Julia Woerz, englisch)
Die Wohlfahrtsgewinne der Konsumenten, die sich durch den Handel ergeben, kommen nicht nur durch niedrigere Importpreise, sondern auch durch eine größere Produktvielfalt und bessere Qualität zu Stande. Das werde in vielen offiziellen Statistiken nicht ausreichend berücksichtigt. Oft sähen die Wohlfahrtsgewinne durch den Handel deshalb geringer aus, als sie tatsächlich seien.

5. Die Gerechtigkeits-Inflation
(blicklog.com, Karl-Heinz Thielmann)
Es soll gerecht zugehen im Land, da sind sich alle einig. Wirklich? Karl-Heinz Thielmann hat sich die verschiedenen Gerechtigkeitskonzepte angesehen. Er beschreibt, wieso diese sich teilweise grundlegend widersprechen oder wieso der Begriff zur Worthülse geworden ist. Sein Fazit: “Man sollte jedem misstrauen, der mit Gerechtigkeit argumentiert. Ausnahmslos jedem.”

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5 vor 10: WM-Titel, Krise, Nahverkehr, Schweiz, Europa http://blog.insm.de/10044-5-vor-10-wm-titel-krise-nahverkehr-schweiz-europa/ http://blog.insm.de/10044-5-vor-10-wm-titel-krise-nahverkehr-schweiz-europa/#comments Mon, 14 Jul 2014 07:55:06 +0000 INSM Redaktion http://blog.insm.de/?p=10044 weiterlesen]]> Was der WM-Titel den Deutschen bringt, wie die letzte Finanzkrise heißen sollte und auf welche Weise man den öffentlichen Nahverkehr effizienter machen könnte – das sind die Themen der heutigen Linktipps. Zudem: Wie ergeht es deutschen Auswanderern in der Schweiz? Und steht Europas Wirtschaft vor einer Katastrophe?


1. Für das ganze Land und nicht nur den Sport
(handelsblatt.com, Stefan Menzel)
Deutschland ist Weltmeister. Doch was haben wir eigentlich davon? Stefan Menzel, stellvertretender Chefredakteur von Handelsblatt Online, ist überzeugt, dass der Titel uns auch in Zukunft noch helfen wird, “auch außerhalb des Sports”, im Inland und im Ausland. “Der Streit um die Rente, die hohen Strompreise, die mögliche Einführung einer Maut – alles geht leichter von der Hand mit einem Lächeln, ausgelöst durch den Titel”, schreibt Stefan Menzel. Der Titel beschere allen Deutschen einen ungezwungeneren Umgang mit der eigenen Nation. Die Wirkung im Ausland sei aber mitunter noch bedeutender.

2. Welchen Namen geben wir der Krise?
(blog.tagesanzeiger.ch, Tobias Straumann)
Wie wird die Finanzkrise, deren Wucht sich durch den Crash von Lehman Brothers offenbarte, in die Geschichtsbücher eingehen? Tobias Straumann hat für Nevermindthemarkets einige Ideen für die Namensgebung zusammengetragen. Ist es eine “Great Recession” oder nur ganz unprätentiös “Die Krise von 2007 bis 2009”? So recht überzeugt hat Tobias Straumann keiner der Vorschläge.

3. Die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs
(marginalrevolution.com, Tyler Cowen, englisch)
Eigentlich nicht besonders effizient, diese Busse und Straßenbahnen – fahren immer, auch wenn kaum jemand drinsitzt. Die Stadt Helsinki hat dieses Problem erkannt: Bis zum Jahr 2025 will sie den öffentlichen Nahverkehr derart revolutionieren, dass Bürger auf Anfrage per Smartphone eine Fahrt buchen können. Gibt es also bald Taxis für alle?

4. Herrlich behaglich in der Schweiz
(faz.net, Jürgen Dunsch)
Sie “führen Konzerne und Straßenbahnen”, jene Deutschen, die in die Schweiz ausgewandert sind. Jürgen Dunsch liefert eine Bestandsaufnahme: Wie leben die rund 300.000 Deutschen in der Schweiz, in den tollen Landschaften und mit den vergleichsweise üppigen Gehältern? Spüren sie tatsächlich etwas von der “Abneigung der Schweizer gegen ihre nördlichen Nachbarn”? Jürgen Dunsch hat Auswanderer in allen Positionen befragt.

5. Anatomie einer angekündigten Katastrophe
(weitwinkelsubjektiv.com, André Kühnlenz)
Die weitere Erholung der Wirtschaft in Europa steht auf der Kippe, schreibt André Kühnlenz. Das liege daran, dass Europas Regierungen zu viel sparen und Europäer ihr Geld im Ausland anlegen: “Wir exportieren unseren Exportüberschuss als Erspartes und die Ausländer kaufen damit praktisch unsere überschüssigen Produkte aus dem Euroland”, schreibt Kühnlenz. Die Geldanlage in Schwellenländern versprach ordentliche Renditen. Doch jetzt werten die Währungen dieser Länder ab, und das Kaufen europäischer Produkte wird zu teuer. Sind wir so abhängig, dass ein Einbrechen für unsere Volkswirtschaft tatsächlich eine Katastrophe bedeutet?

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Verzweifelte Maßnahmen: Die Geldpolitik der EZB http://blog.insm.de/9907-verzweifelte-massnahmen-die-geldpolitik-der-ezb/ http://blog.insm.de/9907-verzweifelte-massnahmen-die-geldpolitik-der-ezb/#comments Fri, 11 Jul 2014 12:48:23 +0000 Benjamin Schäfer http://blog.insm.de/?p=9907 weiterlesen]]> Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) bedient sich weiterer unkonventioneller Mittel, um die wirtschaftliche Entwicklung anzukurbeln und die drohende Deflation abzuwenden. Die Folgen dieses Experiments sind schwer einschätzbar. Anstelle krankende Unternehmen am Leben erhalten zu wollen, sollte die EZB sich auf andere Ziele konzentrieren. Fest steht: Verlassen kann man sich auf die Geldpolitik nicht mehr.


Ökonomisch wird jüngste die Leitzinssenkung auf 0,15 Prozent nichts bringen – bereits seit Jahren besteht das Problem nicht darin, dass zu wenig Geld im Umlauf ist, schließlich bedient die EZB im Rahmen ihrer so genannten Fixed Rate/Full Allotment Politik jede Liquiditätsnachfrage voll. Freilich gegeben, dass die Banken Sicherheiten bieten – aber auch da ist die EZB mehr als entgegenkommend.

Frank Schäfflers Bemerkung, die EZB würde bald auch „alte Fahrräder“ als Sicherheit annehmen ist freilich übertrieben, trifft aber im Kern die Wahrheit. Die Liste der Wertpapiere, die als Sicherheit gegen Zentralbankliquidität verwendet werden können, ist deutlich länger als noch vor der Krise. Und es befinden sich Wertpapiere darunter, die nicht wirklich als „Sicherheit“ dienen können.

Nein, mangelnde Liquidität ist nicht das Problem, sondern dass die Liquidität nicht in der Wirtschaft ankommt. Die Banken haben sich von den bisherigen Schüssen der “Dicken Bertha” – die LTROs vom Dezember 2011 und Februar 2012 – hauptsächlich Staatsanleihen gekauft, weil die EZB diese zunächst mit SMP und dann mit OMT geschützt hat.

Das will die EZB jetzt ändern. Im September und im Dezember soll die “Dicke Bertha” zwei weitere Male schießen, diesmal allerdings nicht blind, sondern gezielt. Das Stichwort heißt Targeted Long-term Refinancing Operation (TLTRO). Die Banken bekommen nur dann etwas, wenn sie es als Kredit an Unternehmen vergeben, die im Augenblick keinen Kredit erhalten. Damit greift die EZB direkt in den Kreditmarkt ein und umgeht die Risikoanalyse der Banken.

Zweifellos sind die Banken nervös, gegeben all die Stresstests, erhöhte Kapitalanforderungen, politisch-motivierte Anfeindungen (‘Bankster’) und stellenweise auch die Versuche, die eigene Haut zu retten. Dass die Banken da nicht sonderlich viel Augenmerk auf die Vergabe von Krediten an Unternehmen legen, ist zumindest verständlich. Immerhin sagt man ihnen, dass sie bitteschön ihre Bilanzen schrumpfen sollen, aber gleichzeitig sollen sie auch die Liquiditätsexpansion der EZB in die Wirtschaft tragen, also Kredite in ihre Bilanz aufnehmen. Da muss man kein Ökonom sein, um zu sehen, dass das widersprüchlich ist.

Es ist jedoch genau der Job von Banken das zu tun: Sparer und Investoren zu verbinden. Insofern ist das Schrumpfen der Banken – so notwendig es für die Stabilität des Finanzsystems ist – kontraproduktiv, weil es die Kreditklemme verschärft. Vielleicht hätte man mit dem Schrumpfen der Banken warten sollen bis die Krise überwunden ist.

Dazu kommt, dass die Banken sehr gut wissen, warum sie angesichts schrumpfender Wirtschaftsleistung wenig investieren. Das Risiko ist zu hoch. Die EZB will die Banken ermutigen, wider besseren Wissens in die Peripherie zu investieren. Doch dort gibt es einfach Unternehmen, die es nicht verdient haben auf dem Markt zu bleiben. Die TLTROs beschützen also “Zombieunternehmen”, was wiederum den gesunden Firmen schadet. Dieser Eingriff in den Kreditmarkt und die Umgehung der Risikoanalyse der Banken ist der eigentliche Knaller der Zinsentscheidung der letzten Woche.

Ein Vorschlag wäre, die privatwirtschaftliche Anpassung – sprich das Pleitegehen von unrentablen Unternehmen – auszusitzen, aber die Effekte über Infrastrukturinvestitionen abzumildern. In der Peripherie sowieso, aber auch in Deutschland gibt es bei Straßen, Brücken, Eisenbahnen und der Breitbandversorgung einen gewaltigen Investitionsstau.

Wenn die EZB unbedingt mit Geld um sich werfen will, dann sollte Mario Draghi mit der “Dicken Bertha” auf die Infrastruktur zielen. Das ist produktiv, notwendig und stört die privatwirtschaftliche Anpassung nur wenig, legt aber den Grundstein für modernes Wirtschaften. Auch und gerade in der Peripherie.

Die eigentliche Aufgabe liegt aber nach wie vor bei den Regierungen. Sie müssen durch Reformen die politische Grundlage für Wirtschaftswachstum schaffen – auch wenn es Wählerstimmen kosten sollte. Als Beispiel können Spanien und Irland dienen. Politische Sicherheit erzeugt Vertrauen, die Grundlage für alles Wirtschaftswachstum. Es geht nicht ohne. Mario Draghi weiß das. Seine Maßnahmen sind gefährlich, aber wohl das beste was die Zentralbank noch zu leisten vermag, angesichts der Unfähigkeit der Regierungen, ihren Teil zum Aufschwung beizutragen.

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5 vor 10: Geldpolitik, Portugal, Eurokrise, Singapur, Fußball http://blog.insm.de/10038-5-vor-10-geldpolitik-portugal-eurokrise-singapur-fussball/ http://blog.insm.de/10038-5-vor-10-geldpolitik-portugal-eurokrise-singapur-fussball/#comments Fri, 11 Jul 2014 07:55:10 +0000 INSM Redaktion http://blog.insm.de/?p=10038 weiterlesen]]> Heute in den Linktipps: Die gute Stimmung an den Finanzmärkten ist vorüber. Anleger sorgen sich wegen einer möglichen Bankenkrise in Portugal, Schwellenländer fürchten das Ende der lockeren Geldpolitik in den USA und in Deutschland verdrängt man die Probleme lieber. Außerdem: Warum die bislang wertvollste Banknote abgeschafft wird und was die ökonomische Theorie zur Analyse des WM-Finales beizutragen hat.


1. Das Ende der Geldflut
(handelsblatt.com, Jörg Hackhausen und Jan Mallien)
85 Milliarden US-Dollar pumpte die amerikanische Notenbank als Folge der Krise monatlich in die Märkte mit dem Ziel, die Wirtschaft anzukurbeln. Seit Anfang des Jahres wird die Geldspritze stetig zurückgefahren und inzwischen steht fest: Im Oktober soll das außergewöhnliche Programm ganz auslaufen. Die Auswirkungen dieser Entscheidung werden rund um den Globus zu spüren sein.

2. Portugals Banco Espírito stürzt Aktienmärkte weltweit ins Chaos
(wsj.de, Josie Cox)
Die Angst ist auf die Finanzmärkte zurückgekehrt: Die Banco Espírito Santo, Portugals größtes börsennotiertes Geldhaus, ist in Schwierigkeiten geraten. Anleger fürchten, dass die Bank zusammenbrechen könnte. Die Finanzwelt sorgt sich vor einer Schockwelle, die auch außerhalb Portugals schwerwiegende Folgen hätte.

3. Deutschland verdrängt die Krise
(zeít.de, Sebastian Dullien)
Es ist ruhig geworden, um den Euro: Die enormen Zinsen, die südeuropäische Staaten auf dem Höhepunkt der Krise bezahlen mussten, haben sich auf Normalmaß eingependelt. Auch von Austritten aus der Eurozone ist keine Rede mehr. Dennoch muss der Euroraum grundlegende Reformen angehen, um künftige Krisen zu verhindern. Doch sowohl die deutsche Politik als auch die Bevölkerung scheinen den Handlungsbedarf zu verdrängen.

4. Das Aus für die wertvollste Banknote der Welt
(tagesanzeiger.ch)
Singapur ist die Heimat zahlreicher Milliardäre. Der Reichtum des südostasiatischen Stadtstaates ist auch an den Banknoten zu erkennen: Wer will, kann seine Geschäfte mit dem 10.000-Singapur-Dollar-Schein abwickeln. Der umgerechnete Wert der Banknote: knapp 6.000 Euro. Singapur verfügt damit über den weltweit wertvollsten Geldschein, der tatsächlich im Umlauf ist. Doch nun verabschiedet sich das Land von diesem Rekord: Weil vor allem Kriminelle den Geldschein nutzten, wird er künftig nicht mehr hergestellt.

5. Die Wahrheit über Fußball-Smalltalk
(sueddeutsche.de, Marc Beise, Video)
Am Sonntagabend spielt die deutsche Nationalelf gegen Argentinien um den Weltmeistertitel. Im Vorfeld werfen die Kommentatoren mit einer Vielzahl von ökonomischen Begriffen um sich, um die anstehende Partie zu analysieren: Von statistischen Wahrscheinlichkeiten ist die Rede, von Spieltheorie und Marktwerten. Aber ergeben diese Kategorien im Fußball wirklich Sinn? Marc Beise klärt auf.

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