INSM Blog http://blog.insm.de Ökonomie verstehen Thu, 31 Jul 2014 07:55:15 +0000 de-DE hourly 1 5 vor 10: Argentinien, Steuern, Kapitalismuskritik, Mietpreisbremse, Sanktionen http://blog.insm.de/10114-5-vor-10-argentinien-steuern-kapitalismuskritik-mietpreisbremse-sanktionen/ http://blog.insm.de/10114-5-vor-10-argentinien-steuern-kapitalismuskritik-mietpreisbremse-sanktionen/#comments Thu, 31 Jul 2014 07:55:08 +0000 INSM Redaktion http://blog.insm.de/?p=10114 weiterlesen]]> Heute in den Linktipps: Was Argentiniens Zahlungsausfall bedeutet, wann hohe Steuern zur Revolte führen und warum neue Ausnahmen bei der Mietpreisbremse eine gute Idee sind. Außerdem: Die argumentative Schwäche der Kapitalismuskritik und die Schlupflöcher in den Russland-Sanktionen des Westens.


1. Argentinien bedient seine Schulden nicht mehr
(faz.net, Patrick Welter)
Eine Einigung in letzter Minute ist ausgeblieben, die Verhandlungen zwischen Argentinien und seinen Gläubigern sind gescheitert. Damit kommt es innerhalb von 13 Jahren zum zweiten Mal zu einem Zahlungsausfall des lateinamerikanischen Landes. Weil einzelne Schuldpapiere nicht bedient wurden, können nun auch andere Gläubiger die sofortige Rückzahlung verlangen. Es geht dabei um bis zu 29 Milliarden Dollar.

2. Wann hohe Steuern zur Revolte führen
(mises.org, Peter St. Onge, englisch)
Zu hohe Steuern haben in der Geschichte der Menschheit schön öfter Revolutionen ausgelöst. Doch ab welcher Steuerlast beginnt sich das Volk zu wehren? Der chinesische Philosoph Sunzi, der 500 Jahre vor Christus lebte, hatte klare Vorstellungen: Die magische Grenze liegt ihm zufolge bei 70 Prozent. Taugt  seine Analyse auch heute noch als Maßstab?

3. Ist Geld der Ursprung allen Übels?
(novo-argumente.com, Brendan O’Neill)
Mehr Geld ermöglicht uns ein einfacheres und besseres Leben, dennoch wird das Streben danach oft verteufelt. Für Brendan O’Neill ist klar: Geld ist nicht unmoralisch, höchstens das, was Menschen damit machen. “Es ist bezeichnend, dass es stets diejenigen mit Geld sind, die es am meisten verfluchen”, schreibt O’Neill. “Gegen Geld und Wachstum zu sein, können sich nämlich nur die Wohlhabenden leisten.”

4. Späte Entscheidung, gute Entscheidung
(sueddeutsche.de, Marc Beise, Video)
Die Bundesregierung rudert bei der Mietpreisbremse zurück: Deutlich mehr Ausnahmen soll es geben, mit denen Mieten frei festgesetzt werden können. Aus ordnungspolitischer Sicht ist das eine gute Nachricht: So bleiben Anreize, neue Wohnungen zu bauen erhalten. Justizminister Heiko Maas sagt, er wolle so die Investitionsbereitschaft erhalten. Marc Beise gratuliert im Videoblog: “Glückwunsch, da hätte man auch früher draufkommen können.”

5. Die Schlupflöcher der Russland-Sanktionen
(wsj.de, David Enrich, Gabriele Steinhauser und Matthew Dalton)
Mit seinen Sanktionen gegen die russische Wirtschaft will der Westen Präsident Wladimir Putin unter Druck setzen. Doch zumindest kurzfristig dürften die Auswirkungen der Strafmaßnahmen nicht allzu groß sein: Die EU und die USA haben vor allem beim Umgang mit russischen Banken zahlreiche Ausnahmen eingefügt.

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5 vor 10: Sanktionen, Kapitalismus, Draghi, Griechenland, Fed http://blog.insm.de/10111-5-vor-10-sanktionen-kapitalismus-draghi-griechenland-fed/ http://blog.insm.de/10111-5-vor-10-sanktionen-kapitalismus-draghi-griechenland-fed/#comments Wed, 30 Jul 2014 07:55:32 +0000 INSM Redaktion http://blog.insm.de/?p=10111 weiterlesen]]> Heute in den Linktipps: Wie Sanktionen Russland schaden, warum die These, der Kapitalismus erkaufe sich Zeit, schwach begründet ist und warum eine lockerere Geldpolitik vielleicht gegen Deflation hilft. Außerdem: Griechenland kann endgültig gerettet werden und die amerikanische Fed riskiert eine grassierende Inflation in den USA.


1. Was die Sanktionen in Russland schon angerichtet haben
(qz.com, Tim Fernholz, englisch)
Man kann darüber streiten, ob Sanktionen politisch sinnvoll sind – der russischen Wirtschaft schaden sie aber auf jeden Fall schon jetzt. So haben sich Kreditkosten für den russischen Staat bereits stark erhöht, weil Investoren das Land meiden. Mittlerweile sind die Renditen für russische Anleihen bei fast zehn Prozent. Selbst bei europäischen Krisenstaaten betragen sie nur einen Bruchteil davon.

2. Kauft der Kapitalismus Zeit?
(FAZit-Blog, Malte Faber und Thomas Petersen)
Wolfgang Streeck hat in seinem Buch “Gekaufte Zeit. Die vertagte Krise des demokratischen Kapitalismus” die These aufgestellt, der Kapitalismus habe sich seit den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts mit unterschiedlichen Mitteln „Zeit gekauft“ und stoße mit dieser Strategie nunmehr an eine definitive Grenze. Malte Faber und Thomas Petersen halten diese These für schwach begründet: “Sie scheint eher eine Variante der Erwartung des baldigen Zusammenbruchs der kapitalistischen Wirtschaft zu sein, die auch schon Karl Marx hegte. Auch bei Marx stand das schon im Widerspruch zu seinen eigenen Analysen.”

3. Deutsche, foult den Draghi nicht
(capital.de, Melvyn Krauss)
Löhne erhöhen, um die Inflation anzuheizen? Besser nicht, empfiehlt Melvyn Krauss, emeritierter Wirtschaftsprofessor an der New York University. Das würde nur die deutsche Wettbewerbsfähigkeit aufs Spiel setzen. Für eine elegantere Lösung hält der Ökonom das “Quantitative Easing”, also die Schleusen zu öffnen und die Märkte mit Geld zu fluten. Das würde den deutschen Export dank niedrigerem Eurokurs sogar stärken. EZB-Chef Mario Draghi fordert das schon lange – komischerweise hacken die Deutschen aber auf ihn ein.

4. Eine Alternative für Griechenland
(faz.net, Marcel Fratzscher)
Griechenland steckt immer noch in der Krise, die Regierung fordert bereits einen weiteren Schuldenschnitt. Statt dem zuzustimmen schlägt DIW-Chef Marcel Fratzscher vor, die Zinszahlungen des Landes an sein Wirtschaftswachstum zu koppeln. Griechenland hätte mehr Luft, die Schulden zu begleichen und für die Gläubiger würde das Risiko von Kreditausfällen sinken.

5. Die Fed ist zu spät dran
(wiwo.de, Stefan Bielmeier)
Die Konjunktur in den USA zieht an. Jetzt wäre es eigentlich an der Zeit, die Zinsen zu erhöhen. Doch die Fed zögert. Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt der DZ-Bank, hält das für einen Fehler. “Verfolgt die Fed diese Politik noch länger, besteht die Gefahr, dass der Exit aus der expansiven Politik zu spät erfolgt”, schreibt er für die Wiwo. Die Folge: Grassierende Inflation und instabile Finanzmärkte.

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5 vor 10: Reputation, Finnland, Unternehmerinnen, Verhaltensökonomie, Lohnwirkung http://blog.insm.de/10107-5-vor-10-reputation-finnland-unternehmerinnen-verhaltensoekonomie-lohnwirkung/ http://blog.insm.de/10107-5-vor-10-reputation-finnland-unternehmerinnen-verhaltensoekonomie-lohnwirkung/#comments Tue, 29 Jul 2014 07:55:11 +0000 INSM Redaktion http://blog.insm.de/?p=10107 weiterlesen]]> Top-Manager scheitern eher an ihrem Ruf als an der Performance des Unternehmens, Verhaltensökonomie kann makroökonomische Modelle verbessern und Europas neues Sorgenkind kommt aus dem Norden – darum geht es heute in den Linktipps. Außerdem: Warum weibliche Unternehmerinnen glücklich sind und Notenbanken höhere Löhne als Mittel gegen Deflation sehen.


1. Woran Top-Manager scheitern
(faz.net, Rainer Hank und Georg Meck)
Schon ein geschädigter Ruf kann einen Manager zu Fall bringen, selbst wenn seine Leistung in Ordnung war. “Die Wahrnehmung eines Managers in der Öffentlichkeit ist für dessen Wohl und Wehe wichtiger als die Leistung, die sich an Gewinn, Aktienkurs oder Beschäftigungsentwicklung des Unternehmens bemisst”,  schreiben Rainer Hank und Georg Meck in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Berater von Roland Berger haben sich die Karriereverläufe von 45 Top-Managern angesehen. Erstaunlich: Bis in die Neunziger Jahre zählte eher die Performance als der Ruf.

2. Europas nächstes Problem kommt aus dem Norden
(wiwo.de, Konrad Fischer)
Finnland taugt nicht mehr als Vorbild: Die Staatsschulden sind hoch, die Arbeitslosigkeit ebenso. Entwickelt sich hier das nächste Sorgenkind Europas? Dieser Frage geht Konrad Fischer in der Wirtschaftswoche nach. Die drohenden Sanktionen gegenüber Russland würden das Land besonders hart treffen: Die wirtschaftlichen Beziehungen seien in dem Land, das mit Russland eine knapp 1.300 Kilometer lange Grenze teilt, besonders stark.

3. Warum weibliche Entrepreneure glücklicher sind als männliche
(fastcompany.com, Jane Porter, englisch)
Das Unternehmertum sei für Frauen der Karriereweg, der sie am zufriedensten mache, schreibt Fast Company-Autorin Jane Porter. Die meisten von ihnen gründen im Alter zwischen 35 und 44 Jahren – also eigentlich genau dann, wenn sie die Flexibilität der Freiberuflichkeit besonders schätzen können, weil sie ihre Kinder groß ziehen. Aber sie verdienen auch deutlich mehr als ihre festangestellten Altersgenossinnen.

4. Makroökonomische Modelle und Behavioral Economics
(fehradvice.com)
Die Verhaltensökonomie kann die herkömmlichen makroökonomischen Modelle verbessern, das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie, die von der Federal Reserve veröffentlicht wurde. Die Verhaltensökonomen von FehrAdvice haben sich die Gründe dafür genauer angesehen. Die Verhaltensökonomie etwa könne erklären, wieso Blasen entstehen oder warum Menschen sparen – oder eben nicht.

5. Mit höheren Löhnen gegen Deflation
(Herdentrieb, Dieter Wermuth)
Den Unternehmen in der Eurozone geht es gut: Sie haben ihre Kosten im Griff, können dank des niedrigen Eurokurses viel exportieren und günstig Kredite aufnehmen. Für sie gebe es also kein Grund die Preise zu erhöhen. In den vorgelagerten Stufen der Produktion sinken die Preise längst, schreibt Dieter Wermuth. Das gefällt Bundesbank und Europäischer Zentralbank nicht: Mit höheren Löhnen soll die Deflationsgefahr abgewendet werden. Nur: Sehen die Gewerkschaften das genauso?

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Drogenpolitik – gute Absichten mit schlechten Folgen http://blog.insm.de/10075-drogenpolitik-gute-absichten-mit-schlechten-folgen/ http://blog.insm.de/10075-drogenpolitik-gute-absichten-mit-schlechten-folgen/#comments Mon, 28 Jul 2014 12:18:41 +0000 Clemens Schneider http://blog.insm.de/?p=10075 weiterlesen]]> Die Drogenpolitik der Bundesregierung ist inkonsistent, teuer und nicht zielführend. Anstatt tatsächlich Suchtbetroffenen zu helfen werden irrationale Ängste bedient. Die angewandten Strategien sind längst überholt. Drogenpolitik ist ein Politikfeld, anhand dessen man fast idealtypisch sehen kann, wie staatliche Intervention selbst mit den besten Absichten oft schlimmste Folgen hervorruft.


Stellen wir uns einmal vor, beim Neujahrsempfang des Bundespräsidenten würden anstatt Wein und Champagner Joints herumgereicht. Gemütlich stehen die Kanzlerin, Verdi-Chef Franz Bsirske, Bildungsministerin Wanka und der ungarische Botschafter beisammen und teilen sich eine Marihuana-Zigarette. Absurd? Keineswegs! Eine wissenschaftliche Studie aus dem Jahr 2007 zeigt auf, dass Alkohol substantiell gefährlicher ist als Cannabis, schneller abhängig macht und sowohl in physischer als auch in sozialer Hinsicht erheblich schlimmere Folgen zeitigt.

Politiker zeichnen sich seit Jahren durch erschreckende Ignoranz auf dem Feld der Suchtpolitik aus. Die Ernennung einer komplett fachfremden CSU-Politikerin zur neuen Drogenbeauftragten im Januar dieses Jahres fügt sich nahtlos ein in eine weitgehende Vernachlässigung des Themas durch die Politik. Klar, mit Mütterrente, Maut und Mindestlohn kann man besser glänzen als mit Drogenpolitik.

Nach konstruktiven Lösungen zu suchen bleibt der Kommunal-, höchstens der Landesebene vorbehalten. Auf bundespolitischer Ebene begnügt man sich mit der Vorstellung des jährlichen Drogen- und Suchtberichtes. Dessen Fokus liegt jedoch darauf, Schreckensszenarien zu zeichnen und mithin staatliche Eingriffe zu legitimieren. Diese Politik hilft niemandem. Schon vor drei Jahren veröffentlichte eine, mit Leuten wie Kofi Annan, Javier Solana, Paul Volcker, Mario Vargas Llosa und vielen anderen seriösen Prominenten hochkarätig besetzte, „Weltkommission für Drogenpolitik“ einen Bericht, der ein Ende des Drogenkrieges forderte. Der Bericht wird eingeleitet mit der dramatischen Feststellung: „Der weltweite Krieg gegen die Drogen ist gescheitert, mit verheerenden Folgen für die Menschen und Gesellschaften rund um den Globus.“

Kürzlich veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation WHO Richtlinien zum Umgang mit HIV, in denen sie unmissverständlich die Entkriminalisierung von Drogengebrauch fordert. Einen vom Londoner Institute of Economic Affairs im Mai herausgegebenen Bericht „Ending the War on Drugs“ haben mehrere Nobelpreisträger und Politiker unterzeichnet. Und selbst in Deutschland veröffentlichten im April 122 Strafrechts-Professoren einen Appell zur Cannabis-Legalisierung. Weltweit geht der Trend in diese Richtung: Uruguay und die US-Bundesstaaten Colorado und Washington haben den Konsum von und Handel mit Cannabis legalisiert. Portugal hat schon seit längerem erfolgreich die Praxis eingeführt, Drogenbesitz in kleinen Mengen nicht strafrechtlich zu verfolgen.

Nur die Politik in Deutschland bewegt sich keinen Millimeter und beurteilt Drogenkonsum immer noch auf dem Hintergrund der Kinder vom Bahnhof Zoo. Natürlich sind Abhängigkeiten (die übrigens weit über die illegalen Substanzen hinausgehen) keine Lappalien. Und natürlich sind manche Drogen extrem schädlich. Wer eine Legalisierung fordert, will aber niemanden zum Konsum ermuntern. Wer eine Legalisierung fordert, will nur eine auf der ganzen Linie ineffiziente, ja schädliche Politik der Suchtprävention beenden.

Die Kriminalisierung von Drogen hat den Konsum in keiner Weise zurückgehen lassen. Stattdessen hat sie vielerlei schlimme Folgen: Bis 2013 hat der Drogenkrieg in Mexiko allein über 110.000 Menschenleben gekostet. Beschaffungskriminalität führt zu einem erheblichen Zuwachs an Straftaten. Weltweit ist der Drogenhandel eine der Haupteinkommensquellen krimineller und mafiöser Vereinigungen. Auch für islamistische Terroristen ist der Drogenhandel eine höchst lukrative Einkommensquelle. In den USA werden jährlich 1,5 Millionen Menschen wegen Drogenkonsums verhaftet – ein Drittel von ihnen landet im Gefängnis und trägt dazu bei, dass die USA die in absoluten Zahlen höchste Gefangenenrate der Welt hat. Gigantische Geldsummen werden jährlich ausgegeben für Polizeieinsätze, Gefängnisse und Strafverfolgung. Die Liste ließe sich noch länger fortführen. Klar ist auf jeden Fall: Wie in den Zwanziger Jahren in den USA ist Prohibition nicht nur gescheitert, sondern hat zu einem Anwachsen von Kriminalität und Elend geführt.

Was steht einem Umgang mit dem Drogenproblem, der mehr auf Aufklärung und medizinische Versorgung setzt als auf Repression, im Wege? Vor allem die Neigung von Politikern, durch das Ergreifen von Maßnahmen zu beweisen, dass sie die Situation im Griff haben. Das Problem ist: sie haben die Situation gerade nicht im Griff – sie ist ihnen komplett entglitten. Vielleicht sollte man sich mal mit einem Päckchen Cannabis auf den Weg in den Bundestag machen, damit die Damen und Herren entspannt und in Ruhe darüber diskutieren können, mit welchen Mitteln man den tatsächlichen Problemen von Drogenabhängigkeit begegnen kann.

Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es unter anderem im Bericht der Weltkommission für Drogenpolitik, im Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung und im Alternativen Sucht- und Drogenbericht. Zusätzliche Informationen gibt es auf der Webseite des Schildower Kreises, einem drogenpolitischen Netzwerk aus Wissenschaft und Politik. Der Dokumentarfilm „The House I Live In“ setzt sich mit den Auswirkungen der Drogenpolitik in den USA auseinander.

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5 vor 10: Eurorettung, Hausbauverbot, Konsumstau, Deutschlands Erfolge, Einwanderung http://blog.insm.de/10098-5-vor-10-eurorettung-hausbauverbot-konsumstau-deutschlands-erfolge-einwanderung/ http://blog.insm.de/10098-5-vor-10-eurorettung-hausbauverbot-konsumstau-deutschlands-erfolge-einwanderung/#comments Mon, 28 Jul 2014 07:16:38 +0000 INSM Redaktion http://blog.insm.de/?p=10098 weiterlesen]]> Heute in den Linktipps: Die drei Worte, die die Eurozone vor drei Jahren retteten, der Wirtschaftsbereich, in dem San Francisco mit schlechtem Vorbild vorangeht und das offenbar längst überholte Vorurteil über Deflation. Und wir beschäftigen uns mit der Frage, ob Deutschland wieder zum Einwanderungsland wird und ob die Schwellenländer bei uns auch in Zukunft für Wachstum sorgen.


1. Mit drei magischen Worten in die neue Eurowelt
(faz.net, Philip Plickert)
“Whatever it takes” – rettete EZB-Präsident Mario Draghi mit diesen magischen Worten vor zwei Jahren die Eurozone? Sieht so aus, wenn man sich die Zinsen oder die Börsenkurse anschaut: Nach seiner Rede fielen die Zinsen für die Staatsanleihen der Krisenländer, der Kurs des Euro stabilisierte sich und auch die Aktienkurse stiegen wieder. Die Frankfurter Allgemeine erklärt, wieso er mit diesen Worten gegen die Panik an den Märkten ankam.

2. Hausbauverbot schadet der Wirtschaft
(washingtonpost.com/blogs/wonkblog, Emily Badger, englisch)
San Francisco hat ein ähnliches Problem wie viele Städte. In dieser Stadt wollen immer mehr Leute wohnen, aber es gibt nicht ausreichend bezahlbaren Wohnraum. Die Mieten steigen. Die ärmeren Menschen werden an den Stadtrand verdrängt. Eine Lösung könnte sein, dass neue Häuser gebaut werden. Wegen der steigenden Mieten hätten Investoren natürlich einen Anreiz dazu. Die Stadt San Francisco hat das verboten und schadet so der lokalen Wirtschaft.

3. Konsumstau durch Deflation?
(liberalesinstitut.wordpress.com, Detmar Doering)
Es ist das Lehrbuchargument gegen die Deflation: Wenn eine Währung über die Zeit an Wert gewinnt, stellen Haushalte und Unternehmen ihre Investitionen zurück. Das heißt, sie kaufen lieber morgen als heute, denn dann ist der Computer, der Fernseher oder das Auto billiger. Glaubt man einer aktuellen Studie (Link) des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel, ist das Quatsch: Statistisch lässt sich diese Befürchtung für Deutschland nämlich nicht belegen.

4. Investitionsgüterindustrie – Nachhaltiger Erfolg basiert auf zahlreichen Faktoren
(wirtschaftlichefreiheit.de,  Kurt Demmer und Ralph Wiechers)
Ihre Innovationskraft, die hohe Qualifikation ihrer Mitarbeiter, aber auch die mittelständischen Strukturen -  Kurt Demmer und Ralph Wiechers haben zahlreiche Erfolgsfaktoren der Deutschen Wirtschaft ausgemacht. Doch werden diese auch Bestand haben, wenn die Wirtschaft in den Wachstumsmärkten, also vornehmlich den Schwellenländern, abkühlt?

5. Wird Deutschland zum Einwanderungsland?
(washingtonpost.com, Tyler Cowen, englisch)
Kostenloser Sprachunterricht, vereinfachte Einwanderungsbestimmungen und Willkommeszentren: Die Washington Post beschreibt, wie Deutschland einmal wieder für Einwanderer attraktiv werden möchte. Anthony Faiola ist sogar der Meinung, dass Deutschland den roten Teppich ausrolle. Die OECD klassifiziert Deutschland als zweitgrößtes Einwanderungsland nach den USA. Dass Faiola Deutschland in Sachen Geburtenrate aber in einem Atemzug mit Japan nennt, das sollte uns schon zu denken geben.

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5 vor 10: Sanktionen, Bankenunion, Draghi, Sparersteuer, Bußgelder http://blog.insm.de/10087-5-vor-10-sanktionen-bankenunion-draghi-sparersteuer-bussgelder/ http://blog.insm.de/10087-5-vor-10-sanktionen-bankenunion-draghi-sparersteuer-bussgelder/#comments Fri, 25 Jul 2014 07:55:24 +0000 INSM Redaktion http://blog.insm.de/?p=10087 weiterlesen]]> In den Linktipps geht es heute um die wirtschaftlichen Folgen neuer Sanktionen gegen Russland, um die Angst vor einer neuen Bankenkrise und um Mario Draghis magische Worte aus dem Sommer 2012. Außerdem: Werden Sparer vom Staat künftig zusätzlich zur Kasse gebeten? Und was passiert eigentlich mit den milliardenschweren Bußgeldern, die Amerika von Banken erhält?


1. Kommt nun der Kalte Wirtschaftskrieg?
(zeit.de, Roman Pletter, Mark Schieritz und Fritz Vorholz)
Der Westen bereitet nach dem mutmaßlichen Abschuss von Malaysia-Airlines-Flug MH17 in der Ostukraine eine neue Sanktionsrunde gegen Russland vor. Was bedeuten die Strafmaßnahmen für deutsche Unternehmen, die russische Wirtschaft und den Welthandel?

2. Neue Angst vor Zombie-Banken
(wiwo.de, Angela Hennersdorf)
Die Pleitegerüchte um die portugiesische Bank Espírito Santo versetzten die Finanzmärkte in Unruhe und führten zu einem heftigen Kursrutsch. Doch das kriselnde Institut ist nicht der einzige Grund, warum die Angst vor einer neuen Bankenkrise zurückgekehrt ist. Die Ruhe der vergangenen Jahre war trügerisch, findet Angela Hennersdorf. Große Risiken gibt es nach wie vor.

3. 33 Wörter, die die Welt veränderten
(blog.tagesanzeiger.ch, Mark Dittli)
Morgen ist der zweite Jahrestag eines besonderen Ereignisses für die Eurozone. In einer kurzen Randbemerkung kündigte EZB-Präsident Mario Draghi im Sommer 2012 an, den Euro mit aller geldpolitischer Macht verteidigen zu wollen. 33 Wörter waren genug, um der Panik an den Finanzmärkten ein Ende zu setzen.

4. 65 Prozent erwarten Zwangsabgabe auf Sparguthaben
(wallstreet-online.de)
In Spanien gibt es sie bereits: eine Steuer auf Sparguthaben. 0,03 Prozent werden fällig. Die Steuer gilt bereits ab dem ersten gesparten Cent auf dem Bankkonto. Deutsche Anleger beobachten das mit Sorge. Eine Befragung von über 2.000 Finanzinteressierten zeigt: Eine Mehrheit erwartet ähnliche Maßnahmen auch in Deutschland.

5. Was Amerika mit dem Bußgeld der Banken macht
(faz.net)
Fast neun Milliarden US-Dollar von der französischen Großbank BNP Paribas und rund sieben Milliarden von der Citigroup: Bei den Zahlungen, die Banken aufgrund von Verstößen in den USA an den Staat leisten müssen, kam in den vergangenen Monaten eine ordentliche Summe zustande. Was wird mit dem Geld gemacht? Unter anderem gibt es neue Teppiche für die New Yorker Staatsanwaltschaft.

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5 vor 10: Aldi, Sozialismus, Facebook, EEG, Konjunktur http://blog.insm.de/10085-5-vor-10-aldi-sozialismus-facebook-eeg-konjunktur/ http://blog.insm.de/10085-5-vor-10-aldi-sozialismus-facebook-eeg-konjunktur/#comments Thu, 24 Jul 2014 10:22:17 +0000 INSM Redaktion http://blog.insm.de/?p=10085 weiterlesen]]> Heute in den Linktipps: Wie Karl Albrecht mit Aldi den Wohlstand förderte, was der Sozialismus mit der Ehrlichkeit der Menschen macht und wo Facebook das meiste Geld verdient. Weiteres Thema: Das EEG hat den Besitzern von Solaranlagen Milliardengewinne gebracht, zeigt eine neue Studie.


1. Die unsichtbare Hand des Karl Albrecht
(ef-magazin.de, Christian Sachse)
Karl Albrecht war Milliardär und gleichzeitig ein Wohltäter. Aufgefallen ist der verstorbene Aldi-Gründer allerdings nicht so sehr mit großzügigen Spenden. Den Wohlstand in der Gesellschaft vergrößerte er primär durch die unsichtbare Hand des Marktes. Er hat sein Unternehmen auf Effizienz getrimmt und mit Niedrigstpreisen sogar Hartz-IV-Empfängern ermöglicht, sich praktisch jedes Nahrungsmittel leisten zu können.

2. Sozialismus fördert Unehrlichkeit
(alltagsforschung.de, Daniel Rettig)
Beeinflusst das politisch-wirtschaftliche System die Moral der Bürger? Verhaltensökonomen aus den USA behaupten: ja. Den Nachweis erbringen sie mithilfe eines in Deutschland durchgeführten Experimentes. Doch ist es nicht der Kapitalismus, der darin schlecht abschneidet. Vielmehr scheint das Leben in sozialistischen Systemen zu Unehrlichkeit zu erziehen.

3. Facebook gelingt der Durchbruch im Mobilgeschäft
(qz.com, Dan Frommer, englisch)
Facebook macht vor, wie sich mit dem mobilen Internet Geld verdienen lässt. Die Einnahmen des Internetkonzerns steigen vor allem aufgrund hoher Werbeerlöse auf mobilen Plattformen wie Smartphones oder Tablet-Computern. Ein Drittel der Facebook-Nutzer verwendet die Plattform sogar ausschließlich mobil und greift niemals auf die Desktop-Variante zu.

4. Reich durch das EEG
(zeit.de, Fritz Vorholz)
Wer zwischen 2009 und 2011 in eine Solaranlage investiert hat, machte damit ein besonders gutes Geschäft: Die Einspeisevergütung war noch hoch, die Investitionskosten bereits gering. Insgesamt brachte das Erneuerbare-Energien-Gesetz den Betreibern von Photovoltaik- und Windkraftanlagen allein im Jahr 2012 einen Gewinn von 3,5 Milliarden Euro, zeigt eine neue Studie.

5. Gebremste Wachstumsfreude
(faz.net, Johannes Pennekamp)
In der Jubelstimmung rund um den Sieg der Fußball-Weltmeisterschaft sind die schlechten Konjunkturnachrichten in Deutschland beinahe untergegangen, findet Johannes Pennekamp: Fast alle Indikatoren deuten auf einen Knick im Wirtschaftswachstum hin. Die Lage der Unternehmen befindet sich zwar nach wie vor auf einem hohen Niveau. Doch hausgemachte Probleme in der Wirtschaftspolitik belasten sie zunehmend.

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5 vor 10: Wirtschaftskrieg, Arbeit, Parken, Energie, China http://blog.insm.de/10081-5-vor-10-wirtschaftskrieg-arbeit-parken-energie-china/ http://blog.insm.de/10081-5-vor-10-wirtschaftskrieg-arbeit-parken-energie-china/#comments Wed, 23 Jul 2014 08:31:59 +0000 INSM Redaktion http://blog.insm.de/?p=10081 weiterlesen]]> Heute in den Linktipps: Deutsche Unternehmen befürchten einen Wirtschaftskrieg mit Russland, und Experten rechnen mit einer Pleitewelle in China. Außerdem: Die Energiesparziele der EU könnten sehr teuer werden, Parken sagt etwas über Geduld aus, und wir sollten aufhören, uns über den Job zu definieren.


1. Furcht vor dem Wirtschaftskrieg
(sueddeutsche.de, Markus Balser, Thomas Fromm)
Die EU droht Russland weiter mit Wirtschaftssanktionen. Das Handelsvolumen zwischen Deutschland und Russland geht schon jetzt zurück. Besonders groß ist die Sorge bei heimischen Unternehmen in der Auto- und Energiebranche. Dabei ist der politische Nutzen von Sanktionen ohnehin umstritten. Mehrere Studien kommen zu dem Ergebnis, dass die Strafen selten zum gewünschten Erfolg führen.

2. Ich arbeite, also bin ich
(zeit.de, Patrick Spät)
Der Philosoph und Autor Patrick Spät wirft uns vor, wir hätten ein perverses Verhältnis zur Arbeit. Jobs werden aufgrund der Automatisierung und Wirtschaftskrisen immer knapper, schon jetzt seien Milliarden Menschen ohne Arbeit. “Doch je knapper die Jobs weltweit werden, desto heftiger preisen wir die Arbeit, statt uns einen faulen Lenz zu machen”, schreibt Spät. Die Konsequenz für ihn: Wir sollten uns davon verabschieden, uns nur über einen Job zu definieren.

3. Was Einparken und Wirtschaft verbindet
(odu.edu, englisch)
Viele Studien zeigen, dass Geduld wichtig für wirtschaftlichen Erfolg ist. Problem: Wie sehr die Geduld in der Kultur eines Landes verankert ist, lässt sich nur schwer messen. Shaomin Li, Wirtschaftsprofessor an der ODU-University in Virginia, hat deswegen begonnen, das Parkverhalten zu beobachten. Er glaubt: Wer rückwärts einparkt, beweist Geduld. Der Fahrer profitiert schließlich erst beim Wegfahren von seiner Bemühung, rückwärts zu parken.

4. EU-Kommission warnt vor zu hohen Energiesparzielen
(welt.de, Florian Eder)
40 Prozent des aktuellen Energieverbrauchs in der EU fordert das Europaparlament bis 2030 einzusparen. Die EU-Kommission warnt vor der enormen Kosten, die so auf die Mitgliedsstaaten zukommen könnten. Ein solches Ziel “ginge mit einer heftigen Steigerung der Gesamtkosten für das Energiesystem bis 2030 um etwa 112 Milliarden Euro pro Jahr einher”, schreiben die Kommissare.

5. Insolvenz-Experten bereiten sich auf Pleiten in China vor
(qz.com, Heather Timmons, englisch)
Chinas Gesamtverschuldung beträgt mittlerweile 250 Prozent der Wirtschaftsleistung, vor allem viele Firmen sind verschuldet. Insolvenz-Experten rechnen mit einer größeren Pleitewelle, die darauf spezialisierten Firmen stellen bereits Personal ein. Denn im Gegensatz zu früher wird die chinesische Regierung deutlich weniger Unternehmen vor der Insolvenz retten.

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5 vor 10: Motivation, US-Staatsanleihen, Mindestlohn, Kriminalität, Gründer http://blog.insm.de/10069-5-vor-10-motivation-us-staatsanleihen-mindestlohn-kriminalitaet-gruender/ http://blog.insm.de/10069-5-vor-10-motivation-us-staatsanleihen-mindestlohn-kriminalitaet-gruender/#comments Tue, 22 Jul 2014 07:55:33 +0000 INSM Redaktion http://blog.insm.de/?p=10069 weiterlesen]]> Was macht einen guten Ökonomen aus? Weshalb sind die Staatsanleihen der USA noch immer beliebt? Warum gibt es in New York und New Jersey weniger Straftaten, obwohl weniger Menschen im Gefängnis sitzen? Um diese Fragen geht es heute in den Linktipps. Außerdem warnt der IWF vor negativen Folgen des Mindestlohnes, und: Diese 25 Gründer sollten Sie kennen.


1. Was macht einen guten Ökonomen aus?
(gregmankiw.blogspot.de, Video, englisch)
Ist es Neugier darauf, wie Menschen Arbeit organisieren – oder vielleicht doch der Wunsch die Welt zu verbessern? Es gibt zahlreiche Antworten auf die Frage, was einen guten Ökonomen ausmacht. In diesem Video von den Lindau Nobel Laureate Meetings werden Nobelpreisträger und Absolventen zu ihrer Motivation befragt.

2. Warum sind US-Staatsanleihen noch immer so beliebt?
(blogs.wsj.com, englisch)
Ob nun das angekümdigte Ende der lockeren Geldpolitik in den USA oder ausländische Zentralbanken, die keine Dollar mehr wollen: Es ist sehr erstaunlich, dass die Federal Reserve ihre Staatsanleihen noch immer so leicht an den Mann bringen kann. Die Zinsen für zehnjährige Staatsanleihen, die als Maß für das Vertrauen in die Währung und die Zahlungsfähigkeit eines Staates gelten, sind in der vergangenen Woche auf 2,5 Prozent gesunken. Wieso ist das Sicherheitsbedürfnis der Anleger so groß?

3. Währungsfonds warnt vor Arbeitslosigkeit durch Mindestlohn
(faz.net, Johannes Pennekamp und Patrick Welter)
Die Ökonomen des Internationalen Währungsfonds warnen: Der einheitliche Mindestlohn könnte zehn bis zwanzig Prozent der Arbeiter – je nach Bundesland – treffen. Arbeitsplatzverluste hält der Fonds für wahrscheinlich. Der Nutzen aber, sei unklar: “Familien mit geringem Einkommen werde der Mindestlohn aber nur begrenzt helfen, weil die höheren Einkommen mehr Steuerzahlungen oder geringere Transferzahlungen hervorriefen”, konstatieren Johannes Pennekamp und Patrick Welter.

4. Weniger Kriminalität
(Washington Post Wonkblog, Emily Badger, englisch)
Ob ein Staat nun viele oder wenige seiner Straftäter ins Gefängnis steckt, dies beeinflusst offenbar nicht wie viele Straftaten im Land begangen werden. Zahlen aus den USA legen nun nahe, dass die Kriminalität sogar mit der Zahl der Gefängnisinsassen sinkt. Die Bundesstaaten New York und New Jersey haben die Zahl ihrer Gefängnisinsassen in den vergangenen Jahren reduziert. Die Zahl der Straftaten in den Bundesstaaten sank.

5. Diese 25 Gründer sollten Sie kennen
(handelsblatt.com, Jens Tönnesmann)
Glaubt man Google-Chef Eric Schmidt, ist Deutschland auf dem besten Wege eine Start-up-Wirtschaft zu werden. Jens Tönnesmann hat sich die bedeutendsten und vielversprechendsten Gründer hierzulande angesehen. Ob nun Musik, Auto oder Putzen – aus fast allen Branchen ist was dabei. Sogar ein 19-Jähriger Gründer und sein 17-Jähriger Bruder haben es in das Ranking geschafft.

Gute Kommentare, interessante Hintergründe – jeden Morgen um 5 vor 10 Uhr präsentieren wir auf dem INSM-Blog fünf ausgewählte Links zu interessanten Ökonomie-Blogs und Wirtschaftsseiten.

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Ist Griechenlands Rückkehr an die Anleihemärkte eine Erfolgsgeschichte? http://blog.insm.de/10031-ist-griechenlands-rueckkehr-an-die-anleihemaerkte-eine-erfolgsgeschichte/ http://blog.insm.de/10031-ist-griechenlands-rueckkehr-an-die-anleihemaerkte-eine-erfolgsgeschichte/#comments Mon, 21 Jul 2014 12:33:15 +0000 Benjamin Schäfer http://blog.insm.de/?p=10031 weiterlesen]]> Griechenland ist seit April wieder am Kapitalmarkt. Ist damit alles wieder im Lot? Die Krise überwunden? Mitnichten. Die Lage ist ernüchternd und zeigt die Fehler der Rettungspolitik auf.


Am 10. April gelang es der griechischen Regierung zum ersten Mal seit über vier Jahren eine Staatsanleihe mit fünfjähriger Laufzeit auszugeben, und damit 3 Milliarden Euro dringend benötigter Liquidität einzusammeln. Die Anleihe war mehrfach überzeichnet, es gab also deutlich mehr Nachfrage als die griechische Regierung bedienen konnte oder wollte. Das erklärt auch eine Rendite von 4,95 Prozent, die damit unter Vorkrisenniveau liegt. Der letzte Anleiheverkauf Griechenlands war ebenfalls eine fünfjährige Anleihe, im Februar 2010, damals für 6,1 Prozent, also über einen Prozentpunkt teurer als jetzt.

Zum Vergleich: Die impliziten Renditen von zehnjährigen griechischen Anleihen lagen auf dem Höhepunkt der Krise 2012 bei etwa 40 Prozent.

Ratingagenturen sehen griechische Staatsanleihen immer noch als hochspekulativ an, „Schrott“ oder „Junk“ im Jargon. Dennoch gestatten die Märkte Griechenland wieder, sich weiter zu verschulden und das auch noch erstaunlich billig und wieder besseres Wissen. Bedeutet das, dass die Eurokrise vorbei ist? Mitnichten.

Zur Erinnerung, die heiße Phase der Eurokrise begann Ende 2009 mit der Ankündigung Griechenlands, ein Schuldenproblem zu haben und der darauf folgenden Einrichtung der EFSF (European Financial Stability Facility) - dem ersten, provisorischen Bailout-Fonds, damals von Bundesfinanzminister Schäuble als Rettungsschirm bezeichnet.

Die Preise für Staatsanleihen der Europeripherie sanken enorm und damit stiegen die impliziten Zinssätze, die diese Schulden erzielten – unter der Annahme, dass die Anleihen nicht ausfielen. Unter solchen Umständen konnte Griechenland unmöglich Liquidität am Kapitalmarkt einsammeln; die Zinssätze die es auf frische Staatsschulden hätte bieten müssen, müssten in der Größenordnung etwa denjenigen entsprechen, die bereits gehandelt werden – viel zu teuer. Da blieb nur der Bailout durch die anderen Mitglieder der Eurozone und durch den IWF.

Von den Bailouts zeigten sich die Käufer von griechischen Staatsschulden allerdings weitgehend unbeeindruckt – die Kurse blieben schwach, die Renditen hoch. Griechenland war knapp davor, aus der Eurozone auszuscheiden, um seine in Euro notierten Staatsschulden mit einer neuen Währung abwerten zu können.

Das brachte EZB-Chef Draghi im Sommer 2012 zur Ankündigung, „zu tun, was auch immer notwendig sei“, um den Euro zu stabilisieren. Diese als whatever-it-takes bekannt gewordene Ankündigung wurde später im Outright Monetary Transactions (OMT) Programm der EZB konkretisiert – unter gewissen Umständen kauft die EZB soviel Staatsschuld auf, wie notwendig ist, um die Preise auf einem „angemessenen“ Niveau zu halten.

Man kann trefflich darüber streiten, was OMT genau ist, ob es legal ist oder ob die EZB damit ihr Mandat verletzt – eines ist unstrittig: die Marktrenditen der Staatsschulden Griechenlands schrumpfen deutlich und liegen heute wieder in einem Bereich, der es Griechenland erlaubt, neue Staatsschulden auszugeben. Das OMT-Programm garantiert, dass kein Land der Eurozone über seine Staatsschulden insolvent werden kann und senkt damit den Risikoaufschlag, den Investoren verlangen.

Alles im Griff, könnte man also meinen. In der Tat sieht es in der Europeripherie nicht mehr so schlecht aus, wie noch vor zwei Jahren. Griechenlands Reformprogramm scheint erste Wirkung zu zeigen, doch sind die strukturellen Probleme der Peripherie im Besonderen und der Eurozone im Ganzen noch weit davon entfernt gelöst zu sein. Dieser Analyse steht der Fakt entgegen, dass die Investoren nur noch Zinsen verlangen, die etwa auf Vorkrisenniveau liegen, obwohl Griechenlands Schuldenquote (Staatsschulden im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung) sogar deutlich höher liegt als zuvor. Da der Markt immer recht hat, muss ein weiterer Faktor im Spiel sein.

Die Antwort liefert  die EZB. Seit beinahe vier Jahren liegt der Leitzins bei (so gut wie) Null, um die Kreditvergabe der Banken zu stimulieren und die Wirtschaftstätigkeit zu erhöhen. Auch die US-Zentralbank Fed und die britische Zentralbank Bank of England haben den Leitzins auf Null gesenkt. Soweit ist das normal in einer Wirtschaftskrise (ob es sinnvoll, effektiv oder effizient ist, lässt sich diskutieren). Der hauptsächliche Effekt ist zunächst einmal, dass es in der gesamten industrialisierten Welt nur noch sehr niedrige Renditen gibt.

Investoren sind also auf der Suche nach Anlagen, die wenigstens ein bisschen mehr abwerfen – exakt der Sinn einer keynesianisch motivierten Leitzzinssenkung. Dabei achten Investoren nur wenig auf das Risiko, sondern eher darauf, möglichst schnell und hoffentlich nur mit einem blauen Auge davonzukommen, sollte etwas schief gehen. Da die EZB den Ausfall von Staatsanleihen weitgehend ausschließt, sind Staatsschulden der Peripherie eine sehr lohnende Anlage: wenig Risiko, vergleichsweise hohe Rendite. Das erklärt nicht nur, warum Griechenland erfolgreich neue Staatsanleihen ausgeben konnte, sondern auch, warum es fast ausschließlich große Hedge- und Investmentfonds sowie große Finanzmanagmentfirmen waren (siehe hier), die diese Anleihen gekauft haben. Diese sind auf der Suche nach Rendite und können deutlich mehr Risiken abfedern als es Banken könnten. Banken haben aber ebenso auf der Suche nach Rendite trotzdem etwa ein Siebtel der Anleihen gekauft.

Da die EZB die Risikobewertung der Investoren abgeschaltet hat, bleibt zu befürchten, dass das Geld der neuen Staatsschulden irgendwo versickert und nicht die erforderliche Rendite erwirtschaftet. Zu hoffen bleibt freilich, dass die griechische Regierung die 3 Milliarden Euro in die Modernisierung von Infrastruktur und Verwaltung steckt. Nach dem „Ease of Doing Business“-Index der Weltbank ist Griechenland nur an 72. Stelle – deutlich verbessert zwar, aber immer noch mit viel Luft nach oben. Das Geld wäre hier gut angelegt: Unternehmen schaffen nicht nur Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum, sondern generieren auch Steuereinnahmen, die der griechische Haushalt dringend benötigt – nicht nur um Schulden zurückzuzahlen.

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