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5 vor 10: Freiheit, Crowdfunding, Stagnation, China, Entscheidungen

Ist der Wert der Freiheit in der heutigen Gesellschaft zum Auslaufmodell verkommen? Verblasst der Anfangszauber des Crowdfundings? Wie sollen Staatsschulden bei niedriger Inflation und niedrigem Wachstum abgebaut werden? Um diese und die Frage, ob die deutsche Wirtschaft im Falle einer politischen Krise zu abhängig von China wäre und ob Menschen rationalere Entscheidungen treffen, wenn sie in einer Fremdsprache  nachdenken, geht es heute in den Linktipps.


1. Wirtschaftliche Freiheit – ein Wert im Niedergang?
(wirtschaftlichefreiheit.de, Michael Neumann)
Findet gerade eine Verschiebung der Werte in der Gesellschaft statt, die nun im politischen Handeln Ausdruck findet? Parteien mit liberalen Ideen treffen derzeit auf wenig Zuspruch, stattdessen fährt die Große Koalition, in der ein starker Staat propagiert wird, weiterhin gute Umfragewerte ein. Michael Neumann analysiert etwa, wie wichtig der Wert der Freiheit für die Deutschen ist oder inwiefern sich die gemessene und gefühlte Freiheit überhaupt entsprechen.

2. Verblasst der Anfangszauber des Crowdfundings?
(blicklog.com, Dirk Elsner)
Der Anfangszauber des Crowdfundings und Crowdinvestings sei verflogen, die Pleiten der jungen Unternehmen häuften sich, schreibt Dirk Elsner im Blicklog. Im Pleite-Fall seien die Privatanleger die schwächsten Glieder – verglichen mit Wagniskapitalgebern, Startups oder Crowdinvesting-Anbietern. Sie erhalten keine Anteile am Unternehmen, tragen aber mit den stillen Beteiligungen trotzdem das volle unternehmerische Risiko. Doch wo liegt das Problem? Dirk Elsner schreibt: “Reife Anleger wollen so viele Informationen, dass sie das Risiko einschätzen und näherungsweise quantifizieren können. Offenbar gelingt genau das nicht.”

3. Die Schulden Italiens und anderer Peripheriestaaten
(fistfulofeuros.net, Edward Hugh, englisch)
Bei niedrigem Wachstum und niedriger Inflation hat ein Staat keine guten Voraussetzungen, seine Schulden wieder zurück zu zahlen. Die Wirtschaft zahlreicher Euroländer sei in einer Art Stagnation gefangen – einzig Deutschland habe im ersten Quartal diesen Jahres tatsächlich ein steigendes Wirtschaftswachstum aufweisen können. Anzeichen für eine Besserung gebe es nicht, es werde eher noch schlimmer, warnt Edward Hugh.

4. Weckruf für die China-Politik
(faz.net, Christian Geinitz)
Die Krim-Krise komme einem Weckruf gleich, was die wirtschaftliche Abhängigkeit Deutschlands von China angeht, denn der Warenaustausch mit Russland sei nur etwa halb so groß. Besonders der Maschinenbau und die Automobilindustrie seien von Peking abhängig. Doch was, wenn es zum Beispiel auf Grund der Territorialkonflikte des Landes zur Eskalation kommt? “Die asiatische Macht ist zu bedeutend und systemrelevant, als dass sich die freie Welt mit ihr anlegen könnte. Hierin liegt der große Unterschied zu Osteuropa: Russisches Gas lässt sich substituieren, aber nicht ein Markt mit einem Fünftel der Weltbevölkerung”, schreibt Wirtschaftskorrespondent Christian Geinitz.

5. Warum Denken in fremder Sprache rationalere Folgen haben kann
(fehradvice.com/blog)
Wer mit besonders kühlen Kopf an wichtige Entscheidungen rangehen will, sollte diese nicht in seiner Muttersprache überdenken – allerdings könnte er dann auch zu moralisch verwerflichen Ergebnissen kommen: “Es scheint, als würde das Denken in Fremdsprachen emotionale Reaktionen verringern und das rationale Abwägen von Kosten und Nutzen fördern”, berichtet FehrAdvice.

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