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5 vor 10: Notenbanken, Euro-Ausstieg, Straßen, Grenzwert-Verdiener, Frauen

Heute in den Linktipps: Warum Notenbanken unbedingt unabhängig bleiben sollten, wie ein Euroausstieg durchgesetzt werden könnte und weswegen Autofahrer Straßen selbst bezahlen sollten. Außerdem: Was ist eigentlich ein Grenzwert-Verdiener? Und warum stellen Firmen so wenige Frauen ein, obwohl sie eigentlich mehr rekrutieren wollen?


1. Die Industrie sucht technisch versierte Frauen
(faz.net, Dietrich Creutzburg)
Der Anteil von Frauen in Führungsposition wächst rasant. Seit 2011 gingen bereits über 40 Prozent aller Neubesetzungen in Aufsichtsräten und Vorständen von Großunternehmen an Frauen, schreibt Dietrich Creutzberger. Die Suche der Unternehmen nach Frauen gestaltet sich jedoch schwierig. Vor allem, weil es immer noch kaum Frauen gibt, die eine technische Laufbahn einschlagen – doch gerade diese Fachfrauen werden in den Chefetagen gebraucht.

2. Notenbankunabhängigkeit – ein Auslaufmodell?
(wirtschaftlichefreiheit.de, Uwe Vollmer)
Top-Ökonomen wie Stiglitz oder Blanchard greifen die Unabhängigkeit der Notenbanken auf der akademischen Front  an, in Japan wurde sie von der Politik stark eingeschränkt und in Europa aufs Spiel gesetzt. Der Ökonom Uwe Vollmer hält das für eine gefährliche Tendenz: Denn letztendlich könnten nur unabhängige Zentralbanken eine niedrige Inflation garantieren. Die derzeitigen geldpolitischen Maßnahmen zur Überwindung der Krise sollten deswegen wieder eingestellt werden.

3. Geordnete Ausstieg aus der Währungsunion – die politische Seite
(wirtschaftswurm.net, Arne Kuster)
Die Alternative für Deutschland hat einen Abschied vom Euro wieder auf die politische Agenda gebracht. Wirtschaftswurm Arne Kuster würde einen solchen Schritt begrüßen, denn insgesamt hält er die Eurozone für  keinen optimalen Währungsraum. Dennoch gibt es einzelne Nutznießer der Situation, die am Status Quo interessiert sind. Wie könnte man den Ausstieg also überhaupt politisch durchsetzen? Seine Forderung: Weitere Hilfen an die Länder im Süden sollten so lange verweigert werden, bis man sich auf Ausstiegsklauseln geeignigt hat.

4. Straßenfinanzierung: Ordnungspolitisch ein Desaster
(insm-oekonomenblog.de, Oliver Knipping)
Sind Straßen wirklich öffentliche Güter? Nein, findet Oliver Knipping. Zwei Kriterien dafür seien nicht erfüllt: Staus beweisen, dass keine “Nichtrivalität” herrscht, also dass mehrere Personen sie gleichzeitig ohne Einschränkungen nutzen können. Vignetten und Mautgebühren hebeln die “Nichtausschließbarkeit” aus. Der Zugang kann also auf Zahlungswillige eingeschränkt werden. Konsequenz: Straßen sollten nicht aus Gebühren und Steuern finanziert werden, sondern von den Verkehrsteilnehmern selbst.

5. Warum es nie so verlockend war, ein Grenzwert-Verdiener zu sein
(theumlaut.com, Jery Brito, englisch)
Sogenannte “Grenzwert-Verdiener” (englisch: threshold earner) hören auf zu arbeiten, wenn sie ein bestimmtes Einkommen erreicht haben. Meistens muss dieses Einkommen nicht sehr hoch sein. Eine Lebensweise, die nie so verlockend war wie heute, schreibt Jery Brito, Direktor des Programms für Technologie-Politik an der George Mason Universität. Da es immer weniger verlockende Innovationen für Konsumenten gebe, sei die Gefahr relativ gering, sich ein revolutionäres Produkt nicht mehr leisten zu können.

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  • herr solglasögon

    “Nichtrivalität” herrscht, also dass mehrere Personen sie gleichzeitig ohne Einschränkungen nutzen können. Vignetten und Mautgebühren hebeln die “Nichtausschließbarkeit” aus. Der Zugang kann also auf Zahlungswillige eingeschränkt werden. Konsequenz: Straßen sollten nicht aus Gebühren und Steuern finanziert werden, sondern von den Verkehrsteilnehmern selbst.

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