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5 vor 10: Deutschland-Skepsis, Dijsselbloem, Lettland, Konjunkturprognosen, Altersvorsorge

Heute geht es in den Linktipps um die wachsende Wut auf Deutschland und die größer werdende Skepsis gegenüber dem Eurogruppen-Chef Dijsselbloem. Während andere unter der Zypernkrise leiden, freut sich das kleine Lettland. Außerdem geht es um die Problematik von Konjunkturprognosen und darum, aus welchen Gründen viele Amerikaner um ihre Altervorsorge bangen.


1. Deutschland kann sein Image-Problem nicht alleine lösen
(dw.de, Nina Haase, englisch)
Wir wollen ja nur helfen, sagen die Deutschen. Ihr spart alle kaputt, sagen die anderen. Trotz immer neuer Rettungspakete mit deutschen Steuergeldern hält sich der Dank anderer Länderer in Grenzen. Nina Haase von der Deutschen Welle berichtet über wachsende Ressentiments im europäischen Ausland – und schlägt vor, dem Hass durch mehr Integration zu begegnen.

2. Die ungelenkte Rakete der Eurozone
(blog.tagesanzeiger.ch, Markus Diem Meier)
Er ist noch frisch im Amt, braucht aber schnell seinen Anfängerbonus auf: Während der Zypernkrise verunsicherte Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem konsequent Bürger und Märkte, findet Markus Diem Meier vom Schweizer Tagesanzeiger. Seine gezielten Tritte ins Fettnäpfchen würden für die europäische Gesellschaft langsam zu teuer werden. Vor allem die vorschnellen Schlüsse aus der Zypernrettung kritisiert der Autor – schließlich wisse ja noch niemand, ob die Rettung überhaupt ein Erfolg ist.

3. Lettland ist Sieger der Zypernkrise
(presseurop.de, Martin Ehl in der Hospodářské noviny)
Lettland könnte einer der wenigen Gewinner der Zypernkrise sein, schreibt Martin Ehl in der tschechischen “Hospodářské noviny”. Warum? Das Land tritt 2014 in den Euro ein, hat eine große russische Minderheit und dynamische Banken. Lettland dürfte für also für reiche Russen als Finanzbrücke zur Europäischen Union an Bedeutung gewinnen. Der lettische Präsident sah sich bereits veranlasst zu twittern: „Lettland wird sich nicht um die zyprischen Guthaben bemühen. Unser Land hält das Geschäft mit ausländischen Volkswirtschaften für sehr gefährlich, deshalb wurden strenge Vorschriften erlassen.“

4. Was sollen und können Konjunkturprognosen?
(Wirtschaftliche Freiheit, Michael Grömling)
Ökonomen, die Prognosen erstellen und rechtfertigen müssen, hatten in den letzten Jahren keinen leichten Stand, merkt IW-Ökonom Michael Grömling an: “Weder das Ausmaß der Finanzmarktkrise noch die kräftige Erholung wurden zufriedenstellend erkannt.” Prognosefehler werfen Probleme auf, wenn auf ihrer Basis Entscheidungen getroffen werden, die im Nachhinein negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung einer Volkswirtschaft haben können.

5. USA: Schrumpfender Wohlstand bedroht die Altersvorsorge
(economix.blogs.nytimes.com, Bruce Barlett, englisch)
Der Reichtum Amerikas liegt in etwa wieder auf Vorkrisen-Niveau – doch die Verteilung hat sich extrem verändert, diagnostiziert Bruce Barlett, ehemals Berater von Ronald Reagan und George Bush. Das Kapital steckt mittlerweile nicht mehr in Immobilien, sondern in Aktien und anderen Finanzanlagen – und die sind in der Hand der Reichen. Für die Altersvorsorge in den USA kann das dramatische Konsequenzen haben.

Gute Kommentare, interessante Hintergründe – jeden Morgen um 5 vor 10 Uhr präsentieren wir auf dem INSM-Blog fünf ausgewählte Links zu interessanten Ökonomie-Blogs und Wirtschaftsseiten.

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  • Eso-Policier

    Es muss u. a. das Renteneintrittsalter ganz abgeschafft werden. Jeder Mensch sollte so lange arbeiten, wie er arbeiten kann. Mehr dazu unter
    http://www.esopolice.wordpress.com

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