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5 vor 10: Zypern, Sparer, Nordkorea, Migration, Bentley

Die Zypernkrise geht in die nächste Runde und beschäftigt Ökonomen, Blogger – und natürlich Sparer. Außerdem werfen wir in den Linktipps einen Blick auf Nordkoreas überraschende Handelsbilanz und beschreiben, warum Migration wichtig für die Entwicklungspolitik ist. Auch Bentley zieht übrigens erstmals um: Zukünftig werden die Luxusautos auch in Osteuropa gebaut.


1. Wie es mit Zypern jetzt weitergehen könnte
(openeurope.org.uk, Raoul Ruparel, englisch)
Das zypriotische Parlament hat das Rettungspaket und die damit einhergehende Zwangsabgabe für Anleger abgelehnt. Raoul Ruparel, Chef-Ökonom beim Think Tank Open Europe, beschreibt detailliert vier mögliche Wege für die Zukunft: Nachverhandlungen und eine Zustimmung des Parlaments, eine Aufstockung der europäischen Gelder, Hilfe durch die Russen oder einen Austritt Zyperns aus der Euro-Zone. Die erste Alternative hält er für die wahrscheinlichste Option.

2. Zypern-Chaos: Sparen ist eine kostspielige Tugend
(wiwo.de, Oliver Engelmann)
Der Citigroup-Banker und Wirtschaftswochen-Kolumnist Oliver Engelmann sehnt sich nach seiner Jugend zurück. Damals machte ihm das Sparen noch genauso viel Spaß wie die Lektüre der Knax-Hefte der Sparkasse. Doch die Zeiten haben sich geändert. Heute droht dem Sparer die Enteignung aus Brüssel, wie das Beispiel Zypern zeigt. Ein Kniff, der sich noch als Bumerang erweisen könnte. Denn der neue Tabubruch könnte das Vertrauen der Anleger in Europa endgültig zerstören und die Krise schlagartig zurückkehren lassen.

3. Nordkoreas Exportwunder
(piie.com, Marcus Noland, englisch)
Die Steinzeit-Kommunisten in Nordkorea sind einmal mehr auf Konfrontationskurs. Der Ökonom und Nordkorea-Spezialist Marcus Noland vom Peterson Institute of International Economics hat jetzt Erstaunliches über den Handel des Landes herausgefunden. Er glaubt, dass Nordkorea seit 2011 ein Leistungsbilanzüberschuss aufweist – nach vermutlich jahrzehntelangem Defizit. Das ist schlecht für Nordkoreas Gegner, denn das Land wird dadurch unabhängiger. Es ist aber auch schlecht für die Nordkoreaner. Denn ein Leistungsbilanzüberschuss drosselt den Inlandskonsum der ohnehin schon armen Bevölkerung.

4. Migration ist Entwicklung
(project-syndicate.org, Peter Sutherland, englisch)
Auswandern ist die ursprünglichste Lösung für wirtschaftliche Probleme, dennoch ist Migration nicht Teil der Millenniumsziele der Vereinten Nationen. Der UN-Migrationsbeauftragte Peter Sutherland fordert deswegen ein Umdenken: Wanderungsbewegungen müssten detaillierter erforscht  – und schließlich auch erleichtert werden. Beispielsweise indem Staaten Visa-Barrieren abbauen und Arbeitnehmerrechte von Einwanderern stärken. Daten belegen die Effektivität der Migration. So leben in Bangladesch beispielsweise nur 13 Prozent der Haushalte, die aus dem Ausland Geld geschickt bekommen, unter der Armutsgrenze. Bei Familien, die keine Unterstützer in anderen Ländern haben, sind 34 Prozent von Armut betroffen.

5. Ein Bentley aus Bratislava
(faz.net, Marcus Theurer)
Luxus-Outsourcing nach Osteuropa: Der englische Premium-Autobauer Bentley lässt erstmals ein Fahrzeug außerhalb von Großbritannien zusammenschrauben – ausgerechnet im billigen Osteuropa. Die Slowaken haben allerdings viel Erfahrung mit gehobenen Karossen: Der Bentley-Mutterkonzern VW lässt bereits den Touareg, den Audi Q7 und den Porsche Cayenne dort fertigen. Insgesamt verlassen in Bratislava rund 400.000 Autos jedes Jahr die Fabriken.

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