3 Politik

Die selbe Sonne: Eine Antwort auf Dagmar Dehmers Tagesspiegel-Artikel

Sehr geehrte Frau Dehmer,

Sie haben der aktuellen Energiewende-Kampagne der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft einen Tagesspiegel-Artikel gewidmet (“Zum Teufel mit der Sonne“). Wir freuen uns über die Aufmerksamkeit für unsere Inhalte, andererseits gibt es ein paar Punkte, die wir gerne richtig stellen möchten, genauer gesagt deren drei.

1)

Sie beschreiben uns als “Gegner der erneuerbaren Energien“. Um ehrlich zu sein: Sie sind nicht die Einzige, die uns das vorwirft. Aber die Wiederholung macht es nicht richtiger: Wir wollen die Energiewende! Gerade deshalb sind wir gegen das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG)!

Das EEG macht die Energiewende unnötig teuer. Vielleicht am Ende zu teuer, nämlich dann, wenn die Menschen die Energiewende ob der hohen Kosten ablehnen werden. Deshalb: “Pro Energiewende” zu sein, ist nicht das Gleiche wie “pro EEG” zu sein. Wer hier nicht differenziert, spielt jenen in die Hände, die unter dem Deckmantel der vermeintlichen Umweltrettung Millionen verdienen – auf Kosten der Stromverbraucher.

2)

Nicht nur wir schlagen vor, das EEG durch ein Quotenmodell zu ersetzen. Für Sie ist das Quotenmodell ein Konstrukt aus dem akademischen Elfenbeinturm (“Das Quotenmodell ist eine echte Ökonomenidee – schön, aber wirkungslos, wie Praxistests in Großbritannien, Italien und Polen ergeben haben.“). Auch dies wird gerne von der Politik und den Profiteuren des EEG behauptet. Auch hier gilt: Die Wiederholung macht die Sache nicht richtiger. In der Differenzierung liegt die Erkenntnis. Wir haben uns die Länder, in denen es ein Quotenmodell gibt, angeschaut – es gibt durchaus Erfolgsbeispiele.

Entscheidendes Erfolgskriterium ist im Übrigen die Sanktionsstärke. Das Quotenmodell ist dann erfolgreich, wenn die Stromversorger sich an die Quote halten müssen, will heißen, wenn sie spürbar bestraft werden, wenn sie es nicht tun.

By the way: Die Vorteile des Quotenmodells liegen nicht nur in der Ersparnis gegenüber dem EEG (bis zu 52 Milliarden Euro bis 2020), sondern das Quotenmodell ist ob seiner Technologieoffenheit auch die Lebensversicherung für eine bessere Energieversorgung in der Zukunft. Mehr Vorteile des Quotenmodells, das wir in unserer Variante Wettbewerbsmodell Erneuerbare Energien, kurz WEE, nennen, finden Sie hier (PDF).

3)

Sie schreiben, dass sich “sich die Gegenpropaganda zielsicher die schwächste Stelle der Energiewende ausgesucht – die Preisfrage.” Mal abgesehen davon, dass wir den Befürwortern des EEG nicht per se Propaganda unterstellen: Ja, das genau ist das Problem, der Preis!

Aber: Der hohe Preis ist nicht das Problem der Energiewende, sondern das Problem des EEG. Das EEG macht die Energiewende zu teuer. Wer darauf nicht jetzt aufmerksam macht, trägt Mitverantwortung dafür, wenn die Energiewende scheitern wird.

Es mag für Sie befremdlich klingen (für uns ist es das nicht), dass die INSM an der Seite von Umweltbewegten kämpft, aber der Erfolg der Energiewende ist unser gemeinsames Ziel. Der Unterschied liegt nur im “Wie”. Wenn der Weg kein marktwirtschaftlicher ist, so unsere Überzeugung, werden wir dieses Ziel nicht erreichen.

Mit freundlichen Grüßen

Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

  • Dye Textor

    Dann will ich nichts mehr mit Euch zu tun haben. Ich will die Wende zu nur Atomstrom. Wenn man allen benötigten Strom in Deutschland (bis 2060) nur mit Kernkraft erzeugen würde, dann bliebe immer noch viel Geld von dem übrig, was jetzt verbrannt wird.

  • frank höngen

    ich habe mich, nach vielem nachdenken über das thema “energie” ,mal die frage gestellt…darf man mit einem existenziellen thema ,wie die grundversorgung der bürger,profit machen..ist es zu planwirtschaftlich gedacht,wenn man die option ins auge fasst,dass energie in staatliche hände gehört. das die preisgestaltung von strim und gas so kalkuliert werden müssten,dass nach kostendeckung und rückstellung für sanierungen und moderniseirungen immer noch ein preis für energie zu zahlen ist,der erschwinglich wäre..in einem maße geringer,der den gewinnen aller energiekonzernen,entspräche..

  • BetonMischa

    Jedes Energiewendemodell das nicht zu einer dezentralisierung der stromversorgung führt, wird auf dauer keine kostensenkung der strompreise bringen. Ich kann keinen wettbewerb im stommarkt bei unseren 4 protagonisten feststellen, deshalb wird es ohne subventionen nicht funktionieren. Die folge ist ein “Wettbewerbsmodell Erneuerbare Energien” hat einen gravierenden fehler, nämlich das wort wettbewerb, dadurch bleibt es leider nur ein schönes schlagwort .

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INSM Redaktion

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