- Linktipps

5 vor 10: US-Wahlen, Organspende, Armutsbericht, EU-Haushalt, Geldanlage

Wichtige Entscheidungen stehen diesen November an: Bereits nächste Woche bestimmen die US-Bürger, wer für die kommenden vier Jahre die Geschicke im Weißen Haus lenken wird. Ende des Monats soll in Brüssel eine Erhöhung des EU-Haushaltes beschlossen werden, wogegen sich großer Widerstand regt. Worum sich die Debatte um den Armuts- und Reichtumsbericht drehen müsste, ist ebenfalls Thema in den Linktipps.


1. Der Widerstand der Republikaner gegen grüne Technologien
(bloomberg.com, Carl Pope, englisch)
Die Vorliebe der Republikaner in den USA für fossile Energieträger wie Öl und Gas ist nicht neu: Der frühere Präsident George W. Bush und sein Vizepräsident Dick Cheney hatten beide viele Jahre in der Öl-Industrie gearbeitet und auch Barack Obamas Gegenkandidat im Jahr 2008, John McCain, wollte die Ölförderung weiter forcieren. Mitt Romney hob das Thema ebenfalls auf die Agenda und warf Obama vor, erneuerbare Energien zu stark zu subventionieren. Carl Pope vermutet, dass dahinter vor allem wirtschaftliche Interessen der Unterstützer von Romneys Kampagne stehen.

2. Organspende in Deutschland: Eine gigantische Fehlsteuerung
(oekonomenstimme.org, Ulrich Schmidt)
In den kommenden zwölf Monaten wird jeder Deutsche von seiner Krankenkasse befragt werden, ob er oder sie Organspender werden möchte. Damit soll ein drängendes medizinisches Problem gelöst werden: Deutlich mehr Menschen benötigen ein neues Organ als Spenderorgane zur Verfügung stehen. Ulrich Schmidt schlägt ein anderes Modell vor, um künftig deutlich mehr Patienten versorgen zu können: Er findet, dass ein Marktmechanismus, bei dem bares Geld für Organe gezahlt werden soll, zu einer erheblich effizienteren Lösung verhilft. Auch auf ethische Probleme, die damit verbunden wären, hat er eine Antwort.

3. Ein Land rechnet sich arm
(cicero.de, Dagmar Schulze Heuling)
Der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung birgt nach wie vor viel Stoff für Diskussionen. Wer kann als arm gelten und wer als reich? Eine ernstzunehmende Antwort auf die Frage bleibt der Bericht schuldig: Klare Definitionen sind in dem Werk Mangelware, stattdessen schimmert impliziter Egalitarismus durch. “Für freie Menschen ist in dieser Gedankenwelt kein Platz”, schreibt Dagmar Schulze Heuling. “Das sagt niemand in entwaffnenderer Offenheit als der Bericht selbst.”

4. Britische Rebellen haben Grund zum Widerstand
(ftd.de)
50 Abgeordnete der Konservativen bringen den britischen Premierminister David Cameron in Bedrängnis. Sie verlangen von ihrem Regierungschef, dass er sich für eine Kürzung des EU-Haushalts ausspricht. Die FTD teilt ihre Skepsis. Für Unverständnis sorgt, warum Kommission und Regierungen gerade in Krisenzeiten das EU-Budget kräftig erhöhen wollen. “Sie sollten erklären, warum sie nicht über grundsätzliche Reformen nachdenken, etwa bei den Agrarsubventionen, dem größten Haushaltstopf. Oder bei den Strukturhilfen, die es über Jahrzehnte nicht vermochten, die ökonomischen Unterschiede in Europa zu verringern – wie die Euro-Krise belegt”, heißt es in dem Leitartikel.

5. Weisen Finanzberater den richtigen Weg?
(fehradvice.com, Gerhard Fehr)
Viele Menschen verhalten sich irrational, wenn es um ihre private Altersvorsorge geht. Wer am Kapitalmarkt aktiv ist, tendiert meist dazu, Investitionen viel zu lange zu halten oder zu früh abzustoßen. Den optimalen Mittelweg findet kaum ein privater Anleger. Eine Studie aus den USA zeigt: Auch Finanzberater haben eine Mitschuld an dem Problem: Sie bestärken ihre Kunden in fehlerhaften Entscheidungen und raten zu oft zu riskanten Anlagestrategien.

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