Heute lesen Sie im 5vor10-Blogpost, weshalb man nicht auf Chinesen schimpfen sollte, warum die nördlichen EU-Staaten ein hohes Risiko eingehen, wie selbstlenkende Autos unsere Gesellschaft verändern werden, warum die EZB keine neuen Abstimmungsregeln braucht und was Religionen mit wirtschaftlichen Präferenzen zu tun haben.
1. Immer auf die Chinesen
(project-syndicate.de, Stephen Roach, englisch)
US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney und Präsident Barack Obama schimpfen auf China: Sie werfen der Volksrepublik vor, den Renminbi künstlich abzuwerten, um die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem Westen zu erhöhen. Yale-Ökonom Stephen Roach sieht das anders. Er findet: Amerika sollte China sogar dankbar sein. Die günstigen Importe würden die Inflationsrisiken in den USA senken. Außerdem hätten die Vereinigten Staaten nicht nur ein Handelsdefizit mit China, sondern auch mit 97 weiteren Ländern. Die USA müssten einfach wettbewerbsfähiger werden.
2. Drohende Verluste durch Target-Salden
(voxeu.org, Hans-Werner Sinn, englisch)
Die Notenbanken im Süden Europas schulden denen im Norden über eine Billion Euro. Grund dafür sind die Ungleichgewichte in den sogenannten Target-Salden bei der EZB, über die Notenbanken untereinander Zahlungen abwickeln. Hans-Werner Sinn vom ifo Institut warnt schon seit über einem Jahr davor, dass diese Forderungen bei einem Auseinanderbrechen der Eurozone wertlos wären. Andere Wirtschaftswissenschaftler sind skeptisch. Jetzt legt Sinn noch einmal nach – und holt sich Rückendeckung vom Rating-Unternehmen Moody’s.
3. Wie selbstlenkende Fahrzeuge die Wirtschaft verändern werden
(economist.com, Adrian Wooldridge, englisch)
Autos, die ohne Fahrer durch den Verkehr finden, könnten bald schon zum Alltag gehören. Eine Studie von KPMG kommt zu dem Schluss, dass sie schneller Realität werden, als die meisten vermuten. Adrian Wooldridge vom Economist schreibt, wie die Innovation Wirtschaft und Gesellschaft umkrempeln wird. Schon bald könnten manche Branchen und Berufe sich komplett verändern.
4. Brauchen wir eine Revision der Entscheidungsregeln im EZB-Rat?
(wirtschaftlichefreiheit.de, Uwe Vollmer)
Die Politik der EZB in der Schuldenkrise steht in der Kritik. Viele Experten verlangen eine Revision der Entscheidungsregeln, beispielsweise Vetorechte für wichtige Ratsmitglieder. Andere Ökonomen fordern mehr Transparenz. Für Uwe Vollmer, Wirtschaftsprofessor an der Universität Leipzig, zielen diese Vorschläge in die falsche Richtung. Vielmehr fordert er, dass der EZB bestimmte Aktionen untersagt werden sollten: Beispielsweise Geschäfte am Sekundärmarkt zu machen.
5. Religion, ökonomische und politische Konsequenzen
(oekonomenstimme.de, Christoph Basten und Frank Betz)
Die Religionszugehörigkeit prägt auch unsere wirtschaftlichen Präferenzen. Die Ökonomen Christoph Basten und Frank Betz untersuchten die Auswirkungen anhand zweier Kantone mit unterschiedlichen Konfessionen. Es zeigt sich, dass im protestantisch geprägten Kanton die Zustimmung zu Umverteilung und kürzeren Arbeitszeiten deutlich geringer ist. Ihre Ergebnisse sehen sie als ein gutes Argument gegen einen zu starken Zentralismus: “Damit werden auch die Vorteile eines föderalen Systems deutlich, in dem kulturell unterschiedliche Regionen die Freiheit haben, unterschiedliche wirtschaftspolitische Entscheidungen zu treffen.”
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