7 INSM

Warum die INSM für die Energiewende, aber gegen das EEG ist

Für die Energiewende, aber gegen das EEG: Geht das? Ja, das geht. Eine Antwort auf den Carta-Post „Wie die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft die Energiewende attackiert“.


Selten hat die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) mehr Aufmerksamkeit  zu einem Thema erhalten als für ihre aktuelle Kampagne “Energiewende machen, EEG stoppen!“. Es zeigt sich: Das Thema bewegt die Menschen, die Medien und  ist -  spätestens mit der gestiegenen EEG-Umlage – auch in der Politik angekommen.

Fürsprecher wie Gegner unsere Kampagne sind zahlreich. Letztere werfen uns im Kern vor, nicht wirklich für die Energiewende zu sein, das Rad zurückdrehen zu wollen. Nicht selten lesen wir, im Auftrag der Atomindustrie unterwegs zu sein (sind wir nicht).

In der Tat ist unsere Position für den interessierten Laien erklärungsbedürftig. Wir sind für die Energiewende, aber gegen das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG).

Erklärungsbedürftig deshalb, weil das EEG für den Aufschwung der erneuerbaren Energien steht. Ist also jemand, der das EEG ablehnt, nicht automatisch auch gegen den weiteren Ausbau dieser Energieformen?

Nein, ist er nicht. Warum nicht?

Um was es der INSM geht, ist die Vorteile der erneuerbaren Energien (keine Altlasten, Klimaschutz, keine Abhängigkeiten von Rohstoffen und den Ländern, die sie besitzen u.a.) mit den Vorteilen der Marktwirtschaft zu verbinden. Letzteres fehlt beim EEG praktisch völlig.

Mit dem EEG wird einer vorgegebenen Zahl von Technologien ein politisch ausgehandelter, garantierter Preis gezahlt. Und zwar jeder Technologie ein unterschiedlicher Preis.

Was sind die Folgen?

  • Mit dem EEG verbauen wir unsere Zukunft, weil wir ausschließlich die aktuell vorhandenen Technologien fördern. Wir fördern, was wir kennen: Windräder, Solaranlagen, Biogas. Energie-Erzeugungsformen der Zukunft können nicht entstehen. Fortschritt außerhalb der etablierten Technologien wird verhindert.  Wir zementieren den Status quo.
  • Die garantierten Einspeisepreise des EEG verhindern, dass sich die Erzeuger um die Verbraucher kümmern. Wie würde ein Supermarkt aussehen, wenn er alle Produkte zu einem festgelegten Preis garantiert abgenommen bekäme? Der Supermarkt-Leiter müsste sich nicht um ein Sortiment kümmern, das sich an den Wünschen der Verbraucher orientiert, noch würde er im Preiswettbewerb zum konkurrierenden Supermarkt stehen. Eine Folge im konkreten Fall der erneuerbaren Energie: Investitionen in Speichertechnologien bleiben aus. Weil wer sich nicht nach den Interessen der Kunden richten muss (z.B. “hoher Stromverbrauch am Morgen”), sondern sein Produkt zu jedem Zeitpunkt zum gleichen Preis abgesetzt bekommt, der muss sich eben auch nicht darum kümmern, Produkte gerade dann vorrätig zu haben, wenn der Kunde sie braucht. Der Strom aus den vorhandenen erneuerbaren Energie-Technologien wird aber nur dann der Strom der Zukunft sein, wenn es uns gelingt, ihn zu speichern und eben dann zur Verfügung zu stellen, wenn er benötigt wird.
  • Das EEG ist ungerecht. Wir haben vom IW Köln die Umverteilungswirkung des EEG untersuchen lassen. Ein Ergebnis: Einkommensschwache Haushalte werden durch das EEG relative zum Einkommen bis zu zehnmal stärker belastet als Haushalte mit hohem Einkommen. Dieser Effekt könnte sogar noch höher ausfallen, wenn man bedenkt, dass vor allem Hauseigentümer, die tendenziell überdurchschnittliche Einkommen beziehen, von der EEG-Förderung profitieren, da nur Eigenheimbesitzer Solardächer installieren können.
  • Der wichtigste Punkt aber ist: Die Energiewende ist viel zu teuer. Der gleiche Ausbau der erneuerbaren Energie könnte viel günstiger erreicht werden. Wir haben die Kosten in einer Studie vom RWI in Essen beziffern lassen. Behält man das heutige EEG-Fördersystem bis 2020 in unveränderter Form bei, ist mit Zusatzkosten von knapp 59 Milliarden Euro für die Stromverbraucher zu rechnen. Würden die erneuerbaren Energieformen dagegen im Wettbewerb stehen, so würden nur 6,8 Milliarden Euro anfallen, so das RWI. Diese Zahl ergibt sich, wenn man die heute günstigste erneuerbare Energieform (Windräder auf dem Land) als alleinigen Produzent für erneuerbaren Strom heranzieht. Wir könnten also 52 Milliarden Euro sparen – und hätten das gleiche Ziel erreicht.

Wie gesagt, die INSM ist gegen das EEG, aber für die Energiewende. Deshalb haben wir auch einen Alternativ-Vorschlag, mit dem die Energiewende deutlich günstiger würde. Wir nennen diese Alternative “Wettbewerbsmodell Erneuerbare Energien“, kurz WEE. Es entspricht im Kern dem geläufigeren Quotenmodell, das mit der Monopolkommission, dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und acatech (Deutsche Akademie der Technikwissenschaften) prominente Unterstützer hat.

Bei diesem Modell entscheidet nicht mehr die Politik mit der Festlegung von Vergütungssätzen über Wohl und Wehe einer erneuerbaren Energieform. Beim Quotenmodell legt die Politik einzig und allein fest, welchen Anteil die erneuerbaren Energien am gesamten Stromverbrauch zu einem bestimmten Zeitpunkt haben soll. Diese gesetzliche Vorgabe wird im Quotenmodell all jenen Unternehmen (Versorgern) gemacht, die Strom an Kunden verkaufen. Jeder Versorger muss beispielsweise 30 Prozent aus erneuerbaren Energien beziehen.

Warum ist das Quotenmodell dem EEG überlegen?

Das Quotenmodell erreicht die politischen Ziele treffsicher, und zwar weil das Quotenmodell Mengen- statt Preisvorgaben macht. Legt man dagegen, wie im EEG, die Preise fest, ist erst ex-post ersichtlich, ob die daraus resultierenden Mengen mit den vorgegebenen Zielen übereinstimmen (tun sie in der Praxis übrigens in der Regel nicht). Beim Quotenmodell ist die Vorgabe gleichzeitig das Ziel.

Auf was man beim Quotenmodell achten muss: Dass die Vorgaben der Politik von den Versorgern auch erfüllt werden. Dies gelingt, wenn der Nicht-Einhaltung der Vorgaben empfindliche Sanktionen folgen.

Außerdem: Im Quotenmodell gibt es Wettbewerb zwischen den alternativen Energieformen. Vorgegeben ist den Versorgern in diesem Modell ja ausschließlich die gesamte Abnahmengröße der erneuerbaren Energie. Der Versorger wird also in der Regel die günstigste erneuerbare Energieform wählen. Das spart den Stromverbrauchern nicht nur Milliarden, sondern führt in Folge des Wettbewerbs auch zu schnellerem Fortschritt – weil sich Forschung lohnt.

Dass beim Quotenmodell in der Praxis die eine oder andere Technologie nicht am Markt bleiben wird, dafür aber neue Technologien hinzukommen, ist nicht nur hinzunehmen, sondern gewünscht. Es geht darum, das Klima zu retten, nicht eine bestimmte Technik. Und: Wir werden das Klima nur retten, wenn die Rettung bezahlbar ist.

Womit wir bei der Kritik sind. Dem Quotenmodell wird vorgeworfen, dass es in der Praxis nicht taugt. Das ist falsch. In manchen Ländern funktioniert es (etwa in Schweden), in anderen Ländern nicht. In England zum Beispiel, wo man sich vom Quotenmodell wieder verabschiedet hat, waren die Sanktionen viel zu schwach.

Der entscheidende Erfolgsfaktor des Quotenmodells ist der bereits oben erwähnte Sanktionsmechanismus. Verfehlungen müssen messbar und die potenzielle Strafhöhe größer als ein eventueller Gewinn sein, der aus einer Verfehlung des Quotenziels resultiert.

Was es also braucht: Bei der Einführung eines Quotenmodells muss die Politik stark gegenüber Interessengruppen sein. Das ist nicht einfach, aber einfacher, als jährlich unter dem Einfluss der milliardenschweren Erneuerbaren-Energien-Lobby die garantierten Preise für die jeweilig geförderten Energien festzulegen.

Und noch ein Kritikpunkt, den wir häufig zu hören bekommen: Uns wird vorgeworfen, dass wir uns nicht gegen die Befreiung von der Umlage für energieintensive Unternehmen aussprächen. Der Punkt ist: Die Frage nach der Befreiung von der Umlage stellt sich in unserem Alternativmodell nicht. Da es im Quotenmodell keine Umlage gibt, braucht über eine Befreiung erst gar nicht diskutiert zu werden.

Zudem: Ja, es ist uns bewusst, dass das Quotenmodell alleine das Klima nicht retten wird. Solange das Quotenmodell eine nationale Veranstaltung bleibt und der Emissionszertifikatehandel den CO2-Ausstoß auf unserem Kontinent wesentlich bestimmt, solange spart das Quotenmodell Kosten, bringt (ebenso wenig wie das EEG) aber nichts fürs Klima. Deshalb plädieren wir für Regelungen auf (mindestens) europäischer Ebene.

„Die planwirtschaftliche Fehlsteuerung, die in der Landwirtschaft früher zu Butterbergen und Milchseen geführt hat, ist auf den Energiesektor übertragen worden“, schreiben Justus Haucap und Jürgen Kühling in einem lesenswerten Gastbeitrag in der FAZ. Darum geht es uns: Den Markt in die erneuerbaren Energien zu bringen. Dafür steht die INSM, für Markt und fairen Wettbewerb, nicht nur beim Thema „Energiewende“.

Dieser Post ist zuerst auf Carta erschienen.

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  • M.Leonhardt

    Zitat: “Dafür steht die INSM, für Markt und fairen Wettbewerb, nicht nur beim Thema „Energiewende“.”

    Das Quotenmodell dient nur einem Zweck: dem Machterhalt der
    Stromkonzerne und ist daher für eine wirkliche Energiewende
    kontraproduktiv.

    Wieso schreit die INSM erst jetzt, da den konventionellen
    Energie-Monopolisten das Heft aus der Hand zu gleiten droht nach Markt
    und Wettbewerb?

    Atom/Kohle wurden und werden im 3-stelligen Millardenbereich
    subventioniert, steuerbefreit und hofiert. Von freien Märkten und
    geschweige denn Wettbewerb weit und breit keine Spur. Im Gegenteil,
    Kosten, Risiken und Umweltfolgen werden sozialisiert und noch
    Generationen nach uns schwer zu schaffen machen; Gewinne und
    Einsparungen wurden nicht ansatzweise weitergegeben.

    Jetzt, da das Zeitalter der konventionellen Energien sich
    unwiderbringlich dem Ende zuneigt, wird nach Markt und gleichen
    Bedingungen gerufen: IHR HEUCHLER!

    Es ist richtig, wenn die Politik den Erneuerbaren Wettbewerbsvorteile
    verschafft und erhält. Das war bei Einführung neuer Technologien und im
    Konkurrenzkampf gegen überkommene Strukturen und Sachstände schon immer
    nötig.

    Die konventionelle Energiewirtschaft und mit ihr ihr Fürsprecher INSM
    werden sich damit abfinden müssen, dass Energieererzeugung wieder in
    Bürger- und Kommunalhand übergeht;, dezentral erwirtschaftet und
    gesteuert, unabhängig von Monopolisten und langfristig deutlich
    kostengünstiger.

    Das altgediente Stromkartell wird verschwinden und mit ihm alle, die
    nicht in der Lage waren, sich gedanklich und willentlich neuen
    Technologien und Erfordernissen zu stellen.

  • Off_On

    Noch besser wäre natürlich, gar nichts zu subventionieren oder zu bevorzugen, sondern den Faktor zu verteuern, den viele als das Kernproblem sehen: CO2-Emissionen. Genau so war es im europäischen Emissionsrechtehandel sinnvollerweise ja auch mal geplant. Es ist immer schlecht, wenn der Staat vorzeitig Siegertechnologien kürt. Das ist oft genug schief gegangen.

  • HugoMV

    Sorry, aber es ist eine absolute Preis-Propaganda, was auf der Seite des Industrie-Multiplikators INSM passiert. Wir sind dabei, mit den Erneuerbaren Energien endlich mal ein brauchbares Erbe zu hinterlassen und nicht nur
    - Finanzmarktschulden in Höhe der Aufwendungen der deutschen Wiedervereinigung
    - Atommüll und
    - eine zerschundene Natur.

    Vielleicht sollte sich die INSM, die einst gegründet wurde um das Vertrauen in die soziale Marktwirtschaft zu erhöhen, mit der Reichtumsverteilung beschäftigen. Ich empfehle hier eine Sendung des unverdächtigen Deutschlandfunks (http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/1892188/)

    (…) Alle Steuern auf Vermögen bringen in Deutschland gegenwärtig nicht
    einmal 10 Milliarden Euro im Jahr. Peanuts bei einem jährlichen Steueraufkommen
    von insgesamt etwa 600 Milliarden Euro. Bei einem geschätzten Gesamtvermögen
    von etwa 10 Billionen – das sind 10.000 Milliarden – ergibt sich ein Steuersatz
    von 0,1 Prozent. (…)

    Hier geht es um richtig Geld, das der Staat für seine Aufgaben gut gebrauchen kann. Und es wird klar, dass es bei der Energiewende streng genommen nur um Peanuts geht.

  • http://twitter.com/woksoll Wolfgang Ksoll

    In der deutschen Energiewirtschaft hat es nie eine Marktwirtschaft gegeben. Wo es Marktwirtschaft gibt, gibt es Blackouts wie in Kalifornien.

    Die einseitige Betrachtung des EEGs ist unseriös. Eine volkswirtschaftliche Betrachtung der Energriepoltik muss auch die vielen Milliarden Subventionen ins Kalkül ziehen, die Verbraucher und Steuerzahler für die konventionellen Kraftwerksbetreiber gezahlt worden. Leichen wie Wackersrdorf, Hamm-Uentrop, Kalkar, Polizeistaatskosten für Castor-Transport, Steuerverzicht für Rücklagenbildung für noch nicht erfolgten Rückbaufsvon hochradioaktivem Atomschrott, Ewigkeitskosten bei der Endlagerung (Asse, Gorleben), Wettbewerbsverzerrung der Marktwirtschaft durch Anlage der steuerfreien Rücklage in Kommunikationsunternehmen, Kosten des terroristischen Potenzials (kein Atomkraftwerke ist gegen Flugzeugabstürze hinreichend gesichert wie wir nach 9/11 erfahren mussten). Haftungsbeschränkungen für Atomkraftbetreiber und Abwälzung der Haftungsrisiken auf den Steuerzahler, der mit Mehrwertsteuer und Lohnsteuer von der Unterschicht und Mittelschicht finanziert wird, nicht aber von Vermögenden, die ihr Vermögen durch Kredite an den Staat vermehren. Für die Kohle gilt ähnliches. Milliarden wurden eingezahlt für Kohlesubventionen, das C02 verspestet die Umwelt, das CCS wäre eine überaus riskante Technologie wie die Atomenergie, wo Bürger bei Unfällen einfach vergast werden, wenn Gas aus dem Boden wird austritt. Mit Ewigkeitskosten.

    Man kann die Aufzählung mehren, aber da die INSM keine vergleichen ökonomische und volkswirtschaftliche Betrachtung vorgelegt hat, sondern nur eine einseitigen Shitstorm initiiert hat, um Industriepolitik statt Energiepolitik zu betreiben, ist das sinnlos.

    Zum Quotensystem: “Bei einem Quotensystem sind zum Beispiel Kraftwerksbetreiber, Stromhändler oder Endkunden verpflichtet, einen von der Politik festgelegten Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energien zu erzeugen bzw. zu beziehen.”

    Das ist Industriepolitik, keine Energiepolitik. Einseitig sollen hier Kraftwerksbetreiber bevorzugt werden. Durch dieses irrsinnige Zentralverwaltungswirtschaftsmodell soll die alte, überkommenen Industriepolitik zementiert werden.

    In einem Energiemodell, wo in der Sahara bei desertec Soalrstrom und Wasserstoff produziert wird, wo das RWE mit endlich ausgebauten Leitungen (hier lohnt sich eine Verstaatlichung, weil an der Nordsee die Marktversagen herrscht und RWE Milliiardenprojkte stoppen musste), wo dezentrale Kraftwärmekopplung Verbrennung effizienter als bei Großkraftwerksbetriebern macht, wo Haushalte dicke Batterien für ihre E-Autos vorhalten, mit denen sie intermittierenden Strom speichern kann, wo FDP-Wirtschaftsminister wie Brüderle nicht mehr feinsinnig Stromleitungen nach Norwegen hintertreiben (wo wir Strom aus Wasserkraftwerken beziehen können und auch zurückschicken können zum Hochpumpen) um in Süddeutschland Atomkraftwerke zu fördern, die möglicherweise kriminell an den Staat verkauft wurde, um der Verantwortung zu flüchten (was in normalen Märkten so nicht geht, weil da Kaufleute Atomkraftwerke nur bauen, wenn sie sich Rendite versprechen und nicht um F.J. Strauß zu Atomwaffen zu verhelfen), in solch einem Szenario tauchen Großkraftwerksbetreiber nicht auf, für die die INSM nun neue Pfründe sichern will.
    Technologischer Fortschritt soll wieder wie bei der Atompolitik mit verworrenen Gesetzen verhindert werden.

    In Deutschland wir es kein sozialistisches Quotenmodell geben, es sei denn die Linke oder die CDU setzen doch wieder den Sozialismus durch wie bei der Atompolitik. Aber das ist eher unwahrscheinlich, dass die versagenden Extremisten sich noch mal durchsetzen. Eher werden sich Bürgernetze mit dezentraler Stromerzeugung durchsetzen, wie es sich nach dem Versagen der CDU in der Netzpolitik (RWE-Projektstopp) in Schleswig-Holstein andeutet.

    Die Umstellung auf erneuerbare Energien (Sonne, Wind, Wasser) wird schneller kommen als die Verharrer der INSM mit ihrer altbackenen Industriepolitik von vorgestern denken können. Aber wir können das gerne zum Wahlkampfthema machen, dass Leute wie Clement bei der INSM den Leute weiter Ewigkeitskosten aufdrücken will wie bei Atom und Kohle statt hurtig aus dem Knick zu kommen und endlich ernsthaft die Energiewende zu betrieben. Ist schon raus, welcher Partei Clement von der INSM 2013 nahe stehen wird? Oder wechselt das so schnell weiter wie bei der CDU die Atompolitik?

  • http://www.facebook.com/andi.bandi.77 Andi Bandi

    Analyse der Argumente, Herr Johannes Eber:
    - “Mit dem EEG verbauen wir unsere Zukunft”: wir, also die aufgeklärten Menschen, wissen, woher die Energie auf dem Planeten kommt, die wir nutzen. Das ist zu über 99% die Sonnenenerige, die man direkt z.B. mit Photovoltaik nutzen kann, oder auch die dadurch gespeicherte Energie (Biomasse) oder Folgen der Sonneneinstrahlung (z.B. Wind, Wasser) nutzen kann. Sie argumentieren so, als ob man nichts wüßte, woher, wieso und wie die Energie auf der Erde kommt… Also die anderen schlauen Menschen wissen es schon.
    - “Die garantierten Einspeisepreise des EEG verhindern”: erstmal schaffen die auf 20 Jahre garantierten EEG-Preise SICHERHEIT, die es sonst auf dem Energiemarkt nicht gibt.
    - “Eine Folge im konkreten Fall der erneuerbaren Energie:Investitionen in Speichertechnologien bleiben aus”: das kann man sehr wohl in das EEG implementieren. Anpassen, statt Abschaffen, sollte man das Erfolgsmodell. Statt ein Loser-Modell wieder aufgreifen.
    - “Das EEG ist ungerecht.”: und die Erhöhungen bei der Energie sind gerecht??? Wie stark steigen die Preise von Öl, Gas, Kohle oder Uran in 20 Jahren??? Die EEG-Einspeisevergütungen bleiben dagegen konstant, und für neue Anlagen sinken die sogar deutlich. Ungerecht wäre es, aus staatlichen Mitteln zu finanzieren, das Ergebnis wäre VERSCHWENDUNG, siehe z.B. USA oder andere Länder mit billigem Öl.
    - “Der wichtigste Punkt aber ist: Die Energiewende ist viel zu teuer.”: Sie wissen aber schon, dass man das Ziel (100% Erneuerbar) mit nur Onshore-Wind niemals erreicht??? :-D
    Also sowas unqualifiziertes… Argumente ausgegangen???
    - “Diese gesetzliche Vorgabe wird im Quotenmodell all jenen Unternehmen (Versorgern) gemacht, die Strom an Kunden verkaufen. Jeder Versorger muss beispielsweise 30 Prozent aus erneuerbaren Energien beziehen.”: wer ist Versorger??? Jeder Haushalt kann Versorger sein, und dank EEG gibt es inzwischen mehr als 1 000 000 Versorger, mit 100% EE´s… SIE wollen aber die Macht bei den großen EVU´s ERZWINGEN, nicht wahr?
    - “Das Quotenmodell erreicht die politischen Ziele treffsicher”: treffsicher die Energiewende abbremsen, das schon. Und natürlich die Macht bei den EVU´s belassen, “antidezentral und planwirtschaftlich”.

    • julius_wvk

      Hallo Andi Bandi.

      “Die EEG-Preise schaffen Sicherheit”:

      Das ist ein viel beworbener Vorteil des EEG. Die Frage ist aber ob es diese Sicherheit, die die Stromverbraucher mit hohen EEG-Umlagen bezahlen, wirklich gebraucht werden. Ihr Bäcker um die Ecke hat auch keine volle Sicherheit, trotzdem backt er Brötchen. Es gibt schließlich eine Nachfrage für sein Angebot. Das gilt für die EE auch. Sobald es eine Nachfrage (wichtig: zum unsubventionierten Preis) gibt, wird sich ein Anbieter am Markt einfinden.

      “Anpassen, statt Abschaffen”:

      Das die Quote kein Loser-Modell ist, wurde hinreichend belegt. U.a. zu geringe Sanktionen sorgten für das Scheitern des britischen Quotenmodells. Sie maßen sich an, mit der ständigen Erneuerung der Fördersätze schlauer als der Markt zu sein. Sind sie sicher, ständig optimal 3000 unterschiedliche Einspeisevergütungen festzusetzen? Und sie wollen zusätzlich Subventionen für Speichertechnologien? Das WEE schafft beides: Markt und einen Anreiz für Invests in Speichertechnologien.

      “Ungerecht wäre es, aus staatlichen Mitteln zu finanzieren”:

      Das EEG hat ganz eindeutig Subventionscharakter. Der Staat bestimmt darüber, wie das Geld der Bürger ausgegeben wird. Ob das nun direkt aus Steuermitteln geschieht oder indirekt aus der verpflichtenden EEG-Umlage – es kommt aufs gleiche raus. Wie sie richtig sagen: Das Geld wird verschwendet, oder zumindest ineffizient eingesetzt. Das gilt genauso auch für den damaligen Kohlepfennig.

  • Pingback: Dieselbe Sonne: Eine Antwort auf Dagmar Dehmers Tagesspiegel-Artikel | INSM Blog

Autor

Johannes Eber

ist Volkswirt, verantwortet bei der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft die digitale Kommunikation.

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