1. “Weg mit den Nationalstaaten!”
(ftd.de, Roland Benedikter)
Die Staaten der Europäischen Union tun sich schwer damit, einen kleinen Teil ihrer Souveränität an die EU abzugeben. Dabei wäre das vor allem in der aktuellen Schuldenkrise von Vorteil, denn kleinere Gebiete lassen sich besser verwalten als große Nationen – und zwar unter dem Dach der EU. Eigentlich geschieht auch genau dies, denn das Urteil des Verfassungsgerichts in Karlsruhe am 12. September, der Rettungsschirm ESM sei unter Auflagen mit dem Grundgesetz vereinbar, schränkt das Budgetrecht der Parlamentarier zugunsten Europas ein. Geht die Ära der Nationalstaaten damit zu Ende?
2. Einfallslos und riskant
(handelsblatt.com, Herbert Walter)
Zuschussrente oder Solidarrente für Geringverdiener? Eigentlich hat doch keiner wirklich Durchblick bei den aktuellen Rentenplänen von CDU und SPD. Denn an den einzelnen Modellen hängt eine lange Liste von Hürden, die es zu bewältigen gilt, wenn man diese Rente bekommen will. Dabei war das Ziel doch, etwas gegen die drohende Altersarmut von Geringverdienern zu tun. Dieses Ziel scheint irgendwie aus dem Blickfeld geraten zu sein. Herbert Walter fasst die Entwicklung des Rentensystems der vergangenen Jahre zusammen.
3. Warum Arbeitsmarktprobleme nicht von selbst verschwinden
(VoxEU, Richard Dobbs und Anu Madgavkar, englisch)
Die Arbeitslosigkeit in den USA, Großbritannien und vielen Euro-Ländern liegt bei über acht Prozent. Die Ökonomen Dobbs und Madgavkar vom McKinsey Global Institute halten nicht nur die Rezession für verantwortlich. Vielmehr machten die dauerhaft hohen Arbeitslosenzahlen Trends auf den weltweiten Arbeitmärkten sichtbar, die auch eine anziehende Weltkonjunktur nicht umkehren könne. Auswege böten nur länderangepasste Strukturreformen und Bildungsinvestitionen.
4. Was, wenn Chinas Zorn auch mal die Deutschen trifft?
(faz-community.faz.net, Christian Greinitz)
Seit Tagen gehen in China die Menschen auf die Straße – wegen eines Territorialstreits zwischen China und Japan um eine unbewohnte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer. Der Konflikt trifft vor allem japanische Unternehmen mit Sitz in China. Viele japanische Firmen haben die Produktion eingestellt, u.a. die Fahrzeugherstellung. Das dürfte besonders die deutsche Automobilindustrie freuen, die schon im August die Japaner als wichtigster Hersteller für den chinesischen Markt ablösen konnte. Doch was passiert, wenn sich der Zorn der Chinesen mal gegen deutsche oder europäische Produkte richtet?
5. Der Hochfrequenzhandel muss transparenter werden
(ftd.de, Florian Rentsch)
Börse auf dem Parkett gibt es kaum noch – stattdessen ist die elektronische Börse mit neuen Handelsformen entstanden. Der Hochfrequenzhandel ist eine von ihnen. Dabei werden sehr viele Aufträge in kurzen Zeiträumen an die Handelsplätze weitergeleitet – und das alles automatisch. Nach den sogenannten Flash-Crashs ist die Frage aufgekommen, wie diese Art des Handelns reguliert werden kann. Der hessische Landesminister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung kommentiert in der Financial Times Deutschland die beiden Grundpositionen der aktuellen Debatte.
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