1. 40 Jahre und kein bisschen weiser
(Liberales Institut, Detmar Doering)
Das Ende ist nah; die Katastrophe dräut! Vor 40 Jahren machte der Bericht “Die Grenzen des Wachstums” die Menschen echt betroffen. So allerlei Ressourcen – etwa das Öl – dürfte es heute eigentlich schon gar nicht mehr geben. Weil aber diese Prophezeiungen irgendwie schief gingen, versucht der Club of Rome in seiner aktuellen Jubiläumsschrift weniger, die bisherigen Orakeleien im Lichte des (nicht) Eingetretenen zu evaluieren. Vielmehr werden neuere Schreckensszenarien zum Klimawandel inszeniert. Stefan Kooths vom Institut für Weltwirtschaft nimmt das zum Anlass, die Wissensanmaßungen, Planungsgläubigkeiten und Umverteilungsideologien, die dahinter stehen, aufs Korn zu nehmen.
2. Ökonomie im Alltag
(EconomicsBlog, Tejvan Pettinger, englisch)
Als Motivationshilfe zur Studienentscheidung wendet Tevjan Pettinger grundlegende Regeln der Ökonomie auf das Alltagsleben an und zeigt: “Some of this is just common sense, but economics can put a theory behind our everyday actions.”
3. Gegen Nahrungsknappheit ist die Euro-Krise ein Klacks
(Handelsblatt, Herbert Walter)
Die Spekulation mit Agrarrohstoffen habe erschreckende und ethisch fragwürdige Ausmaße angenommen, analysiert Herbert Walter im Handelsblatt. Agrarinvestments dürften nicht zu steigenden Preisen, sondern müssten zu einem höheren Nahrungsangebot führen.
4. WTO-Erweiterung: Mehr Freiheit im Welthandel?
(Wirtschaftliche Freiheit, Dieter Bender)
Mit dem Beitritt Russlands zur WTO am 22. August haben die längsten Beitrittsverhandlungen in der Geschichte von GATT/WTO nach, sage und schreibe, 18 Jahren ihr Ziel erreicht. Nunmehr habe das WTO-Abkommen von 1995 als Rechtsnachfolger des GATT eine nahezu universale Reichweite, schreibt Dieter Bender. Die Marktöffnungsregel bedeutet jedoch noch nicht die Durchsetzung von Handelsliberalisierung. Sie sei eher eine Absichtserklärung, mit der sich die WTO-Mitglieder verpflichten, sich in multilateralen Verhandlungsrunden um gegenseitige Marktzugangsöffnungen zu bemühen.
5. Eurokrise vor dem Ende
(ZEIT Herdentrieb, Dieter Wermuth)
Die Krise in der Währungsunion muss in den nächsten Monaten gelöst werden, weil es keine Alternative gibt, schreibt Dieter Wermuth: “Wenn der Euro überleben soll, muss jetzt der institutionelle Rahmen geschaffen werden, der bisher fehlte.” Dazu gehöre einerseits eine Bankenunion und andererseits eine Kontrollinstitution, die die Banken im Euroraum beaufsichtige, die in der Lage sei, sie zu schließen oder zu retten, je nachdem, und die eine gemeinsame Einlagensicherung organisiere. “Wie immer der Kompromiss aussehen wird, am Ende werden wir es mit einem institutionell gefestigten Euro zu tun haben”, schreibt Wermuth und analysiert Konsequenzen.
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