1. Besser mickrige Entlastung als gar keine
(wiwo.de, Cornelia Schmergal)
Viel Geld ist es nicht: Rund neun Euro mehr im Monat hat ein Durchschnittsarbeiter mit einem Einkommen von 3.000 Euro zur Verfügung, wenn die Rentenbeiträge im kommenden Jahr wie angekündigt sinken. Doch auch scheinbar kleine Entlastungen helfen der Wirtschaft: Die Senkung des Rentenbeitrags summiert sich bei Arbeitnehmern und Arbeitgebern auf insgesamt 5,4 Milliarden Euro. Zudem gerieten Politiker durch die Maßnahme auch weniger in Verführung, die Überschüsse der Rentenversicherung für neue Sozialleistungen auszugeben, schreibt Cornelia Schmergal.
2. Klartext gegenüber China
(faz.net, Christian Geinitz)
Mit gleich zwei Flugzeugen, dem halben Bundeskabinett und 20 hochrangigen Wirtschaftsvertretern reist Angela Merkel nach China. Es ist bereits ihr zweiter Peking-Besuch in diesem Jahr. Die Kanzlerin glaubt an ein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen der Bundesrepublik und der chinesischen Führung. Doch Vorsicht ist geboten: “China hat keine Freunde, sondern nur Interessen”, schreibt Christian Geinitz. Er mahnt die Bundesregierung ebenfalls zu selbstbewusstem Auftreten. Stattdessen werde die Kanzlerin aber immer zahmer, je abhängiger Deutschland und Europa von China werde.
3. Großes Fressen oder Henkersmahlzeit?
(sueddeutsche.de, Marc Beise und Thomas Fromm, Video)
Investoren leihen Deutschland Geld zu minimalen Zinsen, die Wirtschaft freut sich über gute Exportgeschäfte – im Gegensatz zu den südeuropäischen Krisenländern ist die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Bundesrepublik hervorragend. Das stößt im Ausland auf Kritik. “Es wird immer nur der Finger auf die Deutschen gezeigt und gesagt: Das kann nicht sein, dass ihr so stark seid”, sagt Marc Beise, Wirtschaftsressortleiter der Süddeutschen Zeitung in seinem Videoblog. Die wirtschaftliche Stärke Deutschland vorzuwerfen, findet er jedoch unfair: “Wir haben uns diesen Wettbewerbsvorteil hart erarbeitet.”
4. Wie unmoralisch sind Finanzmarktgeschäfte mit Agrarrohstoffen?
(uni-halle.de, Ingo Pies, PDF)
Spekulationen auf Nahrungsmittelpreise stehen in der Kritik. In einem ausführlichen Interview beschäftigt sich der Wirtschaftethikprofessor Ingo Pies aus Halle mit dem Vorwurf, Finanzmärkte würden Hungerprobleme verstärken. Er räumt darin mit vielen Vorurteilen auf: “Es gilt zu vermeiden, dass ausgerechnet im Namen der Moral Maßnahmen propagiert werden, die genau das Gegenteil von dem bewirken, was sie eigentlich bewirken sollen”, sagt Pies. “Wer den Hunger auf dieser Welt nachhaltig bekämpfen will, muss die Funktionsweise der Agrarmärkte institutionell stärken, nicht schwächen.”
5. Das Patentrecht muss sich ändern
(bloomberg.com, Evan Soltas, englisch)
Nachahmung gilt als die höchste Form der Anerkennung. Vielen Unternehmen ist sie aber ein Dorn im Auge: Wer neue Produkte erfindet, möchte möglichst lange alleine von den Erträgen seiner Entwicklungsarbeit profitieren. Für die Gesellschaft kann das problematisch sein: Wenn Firmen wie Apple auf bestimmten Märkten zu lange als Monopolisten agieren dürfen, leidet der Wettbewerb und damit auch die Innovationskraft einer Volkswirtschaft, findet Evan Soltas.
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