1. Fluchtplan für den Griechenland-Ernstfall
(ftd.de)
Angela Merkel bekommt heute Besuch von ihrem griechischen Amtskollegen Antonis Samaras. Aus dessen Land kamen zuletzt ermutigende Signale: Athen kämpft gegen Steuerbetrüger, reformiert das Rentensystem und spart härter als die meisten anderen Euroländer. Dennoch ist die Gefahr eines Austritts aus der Eurozone nicht gebannt. Dagegen muss sich auch die Bundesregierung wappnen, fordert die FTD: “Wer sich auf das Worst-Case-Szenario nicht vorbereitet, handelt grob fahrlässig.”
2. Time for Germany’s Bundesbank to Put Up or Shut Up
(bloomberg.com, englisch)
Der Konflikt zwischen Mario Draghi, dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank, und Bundesbank-Chef Jens Weidmann spitzt sich zu. Weidmann stemmt sich gegen Draghis Plan, den Euro zu retten, egal was es kostet. Wie die Auseinandersetzung ausgeht, könnte essentielle Bedeutung für die Zukunft der Eurozone haben, meint die Finanzagentur Bloomberg. Sie sieht die Rolle des obersten Bundesbankers äußerst kritisch: Sein Job sei es nicht, die Interessen Deutschlands zu vertreten, sondern die der Eurozone.
3. Wen interessiert es, ob Samsung Apple kopiert hat?
(blogs.hbr.org, James Allworth, englisch)
Im Prozess zwischen den beiden Technologieunternehmen Apple und Samsung um Patentstreitigkeiten wird in Kürze ein Urteil erwartet. Apple behauptet, der koreanische Konkurrent habe wesentliche Merkmale des iPhones kopiert und in seine eigenen Smartphones integriert. Selbst wenn die Vorwürfe stimmen sollten, wäre das nicht weiter schlimm, findet James Allworth. Er argumentiert: Nachahmung belebt das Geschäft. Sollte Apple vor Gericht verlieren, würde das Unternehmen auch nicht damit aufhören, neue Produkte zu entwickeln. Ein schwächerer Patentschutz könnte Apple sogar dazu bringen, Innovationen noch stärker zu forcieren, als es heute der Fall ist.
4. IWF-Ökonomen entdecken das Vollgeld
(fazitblog.de, Patrick Welter)
Nicht nur Zentralbanken können die Geldmenge in einer Volkswirtschaft erhöhen – auch normale Geschäftsbanken können das, zum Beispiel indem sie neue Kredite vergeben. Diese unkontrollierte Geldschöpfung kann Finanz- und Konjunkturkrisen beschleunigen, glauben einige Wirtschaftswissenschaftler. Eine Alternative wäre ein Vollgeldsystem, in dem Banken nur das Geld verleihen dürfen, das sie auch an Einlagen eingesammelt haben. Forscher des Internationalen Währungsfonds haben in einer Studie nun berechnet: In den USA könnte sich die Wirtschaftsleistung dadurch drastisch erhöhen und die Staatsverschuldung verringern. Doch ihr Vorschlag stößt auf harte Kritik.
5. Die Verhaltensökonomie hinter schlechten Passwörtern
(wired.com, Ryan Tate, englisch)
Der durchschnittliche Internetnutzer wird nur äußerst selten Opfer eines Hacker-Angriffs. Wenn es ihn aber trifft, ist der Schaden meist enorm: Konten werden geplündert, persönliche Daten gehen verloren. Dennoch schützt sich kaum jemand effektiv vor der potenziellen Gefahr. Mit allzu simplen Passwörtern machen es viele den Hackern allzu leicht. Warum ist das so? Die meisten Menschen unterschätzen Gefahren, die nur mit geringer Wahrscheinlichkeit eintreten, sagt Verhaltensökonom Dan Ariely. Er findet: Internetdienstleister sollten deshalb bessere Anreize schaffen, die uns dazu bringen, uns selbst besser zu schützen.
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