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5 vor 10: EZB, Biosprit, Euro, US-Wirtschaftspolitik, Referendum

1. Europas faule Kredite
(sueddeutsche.de, Hans-Jürgen Jakobs)
Eine Billion Euro faule Kredite gibt es, die nicht in den Bilanzen der europäischen Banken auftauchen. Wenn die Banken nicht damit rechnen, dass ihre Schuldner die Kredite noch bezahlen werden, werden sie in die Abwicklungsbanken, sogenannte “Bad Banks”, umgebucht. Genauso könnte es bald auch die Europäische Zentralbank machen, schreibt der Wirtschaftsressortleiter der Süddeutschen Zeitung Hans-Jürgen Jakobs, hat sie doch zahlreiche Staatsanleihen zu billigsten Konditionen aufgenommen. “Irgendwann aber werden die Volksvertreter entscheiden müssen, ob weiter die Bürger für die Schieflage von Banken und Staaten zahlen, oder ob das nicht Sache der Geldverleiher und der jeweiligen Gesellschafter ist”, schreibt er.

2. Hungern für den Ökotank
(blog.wiwo.de/chefsache, Roland Tichy)
Tank statt Teller, lautet spätestens seit dem Verkauf des Biosprits E10 die Devise, doch das ist in der öffentlichen Debatte höchst umstritten. Im Zuge der nach den Dürren in Indien und den USA wohl steigenden Mais- und Getreidepreise hoffen auch die deutschen Bauern vielerorts auf steigende Gewinne. “Ist das wirtschaftliche Klugheit oder moralisch verwerfliche Spekulation mit Lebensmitteln, gar ein Geschäft auf Kosten der Hungernden, wie es erboste Aktivisten den Banken vorwerfen?”, fragt Roland Tichy.

3. Wer am meisten vom Euro profitiert hat
(marginalrevolution.com, Tyler Cowen)
Keine Wechselkursrisiken oder eine größere Wettbewerbsfähigkeit der Region – der Euro hat auch zahlreiche Vorzüge mit sich gebracht. Nur haben nicht alle Euro-Länder davon profitiert: Während es in den Niederlanden und in Finnland steil bergauf ging, machte die Wirtschaft in Griechenland, Italien und Spanien bekanntlich einen Sprung nach unten. Doch wie sieht es eigentlich in Deutschland aus? Auch das lässt sich aus der Grafik auf Marginal Revolution ablesen.

4. Wirtschaftspolitik in den USA – Kein Raum zum Manövrieren
(handelsblatt.com, Mohamed El-Erian)
Ob Obama oder Romney, völlig Wurst, findet Mohamed El-Erian. In der Wirtschaftspolitik ändere sich ohnehin kaum etwas, denn wer immer die Wahl im November gewinnen wird – viel Spielraum bleibe in wirtschaftlichen Fragen sowieso nicht. Die Volkswirtschaft der USA werde, wenn überhaupt, kaum wachsen, die privaten Haushalte seien immer noch hoch verschuldet und für viele Arbeitslose gebe es kaum Hoffnung, bald einen Job zu finden.

5. Dann fragt mal das Volk
(wirtschaftswunder.ftd.de, Thomas Fricke)
Jetzt, wo es mit dem Euro bergab zu gehen scheint, gebe es immer wieder Ökonomen, die in “Mondmodellen” glaubhaft machen wollen, dass die Deutschen mit der Mark ja besser dran gewesen wären. Eine Volksabstimmung aber birge eine Reihe an Gefahren. “In so einem Moment ein Referendum in Deutschland anzukündigen würde die Krise sehr wahrscheinlich eskalieren lassen, bevor die Deutschen überhaupt Wahlbescheinigungen im Briefkasten haben”, schreibt Fricke. Und was, wenn sich letztlich doch die Mehrheit der Deutschen gegen die “Retrolösung Mark” entscheide?

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