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5 vor 10: Eurozone, Steuern, Feuilleton, EZB, Effizienz

1. Konzerne ziehen Geld aus dem Euroraum ab
(faz.net, Marcus Theurer)
Großkonzerne beginnen, ihr Geld aus der Eurozone abzuziehen – aus Angst vor dem Zerfall des Euro, berichtet FAZ-Korrespondent Marcus Theurer aus London. Einige Konzerne tauschen ihr Geld täglich in Dollar oder legen liquide Mittel lieber in US-Staatsanleihen an. Deutschland sei bislang praktisch nicht betroffen, dennoch werde über das Thema hierzulande kaum gesprochen – zu groß sei die Angst, als Totengräber des Euro dazustehen. Britische Spitzenmanager haben da offensichtlich weniger Hemmungen.

2. In guten Zeiten Steuern erhöhen
(voxeu.org, Jeffrey Frankel, englisch)
Letztlich sei es egal, ob ein Staat eine Schulden- oder eine Sparpolitik betreibe, schreibt Harvard-Professor Jeffrey Frankel. Entscheidend sei nur, in welchen Phasen der Konjunktur gespart oder Geld ausgegeben werde – antizyklisch sollte es sein. Das Problem der Krisen in Europa und den USA sei aber, dass die Politiker prozyklisch handelten. Wieso auch Steuern erhöhen, wenn alles gut ist? Doch was westliche Politiker nicht zu schaffen scheinen, hat in Schwellenländern wie Indonesien und Malaysia geklappt: Sie haben in guten Zeiten für die schlechten vorgesorgt.

3. Warum die Feuilletons sich für Wirtschaft interessieren
(wirtschaftlichefreiheit.de, Rainer Hank)
Kapitalismusdebatte statt Kunstkritik, Ordnungspolitik statt Opernbesprechung: Das Feuilleton der Qualitätszeitungen verlässt immer öfter das Feld der Kulturberichte, um grundlegende ökonomische Fragen zu diskutieren. Bei den Lesern kommt das gut an, schreibt der Wirtschaftsressortleiter der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Eine Erklärung dafür sei, dass das Feuilleton die Nachfrage nach moralischen Bewertungen des Zeitgeschehens bediene. Aus Sicht von Hank wäre es für die Ökonomie angebracht und an der Zeit, die Eindimensionalität der neuen Kapitalismuskritik zu hinterfragen: “Dazu müsste sie sich aber kundig auf die philosophische Ebene begeben.”

4. Riskiert die EZB die Insolvenz?
(forbes.com, Karl Whelan, englisch)
Wie jedes Unternehmen muss auch die Europäische Zentralbank eine Bilanz erstellen, die sich allerdings vornehmlich durch die Möglichkeit, Geld zu drucken, von herkömmlichen Bilanzen unterscheide. Der irische Ökonom Karl Whelan erklärt, wieso die EZB auch negatives Eigenkapital haben kann und wieso die Verluste durch Staatsanleihenankäufe wesentlich drastischer sein müssten, damit die Bank ins Straucheln geriete.

5. Mit der Post die Effizienz eines Staates testen
(blogs.wsj.com,  David Wessel, englisch)
An manchen Dingen, die in einem Staat schief laufen, sei nicht immer die Politik Schuld – so lautet das Fazit einer neuen Studie des amerikanischen National Bureau of Economics. Die Autoren verschickten Briefe weltweit an Adressen, die es nicht gab, um zu testen, wie effizient ein Staat funktioniert. Auf dem Kouvert baten sie darum, den Umschlag zurückzusenden, falls der Empfänger unbekannt sei. Viele der in 157 Länder verschickten Briefe brauchten fast ein Jahr um wieder zurück zum Empfänger zu kommen – aus Kambodscha, Russland oder Tadschikistan kam die Post bisher nicht zurück.

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