- Linktipps

5 vor 10: Spekulation, Krisenländer, Markenimage, Migration, EZB

1. US-Spekulanten wetten auf Euro-Crash
(tagesspiegel.de, Henrik Mortsiefer)
Kaum jemand würde von einem Euro-Crash profitieren, außer einigen Spekulanten am amerikanischen Terminmarkt. Mit Milliardensummen wetten sie auf den Kollaps der Gemeinschaftswährung. Doch ihre Wette scheint nicht aufzugehen: „Bei Marktbeobachtern setzt sich die Meinung durch, dass die EZB glaubwürdiger als bisher die Anti-Euro-Fraktion zurückdrängen könnte“, schreibt Mortsiefer. Ist der Euro womöglich schon gerettet?

2. Vier Strategien, wie Sparer aus Euro-Krisenländern ihr Geld retten
(welt.de, F. Stocker , T. Wagner, B. Kálnoky, T. Kaiser, U. Müller)
Die Korrespondenten der „Welt“ haben mit Sparern und Unternehmern aus Griechenland, Irland, Spanien und Portugal gesprochen: Sie schrecken vor der Aufnahme neuer Kredite zurück und legen ihr Geld wegen der größeren Sicherheit lieber bei deutschen Banken an. Andere haben schon alles Geld von den Konten abgezogen, weil sie sich von den Finanzinstituten übers Ohr gehauen fühlen.

3. Können Marken zu groß sein, um Gutes zu tun?
(fastcoexist.com, Daniel Baylis, englisch)
Firmen wollen als ökologisch und sozial verantwortlich gelten. Kleineren Unternehmen gelingt das oft problemlos – Konzerne müssen sich das Image dagegen meist hart erarbeiten und ihr Konzept gegen den Vorwurf etwa des Greenwashings verteidigen. Fällt es großen Marken schwerer, Gutes zu tun und es nach außen zu zeigen, fragt Marketing-Blogger Baylis. Er schaut sich an, wie Google, Pepsi oder General Electric am sozialen Unternehmertum arbeiten. Sein Fazit: Wer die Herzen der Konsumenten gewinnt, verdient viel Geld. Doch was ist dran, an dem allzu pathetisch klingenden Motto?

4. Wo bleiben sie denn, die EU-Migranten?
(faz.net, Winand von Petersdorff)
Über die Zeitung und das Internet wollte das beschauliche Städtchen Schwäbisch-Hall seine offenen Stellen mit jungen, motivierten Migranten aus Portugal besetzen. Keine schlechte Idee, fanden die Medien und traten den Marketing-Coup breit. Doch zwei Monate später ist die Ernüchterung groß: Nur 26 Stellen wurden mit Portugiesen besetzt. Ein Grund für Winand von Petersdorff zu fragen, was aus einer der großen Ideen der Gründerväter der EU, dem freien Personenverkehr,  geworden ist. Eine Idee, die “Menschen des Kontinents zusammenbringen, den Leuten von den armen Rändern bessere Perspektiven schenken und die Einkommensunterschiede langfristig nivellieren” sollte. Ist sie gescheitert, weil sich die Menschen nicht vom Fleck bewegen?

5. Die Schuldenstaubsauger vom Main
(handelsblatt.com, Wolfram Weimer)
Die Europäische Zentralbank führe die Eurobonds quasi durch die Hintertür ein, schreibt der Chefredakteur des Politikmagazins „Cicero“, Wolfram Weimer. Durch die Staatsanleihenankäufe der EZB könnten die südeuropäischen Staaten, anstatt zu sparen und seriös zu wirtschaften einfach auf die anrollenden Geldlaster aus Frankfurt warten. Trotz Merkels klarem Nein zu den Eurobonds, die die Schulden aller Euro-Staaten vergemeinschaften würden, gebe es immer mehr Sympathisanten dieser Idee. Das liege an einem naiven Solidaritätsgefühl.

Gute Kommentare, interessante Hintergründe – jeden Morgen um 5 vor 10 Uhr präsentieren wir auf dem INSM-Blog fünf ausgewählte Links zu interessanten Ökonomie-Blogs und Wirtschaftsseiten.

Keine INSM-Blog-Post mehr verpassen? Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter oder abonnieren Sie unseren RSS-Feed.

Autor

INSM Redaktion

Alle Beiträge von