1. Milchmädchenrechnung mit deutschem Strom
(wallstreetjournal.de, Andreas Lochner)
Die Energiewende wird für die Verbraucher immer teuerer. 16,4 Milliarden Euro mussten sie im vergangenen Jahr für die Förderung von erneuerbaren Energien hinblättern. Das dürfte künftig noch mehr werden: Die 20-Milliarden-Grenze ist schon in Sicht. Solar- und Windkraft werden auf absehbare Zeit weiter auf Fördermittel angewiesen bleiben. Welche Möglichkeiten gibt es, ihren Ausbau zu forcieren, ohne dass die Kosten aus dem Ruder laufen? Andreas Lochner gibt Antworten.
2. Sind wir böse Spekulanten?
(handelsblatt.com, Christine Bortenlänger)
Der Spekulant ist in der öffentlichen Wahrnehmung der Bösewicht in der Wirtschaftsgeschichte. Instrumente wie die Börsenumsatzsteuer oder das Verbot des Hochfrequenzhandels sollen seine Machenschaften eindämmen. Wäre unsere Welt ohne Spekulationen wirklich besser? Sicherlich nicht, meint Christine Bortenlänger. Wir alle spekulieren – wenn wir Versicherungen abschließen oder ein Unternehmen gründen. Spekulationen zu verbieten, würde Planungssicherheit deutlich erschweren: “Gut und Böse verteilt sich nicht simpel in Spekulanten und Nicht-Spekulanten – so viel, und nur so viel ist sicher.”
3. Mit schönen Menschen machen wir lieber Geschäfte
(fehradvice.com)
Die britische Fernsehshow “Golden Balls” konstruiert ein klassisches Gefangenendilemma: Im Finale stehen zwei Kandidaten vor einem Jackpot. Im Verborgenen treffen sie die Entscheidung, ob sie den Geldbetrag stehlen oder mit dem anderen Kandidaten teilen wollen. Wenn einer stiehlt, bekommt er alles. Wenn beide stehlen, bekommt niemand etwas. Geteilt wird nur, wenn beide das wollen. Solche für beide nützlichen Kooperationen hängen nicht nur vom Verhandlungsgeschick ab: Zwei Forscher der Universität Zürich haben anhand von Daten aus der Sendung nachgewiesen, dass unsere Kooperationsbereitschaft steigt, wenn wir es mit einem äußerlich attraktiven Gegenüber zu tun haben.
4. Immer mehr Deutsche vererben ihren Nachlass an Israel
(ynetnews.com, Itamar Eichner, englisch)
Wem vermachen die Deutschen ihr Vermögen? Die meisten vererben es an ihre Familie. Doch manche schenken ihren Nachlass auch einem Staat. Isreal vermeldet nun einen Rekord: Noch nie haben so viele Bundesbürger ihre Besitztümer an das Land vererbt wie in diesem Jahr. Obwohl die Motive dafür weitgehend unklar bleiben, vermuten die Behörden, dass viele Spender damit Schuldgefühle aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs verarbeiten wollen.
5. Bücher bekommen eine Quoten-Analyse
(fastcompany.com, Sarah Kessler, englisch)
Im Internet überwachen Verlage in Echtzeit wie viele Klicks ein Artikel bekommt, im Fernsehen gibt eine tägliche Analyse der Einschaltquoten Auskunft darüber wie gut eine Sendung beim Publikum ankommt. Während das Nutzungsverhalten für die meisten Medien mittlerweile exakt erforscht wird, blieb die Welt der Bücher den Statistikern bisher verschlossen. Das soll sich jetzt ändern: Mit der steigenden Verbreitung von E-Books können Verlagshäuser nicht nur herausfinden, wer bestimmte Bücher liest, sondern auch welche Stellen als besonders spannend empfunden werden. Wird sich die Art und Weise, wie Bücher geschrieben werden, durch neuen Quotendruck nun grundlegend ändern?
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