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Weidmann, Libor-Affaire, Wirtschaftswissenschaften, Chinesen, Kriminalität

1. Von Weidmann genervt
(ftd.de)
Neben Jens Weidmann, dem Chef der Bundesbank, sähen EZB-Präsident Mario Draghi, Hollande und Merkel wie Leichtmatrosen aus, schreibt die FTD. Mit seinen vehementen Warnungen, dass die EZB keine Staatsanleihen kaufen dürfe, nerve er die Verantwortlichen zusehends. Die seien bereit, alles für den Erhalt des Euro zu tun, auch wenn damit die Geldwertstabilität des Euro gefährdet würde. Würde Weidmann mit seinem Schweigen Europa tatsächlich einen Dienst erweisen?

2. Deutsche Bank-Chef in der Libor-Affaire
(faz.net, Christian Siedenbiedel)
Gerade einmal ein paar Wochen im Amt, sorgt der Vorstandschef der Deutschen Bank Anshu Jain für den ersten Skandal. Er soll in die Libor-Affaire verwickelt sein. Dort versuchte eine Gruppe vertrauter Händler, den sogenannten Libor-Zins mit allerhand Tricks nach oben oder nach unten zu treiben, damit ihre Wetten mit Derivaten aufgingen und sie viel Geld verdienen konnten – zu Lasten Dritter. Die Deutsche Bank versuche, Jain aus der Schusslinie zu nehmen. Wie ernst es tatsächlich stehe, zeige sich, wenn die Bank am Dienstag die Geschäftszahlen vorlege: Wie viel Geld wird in der Bilanz für Gerichtsverfahren, Strafen und Vergleiche rückgestellt?

3. Wohin mit den Wirtschaftswissenschaften?
(bigthink.com, Ali Wyne)
Spätestens seit der Finanzkrise stehen die Wirtschaftswissenschaften in der Kritik: zu rückwärtsgewandt, zu dogmatisch seien sie. Manche meinen gar, sie hätten den Blick auf die aktuellen Entwicklungen verloren. Ali Wyne befragte acht der führenden Jungökonomen, wo sie das Fach in Zukunft sehen. Xavier Gabaix von der New York University sieht die drängendste Frage darin, wie in den Entwicklungsländern Wachstum geschaffen werden kann. Gita Gopinath von der Harvard University schreibt, dass die monetären Geldströme besser erforscht werden müssten. Diese seien für den weltweiten Handel unerlässlich und sogar ausschlaggebend für die Finanzkrise gewesen.

4. Wie ticken Chinesen?
(latimes.com, Patti Waldmeir, englisch)
Die Fastfoodkette KFC war die erste, die sich nach China getraut hat – auch noch erfolgreich. Doch wieso kam das Unternehmen gut an?  Die LA Times stellt drei Bücher vor, die Unternehmern Chinesen als Konsumenten näher bringen sollen. Viele seien nämlich bereit, mehr für ein westliches Produkt zu zahlen, da sie es für sicherer und verlässlicher hielten. Patti Waldmeir schreibt, dass die Chinesen keine Lust mehr haben, für wenig Geld die Wal-Mart-Waren herzustellen. Aber wie wird man seine Produkte in der Volksrepublik los?

5. Ist es rational, kriminell zu sein?
(economist.com/blogs/freeexchange, englisch)
Macht es ökonomisch Sinn, kriminell zu sein, wenn die Wahrscheinlichkeit erwischt zu werden gering oder die Strafen verhältnismäßig niedrig sind? Das fragt der Economist. Der Ökonom Gary Becker von der University of Chicago erklärte im Interview mit Tim Harford, wieso er manchmal kein Parkticket ziehe – eine Ordnungswidrigkeit, über die sicher jeder mit Führerschein schon mal nachgedacht hat.

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