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5 vor 10: Spanien, Lebensstandards, Zins-Subventionierung, Erdölförderung, Elektromobilität

1. Spaniens Rettung ist unvermeidlich
(guardian.co.uk, Larry Elliott, englisch)
Die Eurostaaten gleichen derzeit einer Fußballmannschaft, die sich bei einem 0:0 panisch in die eigene Hälfte zurückzieht – und vermutlich doch verlieren wird. So zumindest sieht das Guardian-Wirtschaftsredakteur Larry Elliott und prognostiziert: Noch versuchen die Verantwortlichen das Unvermeidliche zu verzögern. Doch Spanien werde bald um seine Rettung bitten müssen, denn das Land  sei in einer ähnlichen Lage wie Griechenland vor einem Jahr. Die Frage sei deswegen nicht, ob es weitere Hilfen geben werde, sondern in welcher Höhe. Elliott rechnet mit etwa 300 Milliarden Euro.

2. Gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Europa?
(wirtschaftswurm.net, Arne Kuster)
Holländer sind reich, Esten eher arm – noch. Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin will das ändern und fordert, „gleichwertige Lebensverhältnisse in Europa zu schaffen”. Absolut utopisch, findet der Wirtschaftsblogger Arne Kuster und belegt das mit einer recht simplen Rechnung: Gemessen an der Kaufkraft produzieren die Niederlande pro Kopf doppelt so viel wie die Esten. Eine Angleichung durch Transferzahlungen würde jeden Niederländer durchschnittlich 13.000 Euro pro Jahr kosten. Auch Investionsprogramme sieht er kritisch – für intelligente Maßnahmen fehlten die notwendigen Ideen.

3. Zinsen lassen sich auch ohne Euro-Bonds senken
(ftd.de, Volker Brühl)
Alle reden von Euro-Bonds – der Ökonom Volker Brühl von der Frankfurt School of Finance & Management schlägt eine Alternative zur gemeinsamen Haftung von Staatsschulden vor. Statt gemeinsame Anleihen auszugeben oder für die Schulden von Griechenland und Co zu bürgen, sollten die Zinsen der Krisenstaaten subventioniert werden. Der Vorteil: Die Schulden der Wackelkandidaten würden aufgrund der geringen Zinslast langsamer steigen, gleichzeitig bliebe aber für die Länder der Anreiz, ihre Defizite abzubauen. Die Subventionierung von Zinsen sei auch bei der Rettung von Unternehmen ein beliebtes Instrument, schreibt Brühl.

4. Hat die Erde doch noch mehr Öl?
(ftalphaville.ft.com, Chris Nelder, englisch)
Erdöl ist so billig wie schon lange nicht mehr. Ein Grund: Die Förderer nutzen bessere Technologien und entdecken laufend neue Felder. Haben wir also doch mehr Öl zur Verfügung als gedacht? Nein, sagt Öl-Experte und Buchautor Chris Nelder, die jüngsten Berechnungen seien zu optimistisch. Nur weil neue Felder gesichtet wurden, heißt das noch lange nicht, dass diese auch kommerziell ausgebeutet werden können. Peak Oil, also der Zeitpunkt, an dem die Ölförderung nicht mehr gesteigert werden kann, bleibt für Nelder weiterhin ein wichtiges Thema.

5. Staatsgelder für Stromautos
(faz.net, Christoph Ruhkamp und Henning Peitsmeier)
Deutsche Autohersteller verdienen prächtig – von den vier erfolgreichsten Produzenten weltweit kommen drei aus Deutschland. Dennoch unterstützt der Staat die großen Konzerne mit gewaltigen Summen: Für die Entwicklung von Elektro-Autos gibt er jährlich eine Milliarde Euro aus. Die FAZ-Autoren sehen diese Form der Forschungsförderung durchaus kritisch: „Eigentlich – so sollte man meinen – hat die deutsche Autoindustrie gar keine staatliche Hilfe nötig.“

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