1. Was ist an EU-Mythen dran?
(presseurop.eu, Reinier Bijman und Yasha Lange)
Britenrabatt, Frankreichs Agrarsubventionen, das Demokratiedefizit – um die Europäische Union ranken sich eine Menge Mythen. Die niederländische Zeitung De Groene Amsterdammer will es nicht dabei belassen und hat eine 10-teilige Serie gestartet, die mit Vorurteilen aufräumen soll. Im ersten Teil nehmen die Autoren das Demokratiedefizit unter die Lupe und bemerken: “Die europäische Demokratie ist eine indirekte Demokratie. Nicht so wie früher, sondern „anders“. Aber nicht unbedingt schlechter oder undemokratischer.“
2. Griechen zu optimistisch?
(voxeu.org, Maurizio Bovi, englisch)
Auf der Basis von Daten, die die EU-Kommission erhoben hat, analysiert Maurizio Bovi, dass Griechen die wirtschaftliche Lage ihres Landes und ihre eigene Situation weitaus optimistischer beurteilen als sie in Wirklichkeit ist. Viele glauben gar, dass es in diesem Jahr wieder Bergauf geht. Maurizio Bovi erklärt, warum das so ist und welche Streiche dabei die Psyche spielt.
3. Banken verändern
(faz.net, Günther Nonnenmacher)
Sigmar Gabriel hat mit den bösen Banken sein Wahlkampfthema gefunden. Ein Thema, das endlich auf die Agenda muss, findet auch FAZ-Herausgeber Günther Nonnenmacher. Für normale Menschen sei es unbegreiflich, warum es keine Sicherheits- und Kontrollsysteme gebe, die verhindern, dass ein junger Investmentbanker Milliarden verzockt. Wenn es auch oft an tiefgreifendem Verständnis mangele, falle “den Leuten durchaus auf, dass da etwas faul ist in der Finanzwelt”, kommentiert Nonnemnacher. Es brauche Veränderung: Wenn Risiken nicht nur von den kleinen Leute getragen werden müssten, könne dies letztlich sogar die Akzeptanz der Marktwirtschaft verstärken.
4. Ein Ehebett als Sicherheit
(wallstreetjournal.de, Solomon Moore)
Es klingt, als hätte die Finanzkrise nicht zum Nachdenken angeregt: In Kenia verleiht die Equity Bank Group Geld an Menschen, die kaum Sicherheiten haben und wähnt sich dennoch auf der sicheren Seite. Wenn eine Frau ihren Kredit mit dem Ehebett absichere, könne man sicher sein, dass sie den Kredit zurück bezahle, sagt der Leiter der Bank, James Mwangi: „Andere Frauen werden ihr helfen, um sicherzugehen, dass das Ehebett nicht abgeholt wird, wenn der Mann nicht zu Hause ist. Hier sind soziale Beziehungen wichtiger als wirtschaftliche.” Um diese Kundenschicht zu gewinnen, muss sich die Bank erst mal gegen ihren ärgsten Konkurrenten durchsetzen – Matratzen als Geldspeicher.
5. Zur Effizienzsteigerung Boni zurückfordern
(papers.nber.org, Roland G. Fryer, Jr, Steven D. Levitt, John List, Sally Sadoff, englisch)
Es mag umstritten sein, dass Lehrer am Notenschnitt ihrer Schüler gemessen werden. Dennoch ließe sich diese neue Studie aus den USA wohl auch auf andere Berufsgruppen anwenden – die Wissenschaftler fanden heraus, dass sich die Schüler signifikant verbesserten, wenn den Lehrern angedroht wurde, die im Voraus bezahlten Boni wieder zurückzahlen zu müssen. Dabei machten sie sich einen psychologischen Trick zu Nutze, die sogenannte Verlustaversion: Menschen freuen sich weniger über das Geschenk, als sie sich über den späteren Verlust ärgern.
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