1. Spanischer Sommer
(faz.net, Gerald Braunberger)
Die wirtschaftlichen Probleme Spaniens sind trotz des 100 Milliarden Euro schweren Hilfspakets für den angeschlagenen Finanzsektor nicht gelöst. Eine Immobilienkrise sorgt immer noch für erhebliche Belastungen, die Rezession führt zu steigender Arbeitslosigkeit. Dass auch die Märkte kaum Vertrauen in die spanische Finanzkraft haben, ist vor allem der Regierung von Ministerpräsident Rajoy zuzuschreiben, meint Gerald Braunberger. Aus Angst vor harten Auflagen aus Brüssel habe sie zu lange davor zurückgeschreckt, sich unter den europäischen Rettungsschirm zu begeben.
2. Nicht alles, was zertifiziert ist, ist gut
(handelsblatt.com, Dieter Fockenbrock)
Deutschland ist Zertifizierungsweltmeister. Egal ob für Aufsichtsräte oder Compliance-Systeme – auch in großen Unternehmen gibt es für jeden Bereich, in dem etwas schiefgehen kann, das passende Siegel. Wie weit der Zertifizierungswahn geht, zeigt ein Vorhaben der Bundesregierung: Sie will die Qualität von Sicherheitskräften, die auf hoher See gegen Piraten kämpfen, zertifizieren lassen. Dass das wirklich zu einem besseren Schutz vor Angriffen führt, bezweifelt Dieter Fockenbrock. „Ob Sicherheitskräfte oder Aufseher das Gefühl für kritische Situationen haben, vermag kein Tüv-Siegel zu belegen“, schreibt Dieter Fockenbrock.
3. Warum Geld doch glücklich macht
(fazitblog.de, Philip Plickert)
Sind die Einwohner von reichen Ländern wirklich glücklicher als Menschen, die in ärmeren Staaten leben? Nein, ist die gängige Antwort vieler Glücksforscher. Sie meinen: Die meisten Menschen vergleichen ihre Lebenszufriedenheit mit anderen Personen in ihrer Umgebung. Wenn die Einkommen in einer Gesellschaft insgesamt steigen, ändert sich am individuellen Glücksempfinden daher nichts. Drei deutsche Ökonomen widersprechen dieser These nun vehement: In ihrem Buch „Geld macht doch glücklich“ belegen sie anhand mehrerer Studien, dass höherer Wohlstand auch zu zufriedeneren Menschen führt – und warnen vor falschen politischen Schlussfolgerungen aus der herkömmlichen Glücksforschung.
4. Sollen Fußballvereine die Polizeikosten selbst bezahlen?
(wirtschaftlichefreiheit.de, Frank Daumann)
Im August startet die Bundesliga-Saison. Nach der Sommerpause herrscht damit auch bei der Polizei wieder Hochbetrieb. Um einen friedlichen Ablauf der Spiele zu garantieren, gibt der Staat jedes Jahr 115 Millionen Euro für die Einsätze der Ordnungshüter aus. Für den reibungslosen Ablauf eines Spieltags werden damit alle Steuerzahler zur Kasse gebeten – auch diejenigen, die sich gar nicht für Fußball interessieren. Aus ordnungspolitischer Sicht ist das nicht nachvollziehbar, findet Frank Daumann. Er fordert, dass die Vereine die Kosten für die Sicherheit im Stadion künftig selbst übernehmen müssen.
5. Ein Roboter, der küssen kann
(popsci.com, Clay Dillow, englisch)
Werden Roboter bald Teil unseres Beziehungslebens? Wenn es nach der Firma Lovotics aus Singapur geht, dann ja. Sie hat sich auf Maschinen mit menschenähnlichen Eigenschaften spezialisiert. Ihre jüngste Innovation: Ein Gerät, mit dem man via Internet Küsse verschicken kann. Das funktioniert so: Der Ei-förmige Miniroboter hat künstliche Lippen, die über Drucksensoren jeden Kuss des Nutzers analysieren und speichern können. Die Kuss-Daten lassen sich dann problemlos weltweit versenden. Wenn der Partner oder die Partnerin am anderen Ende der Welt über den gleichen Roboter verfügt, wird der aufgezeichnete Kuss abgespielt – und ist nach Firmenangaben gleich gut wie das Original.
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