1 Linktipps

5 vor 10: Bankenreform, Schuldenkrise, Bailouts, Fettsteuer, Spielekonsolen

1. Zerlegt die Banken!
(ftd.de, Sebastian Mallaby)
In den globalen Großbanken schlummern enorme Risiken für die Weltwirtschaft: Wenn auch nur einzelne in Schieflage geraten, droht ein erneuter Konjunktureinbruch wie bereits 2008 nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers. Wie kann die Bankenwelt reformiert werden, um solche Domino-Effekte künftig zu verhindern? Die Aufstockung des Eigenkapitals ist aus Sicht von Sebastian Mallaby der falsche Weg. Er schlägt vor, die überdimensionierten Finanzinstitute stattdessen zu zerschlagen. Diese Lösung würde sogar den Anlegern gefallen: Sie hätten erkannt, dass Investitionen in undurchschaubare Großbanken kaum noch kalkulierbar sind.

2. Es gibt keine Euro-Krise
(wsj.com, Pascal Salin, englisch)
Braucht Europa eine Zentralregierung in Brüssel, um den Euro zu retten? Keinesfalls, meint der Pariser Ökonomie-Professor Pascal Salin: Die vermeintliche Euro-Krise sei in Wahrheit lediglich eine Krise einiger Staatshaushalte. Dass die Budgetprobleme in Südeuropa auf die gesamte Euro-Zone überschwappen, liege lediglich an einer künstlichen Verbindung, die von den Regierungen zwischen den Staatsschulden einzelner Länder und der gemeinsamen Währung geschaffen wurde. Dass es auch anders geht, zeigt das Beispiel USA: Wenn dort einem Bundesstaat das Geld ausgeht, würde niemand von einer Dollar-Krise sprechen, schreibt Salin.

3. Wie Europa Bailouts in Zukunft verhindern kann
(voxeu.org, Tito Boeri, englisch)
Egal ob ESM, EFSF oder Staatsanleihenkauf durch die EZB – dass die Euro-Rettungsmaßnahmen in den kommenden Monaten zu weiteren Geldtransfers innerhalb des Währungsraums führen werden, scheint sicher. Um zu verhindern, dass Europa auch langfristig eine Transferunion wird, müssten sich die Staats- und Regierungschefs glaubwürdig festlegen, keine fremden Schulden mehr zu übernehmen, fordert Tito Boeri. In seiner Kolumne erklärt der italienische Wirtschaftsprofessor, wie eine neue No-Bailout-Klausel funktionieren könnte.

4. Braucht Deutschland eine Fettsteuer?
(oekonomenstimme.org, Matthias Staudigel)
Der Sachverständigenrat für Umweltfragen will den Fleischkonsum reduzieren, um so den Ressourcenverbrauch in der Landwirtschaft zu verringern. Dafür schlägt er vor, eine Steuer auf gesättigte Fettsäuren zu überprüfen, die vor allem tierische Produkte treffen würde. Für Matthias Staudigel bringt der Vorschlag viele Probleme mit sich: Er könnte unter anderem dazu führen, dass aufgrund des steigenden Preisdrucks kleine landwirtschaftliche Betriebe, die ökologisch korrekt arbeiten, als erste schließen müssten.

5. “Wir wollen die Menschen zum Lächeln bringen”
(faz.net, Johannes Pennekamp)
Konsolen für Computerspiele haben es schwer: Vor allem der Absatz der mobilen Geräte sinkt rapide, weil immer mehr Nutzer lieber ihre Smartphones verwenden, um unterwegs zu zocken. Nintendo, der Erfinder des “Game Boys”, schrieb unter anderem deshalb im vergangenen Jahr einen Verlust von über 340 Millionen Euro. Konzernchef Satoru Iwata will das Unternehmen nun wieder zurück auf die Erfolgsspur bringen. Zu harten Einschnitten ist er offensichtlich bereit: Sein eigenes Gehalt hat er im vergangenen Jahr um zwei Drittel gekürzt. “Wenn ich weniger motiviert wäre, nur weil ich weniger verdiene, dann wäre ich nicht die richtige Person für diesen Job”, sagt Iwata.

Gute Kommentare, interessante Hintergründe – jeden Morgen um 5 vor 10 Uhr präsentieren wir auf dem INSM-Blog fünf ausgewählte Links zu interessanten Ökonomie-Blogs und Wirtschaftsseiten.

Keine INSM-Blog-Post mehr verpassen? Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter oder abonnieren Sie unseren RSS-Feed.

  • http://www.facebook.com/people/Stefan-Wehmeier/1631104166 Stefan Wehmeier

    “Der eine wartet, dass die Zeit sich wandelt, der
    andere packt sie an und handelt.”

    (Dante Alighieri)

    Viele mögen noch immer der Meinung sein, dass die “hohe
    Politik” in der (oder sogar: gegen die) so genannte “Finanzkrise”
    (korrekt: beginnende globale Liquiditätsfalle nach J. M. Keynes, klassisch:
    Armageddon) handelt. Tatsächlich wartet sie nur auf einen “Aufschwung”,
    den es in “dieser Welt” (zivilisatorisches Mittelalter) nicht mehr
    geben wird:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/01/2012.html

Autor

INSM Redaktion

Alle Beiträge von