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5 vor 10: Bundesverfassungsgericht, Arbeitsmarkt, Subventionen, Großbritannien, Kaufentscheidungen

1. Liebe deine Richter
(blog.wiwo.de/chefsache, Roland Tichy)
Je öfter das Bundesverfassungsgericht die Entscheidungen der Regierung hinterfragt, desto lauter werden die Stimmen, die nach seiner Legitimation fragen. Dabei soll gerade das Bundesverfassungsgericht die Demokratie schützen. Sollte das Bundesverfassungsgericht die Entscheidungen zum Rettungsschirm anzweifeln, nütze das letztlich nur Angela Merkel, meint Roland Tichy. So könne sie den “immer neuen und maßlosen Euro-Forderungen ein Nein entgegenzusetzen” und sogar dem Druck der Märkte widerstehen. Tichy erklärt, was Bundesminister mit einem Mietnomaden und der Rettungsschirm mit einer Fünf-Minuten-Terrine gemeinsam haben.

2. Schadet die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland?
(voxeu.org, Yasuyuki Todo)
Die Angst davor, dass Unternehmen Arbeitsplätze ins Ausland verlagern, ist Teil jeder Diskussion um den Wirtschaftsstandort Deutschland. Eine Studie über Japan gibt nun Grund zur Entwarnung: Vorwiegend die Jobs der ungelernten Arbeiter werden ins Ausland verschoben. Sie werden aber auf dem japanischen Arbeitsmarkt durch Stellen für qualifiziertes Personal ersetzt. Erhöht das sogenannte Offshoring sogar die Produktivität in Industrienationen?

3. Der Sinn der Subventionen
(mercatus.org, Matthew Mitchell)
Die Bankenrettungen im Zuge der Finanzkrise sind nur ein Beispiel für Subventionen. Matthew Mitchell erklärt in seiner Studie, in welchen Bereichen und mit welchen Methoden der Staat Unternehmen unter die Arme greift – und hinterfragt diese Geldspritzen. Mitchell kommt zu dem Entschluss, dass sie Korruption fördere, die Legitimation der Regierungen untergrabe und den wirtschaftlichen Fortschritt aufhalte. Führt ein Markt mit strenger Konkurrenz zu den bestmöglichen ökonomischen Ergebnissen?

4. In dieser Welt werden wir nie souverän sein
(presseurop.eu, Bill Emmott)
Ob Fifa, Vereinte Nationen, Nato oder Vereinte Nationen – an sie alle haben zahlreiche europäische Staaten Souveränität abgetreten. Aber wieso herrscht helle Aufregung, wenn Staaten etwas Eigenverantwortung für eine europäische Wirtschaftsregierung abtreten sollen, fragt sich Bill Emmott von der britischen Times. Schließlich habe sich schon Adam Smith für gemeinsame Regeln ausgesprochen – wendet sich der Autor auch an seine euroskeptischen Landsleute. Es brauche Regeln, Beamte, die sie entwerfen, strenge Inspektoren und Gerichte, die die Umsetzung eines gemeinsamen Marktes überwachen sollen, sagt er. Selbst wenn die Briten im Referendum gegen die EU stimmen würden – souverän würde Großbritannien ohnehin nicht mehr werden.

5. Bei Regen besser ein schwarzes Auto kaufen
(freakonomics.com)
In diesem Sommer dürften überdurchschnittlich viele schwarze Autos verkauft werden – zumindest wenn man der Studie von Meghan R. Busse, Devin G. Pope, Jaren C. Pope und Jorge Silva-Risso glaubt. Die Wissenschaftler haben untersucht, inwiefern Verbraucher ihre Kaufentscheidungen vom Wetter abhängig machen. Ergebnis: Zumindest bei Häusern und Autos hängt es tatsächlich von den Launen des Wetters ab, ob sich ein Käufer beispielsweise ein klimatisiertes Haus mit Pool kauft oder ob er ein Auto mit Vier-Rad-Antrieb haben will. Der Grund für solche Entscheidungen liegt in der sogenannten Projection bias: Aber sind unsere zukünftigen Vorlieben identisch mit den heutigen?

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