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5 vor 10: Zwangsanleihe, ESM, Ökonomenstreit, Olympia, Mappus

1. Reiche sollen für Krisenländer bluten
(handelsblatt.com, Dietmar Neuerer)
Der Vorschlag des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) erhitzt die Gemüter: In einer gestern veröffentlichten Studie sprechen sich Forscher des Instituts dafür aus, wohlhabende Bürger mit einer Zwangsanleihe zu belasten, um damit den Staatshaushalt zu sanieren. Die Begeisterung für das Modell hält sich in Grenzen: “Hauptleidtragende dieses Schuldenmodells würde wieder einmal die Mittelschicht sein”, sagt der Sprecher des CSU-Wirtschaftsflügels, Hans Michelbach. Von Enteignung spricht Volker Wissing,  stellvertretender Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion.

2. “Dank ESM kommt es nur zum Sturm – und nicht zum Tsunami”
(focus.de, Simon Che Berberich)
Ist der Euro-Rettungsschirm ESM verfassungswidrig oder nicht? Eine endgültige Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über diese Frage wird voraussichtlich erst in mehreren Monaten fallen. Druck auf die Richter auszuüben, hält Thomas Straubhaar, Direktor des Hamburgischen WeltwirtschaftsInstituts für unanagebracht: “Mein Wunsch ist, dass die Verfassungsrichter die juristisch korrekte Entscheidung treffen – und nicht eine, die von Politikern oder Ökonomen gewünscht ist.” Dennoch konstatiert auch er: “Ein Stopp für den ESM würde die Situation im Euro-Raum nicht leichter machen.”

3. Neue Stimme im Ökonomenstreit
(ftd.de, Barry Eichengreen)
Der Streit der Ökonomen über die Euro-Rettung geht weiter: In einem Gastbeitrag für die FTD mischt sich der amerikanische Wirtschaftsprofessor Barry Eichengreen von der kalifornischen Universität Berkeley in die Debatte ein: Den Protestbrief von ifo Präsident Hans-Werner Sinn und anderer deutscher Ökonomen gegen eine Bankenunion kritisiert er scharf. “Mit dem jetzigen Arrangement kann der Euro nicht überleben. Lehnen die Unterzeichner des Sinn-Schreibens es ab, eine einzelne Aufsicht, einen Einlagensicherungs- und Abwicklungsfonds in Betracht zu ziehen, dann fordern sie im Grunde die Rückkehr zu nationalen Währungen”, schreibt Eichengreen.

4. Olympische Geschäfte
(ftalphaville.ft.com, Masa Serdarevic, englisch)
Dabei sein ist längst nicht alles: Wer die Olympischen Spiele ausrichtet, will damit auch Geld verdienen. Schließlich müssen Regierungen Milliardenbeträge locker machen, um neue Spielstätten zu bauen und für die Sicherheit während des Events zu sorgen. Ob sich das Spektakel für London – Ausrichter der diesjährigen Sommerspiele – tatsächlich lohnt, hat Goldman Sachs in einer Studie berechnet. Zumindest kurzfristige Gewinne für die britische Wirtschaft seien demnach möglich, vor allem die Aktienmärkte profitieren von Olympia. Auch die britischen Athleten können sich freuen: Olympia-Ausrichter gewinnen im Schnitt 54 Prozent mehr Medaillen als üblich.

5. Schlimmer kann es nicht mehr kommen
(faz.net, Susanne Preuss und Rüdiger Soldt)
Er war einer der Hoffnungsträger der CDU, jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ihn: Der ehemalige Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Stefan Mappus, ist tief gestürzt. Der Verdacht auf Untreue beim Kauf des Energieversorgers EnBW bringt aber nicht nur ihn in Bedrängnis – auch die baden-württembergischen Christdemokraten stecken in einer schweren Krise.

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