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5 vor 10: Unternehmer, Leitzins, Südeuropa, Ökonomenstreit, Adressdaten

1. Wer wird Unternehmer?
(marginalrevolution.com, Tyler Cowen, englisch)
Ob jemand Angestellter oder Unternehmer wird, das entscheidet sich schon in früher Kindheit, so das Ergebnis einer britischen Studie. Kathryn Duckworth und Ingrid Schoon verfolgten seit 1970 das Leben von über 6.000 jungen Menschen von der Geburt bis zum 34. Lebensjahr. Resultat: Männer werden Unternehmer, wenn schon die Väter selbstständig waren. Bei Frauen entscheiden die sozioökonomischen Ressourcen der Eltern, wie Bildung, Einkommen und Beruf.

2. Billiges EZB-Geld
(handelsblatt.com, Torsten Riecke)
Am Freitag senkte die Europäische Zentralbank ihren Leitzins auf 0,75 Prozent. Handelsblatt-Autor Torsten Riecke bezweifelt, dass dieses neue Rekordtief den Euro rettet. Solange das Vertrauen in den Markt nicht zurückkehre, bleibe die Zukunkft des Euros ungewiss. “Es ist noch nicht das letzte Aufgebot der Notenbanker, aber es ist ein Akt der Ohnmacht”, schreibt Riecke.

3. Niedrig-Zins nach der Dotcom-Blase schadete Südeuropäern
(economist.com, englisch)
Deutschland exportiert mehr, als es importiert – zum Unbehagen so mancher EU-Staaten. Eine Grafik im Economist zeigt, dass die Ausfuhren erst seit dem Start des Euro weit über den Importen liegen. Doch nicht etwa, weil die Deutschen wesentlich mehr exportiert haben, nein, sie haben schlicht weniger aus dem Ausland gekauft. Nach der Dotcom-Blase habe die EZB Europa mit billigem Geld versorgt, obwohl nur Deutschland in der Rezession war. Hat das billige Geld von damals den südeuropäischen Staaten heute den Preiswettbewerb verhagelt?

4. Ökonomenstreit: Wer steht wofür?
(faz.net, Christian Siedenbiedel)
Drei Gruppen von Ökonomen haben sich in der letzten Woche formiert. Doch wer steht wofür? Dort wo die politische Couleur nichts über die Einstellungen zum Eurokurs sagt, schafft dieser Artikel Überblick im Ökonomenstreit. Den Anfang machte eine große Gruppe rund um Hans-Werner Sinn. Sie lehnen eine Bankenunion ab. Die zweite Gruppe ist ähnlich heterogen: Sie sind für den Euro und gegen das “Schreckgespenst”, das durch Sinn aufgebaut werde. Die dritte Gruppe: Finanzwissenschaftler, die Teile von Sinns Theorie in Frage stellen. Eine Frage bleibt für FAZ-Autor Christian Siedenbiel trotzdem offen: Hilft die Bankenunion dem Euro nun oder nicht?

5. Der Handel mit Adressdaten
(indiskretionehrensache.de, Thomas Knüwer)
Das Video geht im Netz um wie ein Lauffeuer. In nur 57 Sekunden wurde über den Adressdatenhandel abgestimmt – vor leeren Rängen. Die deutschen Meldeämter dürfen nun ganz offiziell Adressdaten verkaufen – Name, Adresse und Geburtsdatum dürfen also für Marketingzwecke verwandt werden. In den Medien habe das Thema so wenig Raum gehabt, weil nicht zuletzt die Verlage auf genau diese Daten angewiesen sein, schreibt Medienexperte Knüwer. Im Bundesrat könnte das Gesetz noch verhindert werden. Doch nur die Stimmen der rot-grünen Opposition werden dafür nicht reichen.

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