1. “Deutschland ist nicht mehr immun”
(zeit.de, Philip Faigle)
Nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers stürzte die Weltwirtschaft in eine Rezession. Deutschland kam dabei relativ glimpflich davon. Nun mehren sich erneut die Anzeichen für einen Konjunktureinbruch. Wie stark wird Deutschland dieses Mal betroffen sein, wenn weltweit Flaute herrscht? “Zeit Online” hat dazu mehrere Wirtschaftswissenschaftler befragt. In einem Punkt sind sie sich weitgehend einig: Solange die Eurokrise anhält, sind auch die Aussichten für deutsche Firmen düster.
2. “Schlimmste Stammtischökonomie”
(wirtschaftswunder.ftd.de, Mathias Ohanian)
Der Protestaufruf mehrerer Wirtschaftsprofessoren gegen eine Bankenunion ist weiterhin stark umstritten. Der Aufruf schüre lediglich Ängste und schade dem Ansehen Deutschlands in Europa, sagt der Chef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft Dennis Snower der FTD. Er ist mit seiner Ablehnung nicht alleine: “Die Sprache dieser Ökonomen stößt mich ab”, sagt Gustav Horn, Leiter des Forschungsinstituts IMK. “Sie ist geprägt von nationalen Klischees und einem latenten Nationalismus aus PR-Gründen. Ich schäme mich, dass so viele Kollegen ein solches Dokument unterzeichnen.”
3. Das “Dirty Little Secret” der Eurokrise
(blog.tagesanzeiger.ch, Mark Dittli)
Warum ist die deutsche Wirtschaft international wettbewerbsfähiger als die italienische oder die spanische? Weil Deutschland in den vergangenen Jahren wichtige Reformen verabschiedet hat, die in den südeuropäischen Staaten versäumt wurden, lautet die gängige Erklärung. Doch stimmt das wirklich? Für Mark Dittli ist das höchstens die halbe Wahrheit. Der viel wichtigere Grund: Die EZB habe Anfang des Jahrtausends die Geldschleusen geöffnet, um Deutschland aus der Rezession zu retten. Diese Hilfsmaßnahme habe in den heutigen Krisenländern die Preise in die Höhe schnellen lassen. Die internationale Wettbewerbsfähigkeit insbesondere Spaniens sei dadurch ruiniert worden.
4. Zuwanderer helfen der deutschen Wirtschaft
(faz.net)
Sie sind bestens ausgebildet und werden dringend benötigt: 227.000 Akademiker aus den Bereichen Medizin, Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik sind im vergangenen Jahrzehnt nach Deutschland zugewandert – und haben den Wohlstand hierzulande kräftig gesteigert: Mindestens 13 Milliarden Euro trugen die ausländischen Fachkräfte in diesem Zeitraum zur deutschen Wertschöpfung bei, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln.
5. Warum Apple Mitarbeiter zur Apotheken-Umschau schickt
(sz-magazin.sueddeutsche.de, Roland Schulz)
Kaum ein Magazin kommt so bieder daher wie die “Apotheken Umschau”: Seit 62 Jahren gibt es das oft als Renter-Bravo verspottete Heft bereits, das sich vornehmlich um Themen kümmert wie Herzinfarkt, Brustkrebs und Demenz. Damit haben die Macher beachtlichen Erfolg: Ihr Magazin wird nicht nur von 21 Millionen Menschen gelesen, sondern verfügt auch über ein faszinierendes Geschäftsmodell: Bezahlt wird es nicht von den Lesern, sondern von den Apotheken, die das Gesundheitsmagazin an ihre Kunden verschenken. Dieses Konzept ist nun auch in den USA auf Interesse gestoßen: Der Technologiekonzern Apple schickte eigens einen Mitarbeiter an den Verlagssitz Baierbrunn, um das Erlösmodell näher kennenzulernen.
Gute Kommentare, interessante Hintergründe – jeden Morgen um 5 vor 10 Uhr präsentieren wir auf dem INSM-Blog fünf ausgewählte Links zu interessanten Ökonomie-Blogs und Wirtschaftsseiten.
Keine INSM-Blog-Post mehr verpassen? Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter oder abonnieren Sie unseren RSS-Feed.
