1 Linktipps

Protestbrief namhafter Ökonomen

160 Wirtschaftswissenschaftlerinnen und Wirtschaftswissenschaftler haben eine Erklärung zum letzten Eurogipfel abgegeben. Sie halten die „Entscheidungen, zu denen sich die Kanzlerin auf dem Gipfeltreffen der EU-Länder gezwungen sah“ für falsch. Eine kollektive Haftung für Bankschulden, wie sie die Bankenunion impliziert, sei für „Steuerzahler, Rentner und Sparer“ nicht tragbar. Es sollte weiterhin möglich sein, dass Banken scheitern können. Dieses Scheitern sei ausschließlich von den Bankgläubigern zu tragen. Auch sehen die Ökonomen eine „strukturelle Mehrheit“ der Schuldnerländer in Europa, die eine wirksame Kontrolle unmöglich mache.

Aufgrund immer größerer Ansprüche der Schuldnerländer seien „Streit und Zwietracht mit den Nachbarn [..] vorprogrammiert“. Geholfen würde vor allem den Finanzinvestoren in New York, London und teilweise auch in Deutschland, aber auch überschuldeten Banken, die so „zu Lasten der Bürger“ ihre Geschäfte fortführen könnten. Eine „Sozialisierung der Schulden“ löse nicht die Probleme in Europa und sorge außerdem für erhebliche ökonomische Verzerrungen. Die Ökonomen schließen mit einem Appell an die Bürger, die Abgeordneten des eigenen Wahlkreises mit diesen Sorgen zu konfrontieren.

Der Protestaufruf im Wortlaut findet sich hier.

Keinen INSM-Blog-Post mehr verpassen? Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter oder abonnieren Sie unseren RSS-Feed oder Newsletter.

Autor

Markus Hessler

ist Diplom-Ökonom und Master of Science (Management). Er forscht und lehrt an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg.

Alle Beiträge von