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5 vor 10: Gipfelkritik, Schuldenbremse, Softwarehandel, Vollzeitjobs, Geisterstadt

1. Deutschlands Ökonomen sinken auf Tsipras-Niveau
(blog.handelsblatt.com, Olaf Storbeck)
In einem offenen Brief üben 150 deutsche Volkswirte scharfe Kritik an den Gipfelbeschlüssen von vergangener Woche. Den Schritt Richtung Bankenunion betrachten die Ökonomen mit Sorge. Streit und Zwietracht mit den Nachbarn seien vorprogrammiert. “Noch unsere Kinder und Enkel werden darunter leiden”, heißt es in dem Brief. Für Handelsblatt-Autor Olaf Storbeck ist das Pamphlet der Ökonomen alles andere als überzeugend: “Mit nüchterner wirtschaftswissenschaftlicher Analyse hat das nur noch wenig zu tun”, schreibt er. “Konstruktive Beiträge zur Lösung der Euro-Krise sehen wirklich anders aus.”

2. Deutschland hat gar keine Schuldenbremse
(pixeloekonom.de, Johannes Eber)
Die Schuldenbremse in Deutschland diente als Vorbild für den europäischen Fiskalpakt, der künftig für solidere Staatshaushalte in der EU sorgen soll. Doch bereits die deutsche Variante ist keine echte Bremse für weiter ausufernde öffentliche Verschuldung. Das meint zumindest der Leiter des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn. Denn für die Begrenzung der Kreditaufnahme ist hierzulande die sogenannte Defizitquote maßgeblich. Doch erhebliche finanzielle Belastungen wie die Kosten der Euro-Rettung werden aus dieser Quote konsequent herausgerechnet.

3. Kluges Urteil zu Second-Hand-Software
(ftd.de)
Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) könnte Software insbesondere für kleine und mittelgroße Unternehmen deutlich billiger werden: Gebrauchte Programmlizenzen können in Zukunft einfacher weiterverkauft werden als bisher. Damit setzt der EuGH die Software-Konzerne unter Druck, mit neuen Programmversionen echten Mehrwert zu bieten. Das Urteil der Richter zeigt auch: Das aktuelle Urheberrecht ist moderner, als viele glauben mögen, schreibt die FTD.

4. Warum Vollzeit-Jobs keine Zukunft mehr haben
(wiwo.de, Holger Alich)
Wie werden wir in 20 Jahren arbeiten? Der Zukunftsforscher Horst W. Opaschowski prophezeit dramatische Veränderungen: Die Schere zwischen Gewinnern und Verlierern der Arbeitswelt werde größer: Einerseits werden Leistungsträger deutlich mehr arbeiten müssen als heute, andererseits werde jeder zweite Beschäftigte über keine Vollzeitstelle mehr verfügen. Insgesamt werde die Unzufriedenheit in den Industriestaaten wachsen, glaubt der Wissenschaftler.

5. Chinas Geisterstadt mitten in Afrika
(businessinsider.com, Mamta Badkar, englisch)
Die Straßenzüge sind leer, die Wohnungen unbewohnt, nur vereinzelt sind Arbeiter zu sehen, die die Parkanlagen in Ordnung halten: Die Siedlung Nova Cidade de Kilamba in Angola, die bis zu 500.000 Menschen ein Zuhause bieten sollte, ist eine Geisterstadt. Gebaut wurde sie von dem staatlichen chinesischen Bauunternehmen CITIC für 3,5 Milliarden Dollar. Eine Wohnung kostet 120.000 bis 200.000 Dollar – zu teuer für die meisten Einwohner Angolas.

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