1. Eine gute Krise sollte man sich nicht entgehen lassen
(fazitblog.de, Patrick Bernau, englisch)
Auf dem EU-Gipfel in Brüssel beraten die Staats- und Regierungschef heute über Auswege aus der Eurokrise. Weitere Milliardenbeträge in die angeschlagenen Staaten zu pumpen, löst das Problem nicht, schreibt Patrick Bernau. Um zu verhindern, dass eine ähnliche oder sogar schlimmere Krise in einigen Jahren erneut auftritt, müssen die einzelnen Länder und die Eurozone Reformen angehen. Den Druck dazu sollte man nicht mit billigem Geld mindern. Das Motto lautet: “Never waste a good crisis.”
2. Merkel meißelt “Nein!” zu Eurobonds in Stein
(welt.de, Robin Alexander)
Der Satz hatte es in sich: “Keine Eurobonds, solange ich lebe.” Noch nie hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre Ablehnung gemeinschaftlicher europäischer Schulden so kategorisch formuliert wie am Dienstagabend vor der FDP-Fraktion. Eine für Merkel untypisch deutliche Festlegung, die so auch nicht geplant war, schreibt Robin Alexander. “Es spricht viel dafür, dass ihr in diesem Moment erst aufging, was sie gesagt hatte”, meint er. “Die deutsche Kanzlerin hat das bisher größte Stoppschild gegen Eurobonds quasi aus Versehen errichtet.”
3. Um den Euro zu retten, sollte Deutschland zur D-Mark zurückkehren
(nytimes.com, Kenneth C. Griffin und Anil K. Kashyap, englisch)
Nicht Griechenland sollte den Euro verlassen, sondern Deutschland. Das fordern der Hedgefonds-Manager Kenneth Griffin und der Wirtschaftsprofessor Anil Kashyap in der “New York Times”. Ihr Argument: Wenn Deutschland aus der Eurozone austräte, würde der Euro deutlich abwerten und die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Ländern wie Griechenland, Spanien und Portugal erhöhen. Die Rückkehr zur D-Mark wäre hierzulande auch einfacher zu verkraften als die Wiedereinführung der Drachme in Griechenland. “Deutschland allein hat es in der Hand, den Wohlstand wieder zurück nach Europa zu bringen”, schreiben die Autoren.
4. Sollte der Cannabis-Konsum legalisiert werden?
(youtube.com, Video, englisch)
Was würde passieren, wenn der Konsum von Cannabis erlaubt wäre? Der Londoner Ökonomie-Professor Imran Rasul hat in einer Studie differenzierte Antworten gefunden: Dafür untersuchte er den Londoner Stadtbezirk Lambeth, wo der Besitz von kleinen Mengen Marihuana zwischen 2001 und 2002 von der Polizei nicht geahndet wurde. In der Folge stieg zwar der Drogentourismus in dem Viertel, allerdings fiel die gesamte Kriminalitätsrate deutlich. Auch die Aufklärungsquote der Polizei verbesserte sich, weil durch die Legalisierung mehr Ressourcen zur Verbrechensbekämpfung frei wurden. Dennoch kam die Maßnahme bei der Bevölkerung nicht gut an: Das konnte Rasul an sinkenden Häuserpreisen in dem Bezirk ablesen. Eine Mini-Dokumentation auf Youtube fasst die Ergebnisse zusammen.
5. Riester-Dämmerung
(handelsblatt.com, Peter Thelen)
Die SPD will sich mit einem neuen Rentenkonzept von der Riester-Rente verabschieden, die sie in der rot-grünen Bundesregierung selbst auf den Weg gebracht hat. Gut so, findet Peter Thelen. Trotz 15,5 Millionen abgeschlossener Verträge, ist die Riester-Rente für ihn alles andere als ein Erfolgsmodell: “Es bleibt nur die ernüchternde Feststellung, dass die Riester-Rente bei über 80 Prozent der Arbeitnehmer keinen ausreichenden Beitrag zur Schließung der Versorgungslücke im Alter geleistet hat.”
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