1 Linktipps

5 vor 10: EU, 15-Stunden-Woche, Bundespräsident, Krise, Ausstiegsklausel

1. Europas große Zukunft?
(presseurop.eu, Nicolas Oxen)
Was wird nur aus dieser Europäischen Union? Kurz vor dem EU-Gipfel am 28. und 29. Juni in Brüssel schwirren viele Ideen durch den Raum. Politische Union oder gleich föderaler Bundesstaat? Den meisten ist wohl klar: Wenn die EU nicht auseinander brechen soll, muss sie mehr Kompetenzen erhalten. Der Blog auf presseurop.eu hat sich mit den verschiedenen Szenarien befasst und blickt auf den bisherigen Weg der Europäischen Union zurück.

2. Das verlorene Arbeitsparadies
(ftd.de, Robert Skidelsky)
In unserer heutigen Zeit müssen die Menschen nur 15 Stunden in der Woche arbeiten – das prophezeite John Maynard Keynes 1930 in seinem Essay „Wirtschaftliche Möglichkeiten für unsere Enkelkinder”. Keynes unterschied darin zwei Arten der Arbeitslosigkeit: jene, die durch temporäre wirtschaftliche Einbrüche entsteht und technologische Arbeitslosigkeit. Letztere ließ Keynes hoffen, die Menschen der Zukunft müssten dank technischen Fortschritts kein arbeitsgeplagtes Leben mehr führen. Wie wir alle wissen, hat er sich geirrt.

3. Die Bewährungsprobe des Bürgerpräsidenten
(handelsblatt.com, Florian Kolf)
100 Tage ist Bundespräsident Joachim Gauck jetzt schon im Amt. Mit seiner offenen Art kommt er vor allem bei den Bürgern gut an. So hat er schon nach kurzer Zeit klar gemacht, dass er niemandem nach dem Mund redet. Und er mischt sich auch ins politische Tagesgeschehen ein. Florian Kolf kommentiert auf Handelsblatt Online, Gauck sei mehr als ein Grüß-August.

4. Ist der Euro fast so gut wie Gold?
(ef-magazin.de, Gérard Bökenkamp)
Der Autor des Blogs eigentümlich frei reagiert in der neuesten Ausgabe auf einen Beitrag zur Eurokrise von Professor Jesús Huerta de Soto. Dieser hat nämlich den Euro aus der Sicht von Österreich verteidigt. Zwar wird die europäische Gemeinschaftswährung in letzter Zeit häufig verteidigt, diese Sicht ist jedoch neu. Bökenkamp allerdings ist von der Argumentation Huerta de Sotos gar nicht überzeugt.

5. Euro mit Biss: Ausstiegsklausel als Möglichkeit
(oekonomenstimme.org, Christian Fahrholz, Cezary Wójcik)
Der europäische Schuldenberg wächst und wächst. Denn um die Zahlungsbilanzkrise in den Griff zu bekommen, nimmt die EU kurzfristig mehr Verschuldung in Kauf. Wie also kommen wir von diesem Schuldengipfel wieder runter? Eine Ausstiegsklausel muss her. Der Blog Ökonomenstimme schreibt: „Ohne wirksame institutionelle Reformen in Europa ändert sich gar nichts an der Dauerkrise. Vielmehr ist der Ordnungsrahmen anzupassen, wenn der Euro mehr Biss haben soll.“

Gute Kommentare, interessante Hintergründe – jeden Morgen um 5 vor 10 Uhr präsentieren wir auf dem INSM-Blog fünf ausgewählte Links zu interessanten Ökonomie-Blogs und Wirtschaftsseiten.

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  • http://www.facebook.com/people/Stefan-Wehmeier/1631104166 Stefan Wehmeier

    Erinnern Sie sich noch…

    Es ließe sich darüber streiten, ob ein Herr Reithofer,
    Topmanager bei BMW, für seine 6,2 Mio. Euro Jahresgehalt genug gearbeitet hat,
    doch wenn es sich für BMW rechnet, sei es ihm gegönnt. Allerdings lässt sich
    nicht darüber streiten, dass die Familie Quandt, Hauptaktionär bei BMW, für
    ihre 650 Mio. Euro Rendite, die sie 2011 abkassierte, gar nicht gearbeitet hat.
    Das ist Kapitalismus: abkassieren auf Kosten der Mehrarbeit anderer.

    Stellen wir nun die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen (die
    Geld- und Bodenordnung) so ein, dass langfristig Familie Quandt und Konsorten nichts
    mehr abkassieren können, ist das erstens kein “Kommunismus” (im “Kommunismus”
    = Staatskapitalismus kassieren die Parteifunktionäre die unverdienten Kapitaleinkommen),
    und zweitens wird niemandem etwas weggenommen, denn Quandt und Konsorten
    behalten ihre Vermögen. Nur wenn sie weiterhin ohne zu arbeiten konsumieren
    wollen, müssen sie diese “anknabbern”.

    Behindert es vielleicht den Fortschritt, wenn Quandt und
    Konsorten, um gleichzeitig ihre Vermögen erhalten und konsumieren zu können, arbeiten
    müssen? Wohl eher im Gegenteil, denn noch innovationsfeindlicher können Quandt
    und Konsorten gar nicht mehr sein, als wenn sie ohne zu arbeiten konsumieren
    können und trotzdem immer reicher werden.

    …an die Soziale Marktwirtschaft?

    Im Januar 1953 gründete der Freiwirtschaftler Otto
    Lautenbach die Aktionsgemeinschaft Soziale Marktwirtschaft (ASM). In enger
    Zusammenarbeit mit dem damaligen Wirtschaftsminister und späteren Bundeskanzler
    Ludwig Erhard sollte erstmalig eine “freie Marktwirtschaft ohne Kapitalismus”
    verwirklicht werden. Im Juli 1954 verstarb Otto Lautenbach, die ASM zerfiel im
    Streit (eine Organisation gleichen Namens existiert heute noch, sie verfügt
    aber über keinerlei makroökonomische Kompetenz mehr). Für die makroökonomische
    Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland wurde ein von der “katholischen
    Soziallehre” beeinflusstes Konzept von Alfred Müller-Armack übernommen,
    eine “sozial gesteuerte Marktwirtschaft” (kapitalistische
    Marktwirtschaft mit angehängtem “Sozialstaat”), für die sich später
    der Begriff “soziale Marktwirtschaft” einbürgerte.

    Um die “Finanzkrise” (beginnende globale
    Liquiditätsfalle) beenden zu können, muss die Religion (selektive geistige
    Blindheit gegenüber makroökonomischen Konstruktionsfehlern) überwunden werden:

    1. Jeder, der den Erkenntnisprozess der Auferstehung noch
    nicht durchlaufen hat, ist religiös, unabhängig von “Glaube”
    (Cargo-Kult) oder “Unglaube” (Ignoranz).

    2. Alle religiösen Menschen sind wahnsinnig.

    3. Der Wahnsinn ist in der Regel umso größer, je höher die “gesellschaftliche
    Position”; insbesondere “Spitzenpolitiker” und “Geistliche”
    sind komplett unzurechnungsfähig.

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2011/07/die-ruckkehr-ins-paradies.html

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