1. World’s Most Respected Companies
(online.barrons.com, Michael Santoli, englisch)
Es war schon ein ziemlicher Hammer, als die Großbank JP Morgan im Mai bekannt gab, zwei Milliarden Dollar verzockt zu haben. Damit hat sie 15 Milliarden Dollar an Marktwert eingebüßt. Doch nicht nur das: Sie hat auch eine Menge Ansehen verloren. Das zeigt sich bei der Umfrage zu den World’s Most Respected Companies des US-Finanzmagazins Barrons. Die befragten Investoren wählten die Bank von dem ehemaligen Listenplatz 14 auf den Platz 49. Bei der Befragung galt es, das Management, die Unternehmensstrategie oder die ethische Geschäftsstrategie zu bewerten. Wieso ausgerechnet Apple, IBM und McDonalds die ersten Plätze belegen und warum sich auch Warren Buffets Aufruf nach einer höheren Steuer für Reiche negativ auf den Firmenwert von Berkshire Hathaway ausgewirkt hat.
2. Größe des weltweiten Schwarzmarktes
(freakonomics.com, englisch)
Rund 23 Prozent des weltweiten BIPs soll der Schwarzmarkt ausmachen – so eine Schätzung der Ökonomen Ceyhun Elgin und Oguz Oztunali. Die beiden haben die Schattenwirtschaft in den verschiedensten Staaten untersucht. Dass reiche Länder tendenziell weniger am Staat vorbei wirtschaften, war erwartbar. Umso erstaunlicher ist aber, dass das Ausmaß der Schattenwirtschaft antizyklisch zu sein scheint.
3. Sparen oder nicht sparen?
(Faz Fazit, Gerald Braunberger)
Mit welchen Maßnahmen ist die Schuldenkrise denn nun zu lösen, fragt Faz.net-Autor Gerald Braunberger. Die einen sagen: Sparen. Die anderen: Wachstumspaket. Er zeigt auf, welche Möglichkeiten es gibt, wenn sich die Staaten langfristig in Austerität üben müssen. Sie können weniger ausgeben oder höhere Steuern erheben oder beides. Oder was geschieht, wenn zwar die Zinsen niedrig, die Zukunftsangst der Investoren aber zu groß ist. Hilft bei dieser sogenannten Liquiditätsfalle wirklich nur Keynes? Und: Braucht Spanien die gleiche Medizin wie Griechenland? Der Versuch, die Lücken der Euro-Debatte zu stopfen.
4. Soll das Volk über die EU entscheiden?
(ftd.de)
Finanzminister Wolfgang Schäuble hat die Debatte um eine Volksabstimmung für EU-Themen erst so richtig in Gang gebracht. Der Vorschlag sei nun nicht mehr zu stoppen, kommentiert ftd.de. Langfristig, da sind sich Regierung und Opposition einig, soll Deutschland Souveränitätsrechte an die höhere Instanz abtreten. Wie das aussehen soll, könnte eine Volksabstimmung klären. “Politiker wie Bürger müssen in Ruhe die Alternativen debattieren, Vor- und Nachteile abwägen – und darüber abstimmen. Sonst verliert die EU an Legitimation.“
5. Euroretter Mario Monti
(presseurop.eu, Wolfgang Münchau)
Wollen die Deutschen nicht aus ihrem Traum aufwachen? So klingt es, wenn Wolfgang Münchau in der Financial Times schreibt. “Sie wollen zum Beispiel nicht wahrhaben, dass die derzeitigen Überschüsse der Leistungsbilanz auch nur die entfernteste Rolle spielen. In der deutschen Wahrnehmung ist die Wirtschaft wie ein Fußballspiel, in dem Deutschland gewinnt.“ Kein gutes Haar lässt der Autor an den Krisenstrategien – schließlich seien mehr als drei Jahre vergeudet worden. Jemand wie Mario Monti, der italienische Ministerpräsident, soll den Euro durch ein entschiedenes Auftreten beim EU-Gipfel Ende der Woche retten können.
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