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5 vor 10: Geldpolitik, Imitate, Ikea, Laborfleisch, Barbados

1. Zentralbanken an den Grenzen der Belastbarkeit
(faz.net, Jürgen Dunsch und Markus Frühauf)
Die Zentralbanken auf der ganzen Welt versuchen die Finanz- und Schuldenkrise mit einer extrem lockeren Geldpolitik zu lösen. Das könnte ihnen nun auf die Füße fallen, meint die BIZ, die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, quasi die „Zentralbank der Zentralbanken“. Zwar seien diese Schritte „naheliegend und unvermeidlich“, doch sie würden die Banken an die Grenzen ihrer Belastbarkeit führen. “Gleichzeitig sei unverkennbar, dass damit nur Zeit gekauft werde und die tiefer liegenden Solvenz- oder Strukturprobleme in diesen Ländern durch Entscheidungen der Politik gelöst werden müssten”, schreibt faz.net.

2. Gefälsche Markenartikel
(economist.com)
In den Schaufenstern einer Einkaufsstraße in Beijing sehen die Kunden Dinge, die sie in den Geschäften nicht kaufen können – wie Handtaschen von Prada, Louis Vuitton oder Burberry. So sollen die chinesischen Kunden davor bewahrt werden, Imitate zu kaufen – ein riesiger Markt im Land. Doch einigen Chinesen ginge es vorrangig um ein Statussymbol, nicht um die Qualität. Am Beispiel einer Prada-Handtasche erklärt der Economist, wieso viele trotzdem gefälschte Artikel kaufen und wieso das denen, die viel Geld für die echten Artikel ausgeben, nicht passt. “People who buy Prada are paying for exclusivity. The devils who wear counterfeit Prada erode that exclusivity, imposing an “externality” on owners of the genuine article.”

3. Ikea in Indien
(wallstreetjournal.de, Amol Sharma und Jens Hansegard)
Das schwedische Möbelhaus Ikea will in den indischen Markt – rund 1,5  Milliarden Dollar sollen dort für 25 Geschäfte reichen. Die Bewerbung des Möbelherstellers liegt derzeit auf den Schreibtischen der indischen Staatsbediensteten, die entscheiden dürfen, ob sie Ikea ins Land lassen. Dafür müssen zahlreiche Wünsche erfüllt werden: Zum Beispiel, dass kleine indische Hersteller mindestens 30 Prozent der Inneneinrichtung der Geschäfte bauen. Ein Beispiel dafür, dass viel reguliert werde im Schwellenland. Das habe das Land für Investoren unattraktiver gemacht, neben der schwachen indischen Rupie und dem verlangsamten Wirtschaftswachstum. Doch madig machen solche Staatseingriffe den indischen Markt für Ikea nicht. Sind doch Schwellenländer mit stark wachsenden Mittelschichten ein Ausgleich für schwache europäische Märkte wie Portugal und Spanien.

4. Fleisch aus dem Labor
(guardian.co.uk, Michael Hanlon)
Professor Patrick Brown will, dass die Menschen aufhören, Fleisch zu essen – zumindest tierisches. Er entwickelt eine Art Laborfleisch, die näher an echtes Fleisch herankommen soll, als teure Sojaschnitzel oder Tofuwürstchen. Sie seien kurz vor dem Durchbruch ihrer Entwicklungen, sagt Brown – und er hat hehre Ziele: “I want to reduce the human footprint on this planet by 50%.” Kommt eine vegetarische Revolution, wenn Fleisch und sein Laborklon nicht mehr voneinander zu unterscheiden sind?

5. Warum eine Währungsabwertung für Griechenland keine Lösung ist
(voxeu.org, DeLisle Worrell)
Der kleine, nicht einmal 300.000 Einwohner starke Inselstaat Barbados spielt normalerweise keine besonders bedeutende Rolle auf der politischen Landkarte. Doch jetzt mischt sich das Land selbst in die Debatte ein: Als kleine Volkswirtschaft, die sehr von Importen abhängig ist, habe Barbados viele Gemeinsamkeiten mit Griechenland, schreibt der Gouverneur der Zentralbank des Landes. Er findet: Am Beispiel von Barbados werde deutlich, dass die Strategie, zur Drachme zurückzukehren und die Währung deutlich abzuwerten, für die Griechen kontraproduktiv wäre. Sowohl kurz- als auch langfristig sei die Abwertung für solche Staaten immer die schlechtere Option.

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