1. Endzeitstimmung
(blog.zeit.de, Mark Schieritz)
Der Euro steht vor dem Scheitern, schon in ein paar Jahren könnte es ihn nicht mehr geben, glaubt Mark Schieritz, Redakteur der Wochenzeitung “Die Zeit”. Um die gemeinsame Währung zu halten, brauche die EU eine echte politische Union – also die Abgabe nationaler Souveränität und die gemeinsame Haftung für Schulden. Doch dazu werde es auf absehbare Zeit nicht kommen. “Eine Währung ohne Staat wird auf Dauer nicht überleben”, schreibt Schieritz: “Europa ist für diesen Staat offensichtlich nicht bereit.”
2. “Griechen hätten die radikale Linke wählen sollen”
(handelsblatt.com, Max Josef Strauß)
Eine neue Regierungskoalition aus der konservativen Nea Dimokratia und der sozialistischen Pasok soll Griechenland retten – also ausgerechnet die Parteien, die für die griechische Tragödie mitverantwortlich sind. Aus Sicht von Max Josef Strauß, dem Sohn des ehemaligen CSU-Vorsitzenden Franz Josef Strauß, hätten die Griechen besser die radikale Linkspartei Syriza gewählt. In der Partei sieht er trotz deren harter Wahlkampfrhetorik die “wohl einzige Möglichkeit, dass die Griechen aus eigener Kraft die bisherigen korrupten Eliten ablösen könnten”.
3. Zypern hofft auf Hilfe von Russland
(nytimes.com, Dan Bilefsky, englisch)
Der Inselstaat Zypern braucht dringend Geld: Bis zum 1. Juli muss das Land eine Kapitallücke von 1,8 Milliarden Euro schließen, um der Insolvenz zu entgehen. Die Bevölkerung des östlichsten EU-Landes hofft nun auf internationale Hife – allerdings nicht aus Brüssel, sondern aus Russland. “Eine Rettung aus Moskau wäre mir lieber”, sagt eine Verkäuferin, deren Kunden hauptsächlich russische Luxustouristen sind: “Wir sind eine kleine Insel und wollen nicht Deutschland gehören.”
4. Das Glück auf der Alm
(faz-community.faz.net, Patrick Bernau)
Wenn ein Gut gleich mehreren Leuten gehört, gibt es oft ein Problem: Eine Almwiese beispielsweise, die von mehreren Bauern benutzt wird, droht schnell überweidet zu werden – weil jeder der Bauern einen Anreiz hat, mehr aus der Wiese herauszuholen als für die übrigen Landwirte gut ist. Am Ende ist die Wiese für keinen mehr brauchbar. Die vergangene Woche verstorbene Nobelpreisträgerin Elinor Ostrom hat untersucht, wann solche Gemeinschaftsprojekte dennoch zum Erfolg führen. Eine Erkenntnis: Oft funktioniert es am besten, wenn sich der Staat nicht einmischt.
5. Microsofts iPad-Konkurrent hat Chancen
(ftd.de)
Die Versuche von Microsoft, am Thron des Elektronikgiganten Apple zu kratzen, waren in der Vergangenheit nicht gerade von Erfolg gekrönt. Der Zune-Player, der dem iPod Konkurrenz machen sollte, floppte komplett. Die Windows-Phones, Microsofts Antwort auf das iPhone, finden bis heute kaum Abnehmer. Nun wagt das Unternehmen einen erneuten Angriff: Der Tablet-Computer Surface soll dem iPad Marktanteile abjagen. Dieses Mal könnte Microsofts Strategie aufgehen, schreibt die FTD. Vor allem Firmenkunden könnten sich für Surface interessieren, da das Microsoft-Tablet im Vergleich zum iPad besser kompatibel sei mit anderen Firmen-PCs, die in der Regel mit Microsofts Betriebssystem Windows arbeiten.
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