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Lohnt sich eine Europameisterschaft?

Lohnt sich die Austragung  von großen Sportereignissen wie aktuell die Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine? Kommen genügend Touristen und geben viel Geld auch außerhalb der Stadien aus? Was bringt der Ausbau von Infrastruktur langfristig? Ganz grundsätzlich: Wie hoch sind die Kosten, die ein Land zu Schultern hat, wie groß der Nutzen? Und ist der Saldo daraus positiv oder negativ?


Fest steht: Der Saldo muss für jedes Ereignis individuell bestimmt werden. Allgemeine Aussagen sind schwer zu treffen. Denn während man etwa bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland weitestgehend vorhandene Infrastruktur nutzen konnte, musste diese für die nachfolgende Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika erst gebaut werden. Hier einige Studien, die sich mit dem Thema „Kosten und Nutzen von Sportgroßereignissen” beschäftigen:

  • Eine Studie für die Deutsche Zentrale für Tourismus fand im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 keinen ökonomischen Gewinn. Dennoch seien die Infrastrukturinvestition nachhaltig und wir profitieren heute noch von ihnen.
  • Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung findet in einer Nachbetrachtung der WM 2006 ebenso keine nennenswerten positiven Effekte, das Event war in der Konjunktur nicht spürbar.
  • Andrew Rose und Mark Spiegel finden 2009, dass die Gastgeberländer von Olympiaden einen 30 Prozent höheren Export haben. Selbst eine Bewerbung um die Olympiade schafft höhere Exporte. Ob dieser Effekt wirklich diese Kausalität (Megaevents haben einen positiven Einfluss auf die Exporte) hat, ist aber unklar. Schließlich bewerben sich meistens hoch entwickelte Länder um eine solche Austragung – die haben auch signifikant häufiger größere Exporte.
  • Eine Studie am College of Holy Cross in Worcester vergleicht die Gewinnschätzungen vor solchen Events und die Ergebnisse nach deren Ablauf. Es zeigt sich: Die Schätzungen werden hochgetrieben und geschönt um größere Subventionen für die Austragungen zu erhalten.

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Autor

Julius Weddigen von Knapp

studiert Volkswirtschaftslehre im Masterprogramm an der Freien Universität Berlin und ist studentischer Mitarbeiter der INSM.

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