- Linktipps

5 vor 10: Griechenland, Bankenunion, Währungen, Japan, Simulation

1. Aufatmen nach Griechen-Wahl
(ftd.de)
Die Griechen haben neu gewählt und die meisten Stimmen erhielt die Nea Dimokratia – die Befürworter des Verbleibs im Euro, aber auch des Reformkurses. Banker und Anleger sind erleichtert.  Die Partei hat von den Griechen eine relative Mehrheit von rund 30 Prozent bekommen. Durch eine Sonderregelung bekommt sie noch 50 Sitze zusätzlich im Parlament. Sind die Märkte zu optimistisch? Das gute Abschneiden der extrem Linken Syriza könnte für sie zum Problem werden, schreibt ftd.de.

2. Euro-Bills statt Euro-Bonds
(faz.net, Bettina Schulz)
Eine Bankenunion soll in den letzten Jahren verloren gegangenes Vertrauen in Banken und Regierungen wiederherstellen. Die deutsche Regierung hält allerdings nichts von Euro-Bonds, den gemeinsamen Staatsanleihen aller Euro-Staaten, die die Schulden aller Staaten vereinen würden. EU-Kommission und EZB haben jetzt eine neue Idee: die Euro-Bills. Anders als Bonds wären die Bills lediglich kurzfristige Gemeinschaftsanleihen. Sind sie ein fauler Kompromiss oder die einzige Lösung, um die Kapitalabzug aus den schwachen Ländern der Währungsunion zu stoppen?

3. My money is bigger than yours
(economist.com, englisch)
Ob eine Währung prestigeträchtig ist oder nicht, das machen Menschen nicht an ihrer Kaufkraft, sondern am Umrechnungsfaktor fest. “They think that one currency is ‘bigger’ than another if one unit of it can be exchanged for more than one unit of the other”, schreibt der Economist. Entscheidend sei demnach, ob die ausländische Währung geteilt oder multipliziert werden müsse, um sie umzurechnen, sagt der ehemalige Leiter der Hong Kong Monetary Authority in einem Paper (PDF). Damit hätte ausgerechnet der Dinar aus Kuweit das größte Ansehen: Er hat im Vergleich zum Dollar einen der größten Umrechnungsfaktoren weltweit.

4. Japan streitet über Sozialhilfe
(wallstreetjournal.de, Yuka Hayashi)
Was in Deutschland Florida-Rolf war, ist in Japan die Mutter eines Comedians, die jahrelang Sozialhilfe erhielt, weil ihr Sohn sie nicht unterstützte. Im Inselstaat ist eine Debatte um die sozialen Sicherungssysteme entbrannt. Die größte Frage:  Wer soll die wachsende Anzahl an Armen versorgen, wenn weder die Regierung noch die Familien über die Runden kommen. Will der Staat mit der weltweit höchsten Staatsverschuldung die soziale Sicherung lockern?

5. Computerspielen statt Wirtschaftsgeschichte lernen
(diewunderbareweltderwirtschaft.de, Dieter Meyeer)
Können wir überhaupt aus der Wirtschaftsgeschichte lernen, wenn es zu wenig Zahlen gibt, fragt Dieter Meyeer. Ein Land wie Griechenland: Hoch verschuldet, wenig Export und ein schlecht funktionierender Staatsapparat – da müsste sich in der Geschichte doch was vergleichbares finden lassen. Fehlalarm: “Es gibt zwar viele Theorien und zunehmend den Versuch, diese mit Daten zu unterfüttern, am Ende haben die Ökonomen aber immer zu wenig Daten. Viel zu wenig Daten.” Ausgerechnet beim Computerspielen sollen Volkswirte nun einiges über die Realität lernen können.

Gute Kommentare, interessante Hintergründe – jeden Morgen um 5 vor 10 Uhr präsentieren wir auf dem INSM-Blog fünf ausgewählte Links zu interessanten Ökonomie-Blogs und Wirtschaftsseiten.

Keine INSM-Blog-Post mehr verpassen? Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter oder abonnieren Sie unseren RSS-Feed.

Autor

INSM Redaktion

Alle Beiträge von