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5 vor 10: EU-Frühjahrsprognose, Euro-Szenarien, Beschäftigungsentwicklung, US-Arbeitskultur, Kirchensteuerersatzsteuer

1. Aufschwung oder zuviel Optimismus?
(Zeit Herdentrieb, Dieter Wermuth)
Es soll wieder Aufschwung geben, heißt es in den Frühjahrsprognosen der EU-Kommission. Dieter Wermuth fragt, wo dieser Aufschwung herkommen soll und hinterfragt zugleich die Annahmen der Prognose, die etwa davon ausgehen, dass die Zuversicht der Haushalte und Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte zurückkehren werde: “Wie so oft in der Vergangenheit, soll der Aufschwung wieder einmal von außen kommen.” Doch die USA hätten selber nichts und auch in China verlangsame sich das Wachstum, gibt Wermuth zu bedenken.

2. Was, wenn Griechenland austritt?
(Handelsblatt, Dirk Heilmann, Gerd Höhler, Olaf Storbeck und Ruth Berschens)
In vertraulichen Sitzungen verhandelt die Bundesregierung bereits über einen Plan B für Griechenland. Sie rechnen und wägen ab: Ein Austritt würde Deutschland gut 80 Milliarden kosten. Doch wie wäre ein Austritt mit dem EU-Recht vereinbar? Was, wenn das Land zur Drachme zurückkehrt? Wie könnte verhindert werden, dass die Griechen ihr Geld von den Konten abziehen oder es ins Ausland schaffen? Die Handelsblatt-Autoren erklären, was bedacht werden muss.

3. Aufschwung für die Oma
(FTD Wirtschaftswunder, Thomas Fricke)
Das Ausland ist neidisch, herrscht doch in einigen Regionen Deutschlands Vollbeschäftigung. Thomas Fricke hat sich die Zahlen jedoch mal genauer angesehen und stellt fest: Die Beschäftigung in Deutschland steigt vor allem bei den Senioren. Bei den über 54-Jährigen wurden seit 2005 gut 40 Prozent mehr Arbeitsplätze geschaffen. Ist das deutsche Jobwunder also nur eine Folge des Endes der staatlichen Frühverrentung?

4. Warum arbeiten Amerikaner mehr als Europäer?
(Voxeu, Indraneel Chakraborty, Hans Holter und Serhiy Stepanchuk)
Rund 30 Prozent länger arbeiten amerikanerische Arbeitnehmer, im Vergleich zu den Europäern. Gerade die höheren Steuern wurden bisher als Grund angeführt – verringern doch höhere Einkommenssteuern die Anreize zu arbeiten. Eine neue Studie legt noch einen anderen Grund nahe: Die Scheidungsraten liegen in Amerika höher als in Europa. Haben amerikanische Frauen größere Angst, nach einer Trennung finanziell auf sich allein gestellt zu sein und arbeiten deshalb mehr?

5. Grüne: Steuer gegen Kirchenaustritte
(Welt Online, Claudia Ehrenstein)
Einige Grünen-Politiker fordern in einem Positionspapier (PDF) die Einführung einer Kultursteuer für diejenigen Arbeitnehmer, die keine Kirchensteuer zahlen. So will man die Zahl der Kirchenaustritte verringern – in der Annahme, die meisten Menschen würden nur wegen der Steuer der Glaubensgemeinschaft den Rücken kehren. Wäre eine solche Steuer eine Strafabgabe für Nichtanhänger der christlichen Kirchen?

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