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5 vor 10: Steuerschätzung, Wachstum, Inflation, Motivation, Schrumpfkurs

1. Das Kleingedruckte unter dem 30-Milliarden-Plus
(faz.net, Heike Göbel)
Bund, Länder und Kommunen nehmen bis 2016 fast 30 Milliarden Euro mehr an Steuern ein als bisher erwartet, prognostiziert der Arbeitskreis Steuerschätzung. Finanzminister Wolfgang Schäuble wertet das kräftige Plus als Beleg für die Richtigkeit des finanzpolitischen Kurses der Bundesregierung. Doch uneingeschränktes Lob ist nicht angebracht. Ein Blick in das Kleingedruckte der Steuerschätzung zeigt: Die Maßnahmen der Bundesregierung sind längst nicht so wachstumsfreundlich wie Schäuble behauptet.

2. Warum wachsen und sparen kein Widerspruch ist
(cesifo-group.de)
Soll Deutschland besser den Sparkurs fortsetzen oder doch lieber voll auf Wachstum setzen? Die politische Debatte um diese Frage hält das ifo Institut für Wirtschaftsforschung von Hans-Werner Sinn für höchst irreführend: Denn wachsen könne eine Volkswirtschaft nur dann, wenn sie spart. “Sparen ist das Gegenteil von Konsumieren und stellt die Finanzmittel für Investitionen bereit, aus denen Wachstum entsteht”, schreibt das Institut in einer Stellungnahme.

3. Inflation in Deutschland: Darf es auch ein bisschen mehr sein?
(wirtschaftswurm.net, Arne Kuster)
Die Bundesbank gibt nicht mehr den Hardliner in Sachen Inflation und will in Deutschland künftig eine Teuerungsrate oberhalb des Eurozonen-Durchschnitts hinnehmen. Beobachter sehen darin eine Zäsur in der Geldpolitik. Arne Kuster erinnert an eine Rede des damaligen Bundesbankpräsidenten Hans Tietmeyer aus dem Jahr 1998 anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der D-Mark: “Der beste Beitrag des Geldes für Wachstum und Beschäftigung ist dauerhafte Stabilität”, hieß es darin. “Ein schwindender Geldwert wendet sich immer vornehmlich gegen die sozial Schwächeren.”

4. Kann mehr Geld uns wirklich zu besseren Leistungen motivieren?
(bbc.com, Carinne Piekema, englisch)
Manager, die hohe Bonuszahlungen erhalten, bringen bessere Leistungen für ihr Unternehmen - so die gängige Annahme in Vorstandsetagen. Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es jedoch erhebliche Zweifel an der These, dass finanzielle Anreize Arbeitsergebnisse tatsächlich verbessern. Oft ist sogar das Gegenteil der Fall: Wer mehr Geld bekommt, wird unkonzentrierter und weniger kreativ.

5. Altena versucht’s eine Nummer kleiner
(zeit.de, Lenz Jacobsen)
Die Bürger verlassen in Scharen die Stadt: Das nordrhein-westfälische Altena ist die am schnellsten schrumpfende Gemeinde Westdeutschlands. 1970 lebten hier noch 32.000 Menschen, heute sind es noch 18.000. Weil mit der Einwohnerzahl auch die Steuereinnahmen der Kommune sanken, musste die Stadt auch ihre Ausgaben erheblich reduzieren – und das hatte nicht nur Nachteile. Mittlerweile gilt Altena als Musterbeispiel dafür, wie ein Schrumpfkurs gelingen und auch neue Chancen eröffnen kann.

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