- Linktipps

5 vor 10: Spanien, Sozialversicherung, Ölpreis, Ackermann, Marktforschung

1. Dunkle Wolken über Spaniens Banken
(handelsblatt.com, Dana Heide)
Die Ratingagentur S&P hat die Kreditwürdigkeit Spaniens gleich um zwei Stufen herabgesetzt. Für die Finanzindustrie des Landes könnten sich die Aussichten dadurch weiter verdüstern. Mit einem Streifzug durch eine spanische Küstenstadt, veranschaulicht Dana Heide, woran der Bankensektor krankt: “Man könnte den Eindruck gewinnen, man befinde sich im Bankenzentrum Frankfurts, und nicht in einem der Viertel in San Sebastián, wo Obdachlose vor heruntergekommenen Supermärkten schlafen.” Das Problem werde hier ganz deutlich: “Das Land hat zu viele Banken.”

2. Überschüsse brauchen Regeln
(insm-oekonomenblog.de, Michael Hüther)
Die Sozialkassen haben derzeit Geld wie Heu. 14 Milliarden Euro liegen bei Rentenversicherung, Pflegeversicherung, Arbeitslosenversicherung und Krankenversicherung auf der hohen Kante. Allein auf die Gesetzliche Krankenversicherung entfällt ein Überschuss von 9,3 Milliarden Euro. Doch die Beiträge deshalb zu senken, ist nicht vorgesehen. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, vermutet eine Lücke im Gesetzgebungsverfahren.

3. Ist der Ölpreis spekulationsgetrieben?
(oekonomenstimme.org, Lutz Kilian)
Wenn der Preis für Rohöl steigt, sind in den Augen vieler Politiker vor allem Spekulanten dafür verantwortlich. Auf der Suche nach Belegen für diese These hat Lutz Kilian, Professor für Volkswirtschaftslehre an der University of Michigan, ökonomische Forschungsergebnisse der vergangenen Jahre untersucht. Sein Ergebnis: “Es gibt keine glaubwürdige Studie, die zeigt, dass Käufen von Finanzinvestoren eine Erhöhung des Ölpreises folgt.” Offen bleibt für Kilian lediglich, “wann Politiker sich der Tatsache stellen, dass hohe Ölpreise reale wirtschaftliche Ursachen haben und nicht durch Gesetzesregelungen aus der Welt zu schaffen sind”.

4. Jain schlägt Ackermann
(faz.net, Markus Frühauf)
Eine Ära geht zu Ende: Gestern legte Josef Ackermann seine letzten Quartalsergebnisse als Vorstandschef der Deutschen Bank vor. Das Zahlenwerk sorgte für Enttäuschung – nicht nur, weil der Gewinn deutlich hinter den Erwartungen zurück blieb: Eigentlich wollte Ackermann seine Bank unabhängiger machen vom Investmentgeschäft und stattdessen einen ausgeglichenen Ertragsmix erreichen. Das Vorhaben scheint nicht aufzugehen: Der Großteil des Gewinns stammt nach wie vor aus dem Investmentbanking, das Privatkundengeschäft hingegen brach besonders stark ein.

5. Warum Kunden nur schwer sagen können, was sie möchten
(fehradvice.com)
Gegenüber Marktforschern hatte Steve Jobs ein tiefes Misstrauen. “Es ist nicht die Aufgabe des Kunden zu wissen, was er will”, sagte der damalige Apple-Chef bei der Einführung des iPads auf die Frage, ob er das Gerät im Vorfeld einem Markttest unterzogen habe. Die Skepsis ist gerechtfertigt: Oft kommen Marktforscher zu falschen Ergebnissen. Die Verhaltensökonomie zeigt Gründe dafür: Bei Befragungen sind Menschen aufmerksamer als üblich. Außerdem fallen Entscheidungen oft anders aus, wenn die Befragten eine Begründung abgeben müssen.

Gute Kommentare, interessante Hintergründe – jeden Morgen um 5 vor 10 Uhr präsentieren wir auf dem INSM-Blog fünf ausgewählte Links zu interessanten Ökonomie-Blogs und Wirtschaftsseiten.

Keine INSM-Blog-Post mehr verpassen? Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter oder abonnieren Sie unseren RSS-Feed.

Autor

INSM Redaktion

Alle Beiträge von