- Linktipps

5 vor 10: Gleichbehandlung, Karriere, Ratingagenturen, Trendsetter, Big-Mac-Index

1. Hinterlistige Richter
(faz.net, Joachim Jahn)
Der Europäische Gerichtshof hat die Rechte abgelehnter Arbeitsplatzbewerber gestärkt. Sie haben zwar keinen Anspruch auf Auskünfte darüber, warum sie nicht eingestellt wurden. Allerdings kann die Weigerung einer Firma, Gründe für die Ablehnung zu nennen, als Indiz für Diskriminierung ausgelegt werden. Im Klartext: Arbeitgeber können es kaum richtig machen: Schweigen sie, gelten sie der Diskriminierung quasi schon überführt, geben sie Auskünfte, liefern sie womöglich Angriffspunkte für Schadensersatzklagen. Das zeige: “Gleichbehandlungsgebote sind anmaßende Eingriffe in die Vertragsfreiheit”, schreibt Joachim Jahn.

2. Jungen Frauen ist die Karriere wichtiger als jungen Männern
(economix.blogs.nytimes.com, Catherine Rampell, englisch)
Es sind tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen, die das amerikanische Pew Research Center in einer gestern veröffentlichten Studie festgestellt hat: Die Frage, ob ein hochbezahlter Job für ihr Leben sehr wichtig sei, beantworteten 66 Prozent der Frauen unter den befragten 18- bis 34-Jährigen mit ja. Bei den Männern waren es nur 59 Prozent. Vor 15 Jahren hatte Pew die gleiche Frage schon einmal gestellt. Damals fielen die Ergebnisse noch genau umgekehrt aus.

3. Die Macht der Ratingagenturen
(handelsblatt.com, Christine Bortenlänger)
Ratingagenturen sind für die Poltik ein angenehmer Sündenbock: In der ersten Finanzkrise warf man ihnen vor, komplizierte Finanzprodukte zu lasch bewertet zu haben. In der aktuellen Schuldenkrise seien sie jedoch zu streng mit ihrem Urteil über die öffentlichen Finanzen. Als vermeintlicher Heilsbringer gilt stattdessen eine europäische Ratingagentur. Warum das nicht ganz logisch ist, erklärt Christine Bortenlänger anhand einer einfachen Alltagssituation: Wenn ein Auto nicht mehr verkehrstauglich ist, muss man es reparieren – und nicht einen zweiten TÜV gründen.

4. Musiker, die in Oslo Erfolg haben, haben ihn in ganz Europa
(technologyreview.com, englisch)
Die wahren Trendsetter in Europa kommen nicht aus Berlin, London oder Paris. Oslo ist die Stadt, der wir insgeheim nacheifern – zumindest was unsere musikalischen Vorlieben angeht. Das wollen zwei irische Forscher herausgefunden haben: Sie untersuchten Datenmaterial des Online-Musikdiensts Last.fm und entdeckten dabei, dass Hörgewohnheiten bestimmten Mustern folgen. Die Songs für die sich die Einwohner von Oslo interessieren, werden wahrscheinlich ein paar Wochen später auch im Rest Europas populär. Diese Ergebnisse könnten helfen, Verkaufserfolge auf dem Musikmarkt leichter zu prognostizieren.

5. Der BigMac-Index für Löhne: Wer verdient am meisten?
(faz-community.faz.net, Patrick Bernau)
Anhand der Kosten eines Big Macs bei McDonald’s vergleicht das Wirtschaftsmagazin “Economist” jedes Jahr das weltweite Preisniveau. Der amerikanische Ökonom Orley Ashenfelter geht noch einen schritt weiter: Er untersucht anhand der Daten die Lohnunterschiede in den Ländern. Die sind beträchtlich: In Indien müssen McDonald’s-Mitarbeiter drei Stunden arbeiten, um sich einen Big Mac leisten zu können, in Japan sind es lediglich 20 Minuten.

Gute Kommentare, interessante Hintergründe – jeden Morgen um 5 vor 10 Uhr präsentieren wir auf dem INSM-Blog fünf ausgewählte Links zu interessanten Ökonomie-Blogs und Wirtschaftsseiten.

Keine INSM-Blog-Post mehr verpassen? Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter oder abonnieren Sie unseren RSS-Feed.

Autor

INSM Redaktion

Alle Beiträge von