- Linktipps

5 vor 10: EZB, Citigroup, Staatsanleihen, Gehälter, Griechenland

1. Gutachter sehen EZB-Unabhängigkeit gefährdet
(faz.net, Philip Plickert)
Acht große Wirtschaftsforschungsinstitute übergeben der Bundesregierung heute ihr Frühjahrsgutachten. Die Freude darüber dürfte sich seitens der Politik in Grenzen halten. Zwar zeichnen die Ökonomen ein positives Bild der konjunkturellen Entwicklung. Gleichzeitig üben sie aber auch scharfe Kritik an den Maßnahmen zur Bewältigung der Euro-Krise. “Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit der Europäischen Zentralbank stehen auf dem Spiel”, warnen die Institute nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in ihrem Bericht.

2. Glückwunsch an die Citi-Aktionäre
(ftd.de, Doris Grass)
Seine Bank verlor binnen eines Jahres 44 Prozent ihres Börsenwertes, außerdem fiel sie durch den Stresstest der US-Notenbank. Dennoch sollte Citigroup-Chef Vikram Pandit für seine Leistung im Jahr 2011 satte 15 Millionen Dollar erhalten. Dagegen wehren sich jetzt die Aktionäre der Bank: Sie stimmten gestern mehrheitlich gegen das Gehaltspaket. “Es wurde Zeit, dass amerikanische Aktionäre der Selbstbedienungsmentalität der Führungsriege einer Bank einen Riegel vorschieben”, kommentiert Doris Grass.

3. Der Mann, der gegen Deutschland wettet
(blogs.wsj.com, Matt Phillips, englisch)
John Paulson ist ein mächtiger Mann: 24 Milliarden US-Dollar verwaltet der 56-jährige Hedgefonds-Manager in seiner Firma Paulson & Co. Teile des Geldes setzt er ein, um gegen Deutschland zu wetten. Denn Paulson rechnet mit einer weiteren Verschärfung der Euro-Krise, die sich auch auf die Bonität Deutschlands auswirken werde. Ob er recht haben wird, ist unter Finanzmarktexperten – naturgemäß – umstritten.

4. Wie viel die politische Elite vor 2000 Jahren verdiente
(economix.blogs.nytimes.com, Catherine Rampell, englisch)
Angela Merkel verdient im Jahr ungefähr sieben Mal so viel wie der durchschnittliche Deutsche. Barack Obama bekommt rund 20 Mal mehr als seine Landsleute im Schnitt zur Verfügung haben. Ist das zu viel? Im historischen Vergleich ist die aktuelle Politikergeneration jedenfalls relativ günstig zu haben: In England verdiente die politische Elite vor 250 Jahren das 70-fache des Normalbürgers, im Römischen Reich bekamen Senatoren das 100-fache. Das Einkommen des römischen Anführers Crassus entsprach gar dem 32.000-fachen Durchschnittslohn.

5. Kauft Griechenland zu viele Panzer?
(diewunderbareweltderwirtschaft.de, Dieter Meyeer)
Wenn Griechenland neue Panzer kauft, ist das für die Medien immer eine Meldung wert. “Kein Geld für Pensionen, aber für das Militär”, heißt es dann in den Überschriften. Den Vorwurf, die griechischen Militärausgaben seien viel zu hoch, hält Dieter Meyeer jedoch für stark übertrieben. Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Im vergangenen Jahr lag das griechische Verteidigungsbudget bei nur noch bei 2,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und ist damit deutlich niedriger als vor Beginn der Euro-Krise.

Gute Kommentare, interessante Hintergründe – jeden Morgen um 5 vor 10 Uhr präsentieren wir auf dem INSM-Blog fünf ausgewählte Links zu interessanten Ökonomie-Blogs und Wirtschaftsseiten.

Keine INSM-Blog-Post mehr verpassen? Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter oder abonnieren Sie unseren RSS-Feed.

Autor

INSM Redaktion

Alle Beiträge von