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5 vor 10: Zentralbanken, Ehegattensplitting, Wirtschaftsgeschichte, Öko-Fisch, Studiengebühren

1. Die Dicke Bertha ist gefährlicher
(ftd.de, Daniel Gros)
Die amerikanische Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank (EZB) versuchen beide, mit lockerer Geldpolitik die Konjunktur zu beleben. Wem das besser gelingt, ist umstritten. Klar ist aber: Der Weg der EZB birgt deutlich mehr Gefahren. “Auf ihrer Bilanz lasten jetzt enorme Kreditrisiken, die sie selbst kaum steuern kann”, schreibt Daniel Gros. Die Zentralbank könne nun nur noch hoffen, dass die Banken der angeschlagenen Euro-Staaten überleben werden.

2. Die Einkommensbesteuerung diskriminiert Homosexuelle
(handelsblatt.com, Bert Rürup)
Verheiratete Paare sparen dank Ehegattensplitting 15 Milliarden Euro an Steuern im Jahr. Geht es nach Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, sollen allerdings nur heterosexuelle Ehepaare davon profitieren. Eingetragenen Lebenspartnerschaften von Homosexuellen bleibt die Steuerbegünstigung verwehrt. Das ist ungerecht und hat nicht einmal einen vernünftigen Grund, findet Bert Rürup, der ehemalige Chef der Wirtschaftsweisen. Schließlich würden die Kosten für das Splittingverfahren bei einer Gleichbehandlung gerade einmal um 0,2 Prozent steigen. “Das sollte uns eine diskriminierungsfreie Einkommensbesteuerung wert sein”, schreibt Rürup im Handelsblatt.

3. ‘Fortune 500′ of 1812 Shows U.S. Banks’ Early Influence
(bloomberg.com, Richard Sylla, englisch)
Welche Unternehmen der USA sind die größten? Seit 1955 gibt die jährlich aktualisierte Rangliste “Fortune 500″ eine Antwort darauf. Doch wie sah die US-Wirtschaft vor 200 Jahren aus? Mit Hilfe historischer Daten hat Richard Sylla, Professor für Wirtschaftsgeschichte an der New York University, die Fortune-500-Liste des Jahres 1812 erstellt. Einige der damals erfolgreichen Unternehmen, sind es bis heute geblieben.

4. Nachhaltigkeit in Dosen
(faz.net, Jan Grossarth)
Als Musterbeispiel für ökologisch-korrektes Verhalten sieht Jürg Knoll sein jüngstes Produkt: Der Fischhändler aus Friedrichshafen hat seit Neuestem handgeangelten Dosen-Thunfisch im Sortiment. Statt die Fische mit großen Netzen zu fangen, holen seine Zulieferer auf den Malediven die Tiere mit einfachen Angeln aus dem Meer. Das sorge dafür, dass ausschließlich die zum Verzehr bestimmten Fische gefangen werden. Altmodisch, aber unglaublich nachhaltig, findet der Firmenchef. Nur ein Problem bleibt in der Umweltbilanz: Bevor der Thunfisch in Deutschland auf den Teller kommt, muss er erst einmal um die halbe Welt geflogen werden.

5. A New Solution to Rising Tuition Costs
(freakonomics.com, englisch)
Wer in den USA studieren möchte, bezahlt dafür ein Vermögen. Viele Studenten müssen sich deshalb hoch verschulden. Studentenvertreter aus Kalifornien fordern nun einen radikalen Systemwechsel: Statt Studiengebühren zu kassieren, sollten Universitäten 20 Jahre lang an den Gehältern ihrer Absolventen mitverdienen. Aus Sicht von Ökonomen könnte dieses Bezahlmodell die Arbeit der Hochschulen grundlegend verändern – nicht unbedingt zum Besseren.

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